Auf Borneo wird ein grosses Projekt zur Rettung von Orang-Utans ab sofort mit Solarenergie betrieben. Das spart Geld, das wiederum den Tieren zugutekommt.
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Drei junge Orang-Utans auf der südostasiatischen Insel Borneo. (Archivbild) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Auf Borneo liegt die Rettungsstation Samboja Lestari, auf der gerettete Orang-Utans leben.
  • Die neu gebaute Anlage in Kalimantan versorgt die Station nun mit sauberem Strom.
  • Dadurch kann pro Jahr knapp 100'000 Franken an Dieselkosten gespart werden.

Die vor wenigen Tagen eingeweihte Anlage liegt in Kalimantan, dem indonesischen Teil der riesigen Insel. Sie versorge die komplette Infrastruktur der Rettungsstation Samboja Lestari mit sauberem Strom, teilte BOS Schweiz (Borneo Orangutan Survival) mit.

Zur Infrastruktur gehörten mehrere Tierkliniken, eine Eco-Lodge und ein Futterlager. Die Organisation befinde sich damit auf dem besten Weg, das eigene Klimaziel zu erreichen. Ebenso in nächster Zukunft komplett klimaneutral zu sein.

Mit der Solaranlage 100'000 Franken sparen

«Dank der Solaranlage sparen wir pro Jahr knapp 100'000 Franken an Dieselkosten. Das Geld, wird dringend für Hunderte Orang-Utans und Malaienbären benötigt». Dies sagte Geschäftsführerin Sophia Benz der Deutschen Presse-Agentur. Hinzu komme der enorme Klimaeffekt der Anlage: Jährlich könne nun auf 100'000 Liter Diesel verzichtet werden.

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Eine Pflegerin mit Orang-Utans auf der Insel Borneo. - Screenshot Youtube/BOSDeutschland

In der Station leben 120 gerettete Orang-Utans sowie 70 Malaienbären. Ganz in der Nähe soll in den nächsten Jahren die neue Hauptstadt Indonesiens entstehen. Die Millionenmetropole Nusantara soll von Beginn an sehr nachhaltig sein.

Die Solaranlage sei deshalb ein Vorzeigeprojekt in der Region. «Unsere Vision ist eine Welt, in der Orang-Utans nicht mehr vom Aussterben bedroht sind», betonte Benz. «Das erreichen wir nur, wenn wir auch ihren Lebensraum schützen und ganzheitlich denken.»

Station bereitet Orang-Utans auf Auswilderung vor

Orang-Utans leben nur noch in den Dschungeln von Borneo und Sumatra. Sie sind vor allem wegen der massiven Abholzung der Regenwälder für Palmölplantagen und Kohleminen sowie durch den illegalen Wildtierhandel bedroht. Die grössten Baumbewohner der Welt werden gejagt, getötet oder illegal als Haustiere gehalten.

Auf der Roten Liste der IUCN werden die rothaarigen Menschenaffen als «vom Aussterben bedroht» eingestuft. BOS versucht, gerettete Orang-Utans auf eine spätere Auswilderung in Schutzgebieten vorzubereiten.

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