«Positive Ablenkung»: Haakon darf seinen Hund ins Büro nehmen
Beim Kanton Schwyz sind Büro-Hunde nach einem Biss-Vorfall tabu. Dass es anders gehen kann, zeigt ein Büro in Vevey VD – hier zieht man ein positives Fazit.
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Das Wichtigste in Kürze
- Ein Dackel-Biss sorgte beim Kanton Schwyz für ein Büro-Hundeverbot.
- Bei Nestlé in Vevey VD dürfen Hunde dagegen mit zur Arbeit – der Arbeitgeber zieht ein positives Zwischenfazit.
- Es gelten jedoch klare Regeln – und es gibt sogar eigene Zugänge und Parkplätze.
- Nau.ch hat die Büro-Hunde Eddie und Zuma am Hauptsitz in Vevey besucht.
Ein kleiner Dackel sorgte in Schwyz für grosse Konsequenzen.
Nachdem der Büro-Hund im Regierungsgebäude eine Putzfrau gebissen hatte, zog der Kanton die Leine. Seit dem 1. September sind darum Hunde in der Verwaltung tabu, mit Ausnahme von Diensthunden.
Dabei war das Mitbringen von Vierbeinern offiziell schon zuvor verboten. Über die Jahre hatte es sich aber eingeschlichen, dass Hunde an einzelnen Arbeitsplätzen toleriert wurden. Nun ist Schluss damit.
Doch muss ein Hund im Büro zwangsläufig zum Problem werden?

Wie es anders gehen kann, zeigt Nestlé in Vevey VD. Hier dürfen Mitarbeitende ihre Vierbeiner ganz offiziell mit zur Arbeit bringen. Ein Angebot, das bei Hundehaltern gut ankommt – und auch der Arbeitgeber selbst ist zufrieden.
Nau.ch hat die tierischen Büro-Gspänli besucht.
Knochen unter dem Schreibtisch
Und tatsächlich: Ein Knochen unter einem Schreibtisch im Grossraumbüro ist hier kein Grund für grosse Augen. «Pets at Work» heisst das Konzept.
Einer der tierischen Mitarbeiter ist Eddie (2). Er gehört Haakon (31) und begleitet ihn regelmässig ins Büro. Für Haakon ist das vor allem eines: entspannend.
Wenn es bei der Arbeit stressig werde, sei Eddie ein treuer Begleiter und sorge für eine willkommene Pause. Ablenkung inklusive.
«Aber eine positive Ablenkung», sagt Haakon. Natürlich wolle Eddie zwischendurch Aufmerksamkeit. Dass deswegen die Arbeit liegen bleibt, sei aber nicht der Fall.
Für Haakon ging die Sache sogar noch einen Schritt weiter: Erst die Möglichkeit, einen Hund zur Arbeit mitzunehmen, machte für ihn die Anschaffung eines Vierbeiners möglich.
«Ich wollte schon immer einen Hund haben.»
Zuma will auch zur Arbeit
Auch Susan (58) kommt mit tierischer Begleitung. Ihre Hündin Zuma (6) weiss offenbar ganz genau, wann es Richtung Büro geht.
Will Susan einmal ohne sie aus dem Haus, bekommt sie prompt den entsprechenden Blick zugeworfen.
«Nimm mich mit, nimm mich mit», beschreibt sie Zumas Reaktion. Und Frauchen freut sich ebenfalls über die Gesellschaft.
«Ich weiss, es macht ihr Spass. Und dann macht es mir auch noch mehr Spass.»
Einfach Hund mitbringen? So einfach ist es nicht
Doch auch bei Nestlé heisst es nicht einfach: Hund an die Leine und ab ins Grossraumbüro. Damit das Zusammenleben funktioniert, gibt es klare Vorgaben. Und für die Vierbeiner wurde sogar baulich nachgerüstet.
So haben die Hunde eigene Zugänge. Die normalen Drehtüren eignen sich für sie schlecht.
Auch bei den Liften gibt es Grenzen: In gewisse Aufzüge dürfen die Tiere nicht mit.
Denn bei aller Hundefreude wird auch auf jene Rücksicht genommen, die Vierbeiner weniger toll finden. Manche Mitarbeitende haben Angst vor Hunden, andere sind allergisch.
Deshalb dürfen sich die Tiere nicht überall im Gebäude frei bewegen.
Nestlé hat sogar Parkplätze für Hundehalter
Und selbst in der Tiefgarage hat man an Bello und Co. gedacht. Dort gibt es eigens Parkplätze für Mitarbeitende, die ihren Hund zur Arbeit mitbringen.
Hinter dem Konzept steht auch Purina, die Tierfuttermarke von Nestlé.
Magali Clavel (45), Markenverantwortliche bei Purina Schweiz, sieht in den Hunden gleich mehrere Vorteile. Sie würden «Geselligkeit, Freude und Zufriedenheit» ins Büro bringen.

Und: Hunde könnten Menschen zusammenbringen.
«Es kann auch dazu beitragen, Verbindungen zwischen Menschen zu pflegen», sagt Clavel. Auch die Zusammenarbeit zwischen Teams werde durch die Anwesenheit der Hunde gefördert.
Und einen Vorteil haben Eddie, Zuma und Co. ihren menschlichen Kollegen voraus: Schlechte Laune zum Wochenstart kennen sie nicht. «Ein Hund wird auch am Montagmorgen glücklich sein, wenn er zur Arbeit kommt», sagt Clavel schmunzelnd.




















