Wladimir Putin: Wir stecken nicht hinter Tiefkühler-Attacken
Hacker haben in Europa Tiefkühler in Supermärkten manipuliert, auch eine Metzgerei in Köniz BE ist betroffen. Der Kreml weist jede Verantwortung zurück.

Das Wichtigste in Kürze
- Eine Metzgerei in Köniz BE muss nach einem Hackerangriff auf ihre Kühlanlagen schliessen.
- Der Kreml bestreitet, hinter den Angriffen auf Kühlanlagen in Supermärkten zu stecken.
- Die prorussische Gruppe NoName057(16) bekennt sich zu den Attacken, Belege fehlen aber.
In Europa häufen sich Hackerangriffe auf Kühl- und Tiefkühlanlagen. In den vergangenen drei Wochen verschafften sich unbekannte Hacker laut «Moscow Times» Zugriff auf die Kühlsysteme von fast 100 Filialen in mindestens elf Ländern. Die Temperaturen in den Tiefkühlern stiegen teils auf 55 Grad.
Auch die Schweiz ist betroffen. In Köniz BE musste die Metzgerei «Lüthi’s Fleischwaren» schliessen, nachdem die Steuerung ihrer Kühlanlagen manipuliert worden war. Auch bei drei Volg-Läden wurden Parameter der Kühlanlagen verstellt.

EU-Vertreter sprachen von einem gezielten Versuch, die Lebensmittelversorgung zu stören. Einen Staat oder eine Gruppe nannten sie nicht. Die EU-Kommission berief zwei Krisentreffen ein. Agrarkommissar Christophe Hansen sagte, die Versorgungssicherheit sei nicht gefährdet.
Kreml weist Vorwürfe zurück
Der Verdacht richtet sich seit Längerem gegen Russland. Der Kreml weist das jedoch zurück. Kremlsprecher Dmitri Peskow reagierte damit auf dänische und schwedische Medienberichte, die zwei prorussische Gruppen verdächtigen.
«Das sind absurde Behauptungen», sagte er vor Journalisten. Die Anschuldigungen stützten sich auf keinerlei Beweise, Russland werde wie immer für alles verantwortlich gemacht.

Prorussische Hacker bekennen sich
Zu den Attacken bekannten sich laut «BBC» zuvor die prorussischen Gruppen NoName057(16) und Z-Pentest Alliance. Einige Analysten bezweifeln aber, dass sie tatsächlich beteiligt waren. NoName057(16) nannte auf Telegram zuletzt den dänischen Hersteller Danfoss als neues Ziel.
Dessen Website sei per DDoS-Attacke lahmgelegt worden, die Kühlsysteme seien erneut ausgefallen. Belege dafür legte die Gruppe nicht vor. Die Angaben lassen sich unabhängig nicht überprüfen, wie «n-tv» schreibt.

Danfoss-Steuerungen überwachen in vielen Supermärkten die Kühltechnik und regeln zentral Temperaturen, Alarme und Abtauzyklen. Bereits Mitte Oktober gab es in Frankreich einen grossen Angriff. Danfoss erklärte damals, eine begrenzte Zahl von Anlagen sei betroffen, überwiegend ältere Produkte.
Cyberforscher: Russische Beteiligung «sehr wahrscheinlich»
Cyberforscher halten eine russische Beteiligung laut «Financial Times» für «sehr wahrscheinlich». Sie verweisen auf frühere Hacks von Tiefkühlern auf mehreren US-Militärbasen im August.
Das US-Justizministerium beschuldigte 2024 zudem eine prorussische Gruppe, die Kühlsysteme eines kalifornischen Fleischverarbeiters lahmgelegt zu haben.

NoName057(16) ist seit März 2022 aktiv und vor allem für DDoS-Angriffe bekannt. Im Juli 2025 schalteten Europol und Eurojust mehr als 100 Systeme des Netzwerks ab. Die Gruppe blieb danach laut Medienberichten aktiv, Deutschland ist demnach eines ihrer Hauptziele.












