Nestlé droht Verlust des Russland-Geschäfts

    Maja Bojic
    Maja Bojic

    Vevey,

    Nestlé droht in Russland der Verlust von fünf Gesellschaften. Ein Antrag auf staatliche Verwaltung setzt den Konzern und seine Aktie unter Druck.

    Nestlé
    Nestlé droht in Russland der Verlust der Kontrolle über Teile seines dortigen Geschäfts. (Symbolbild) - keystone

    Nestlé könnte in Russland die Kontrolle über Teile seines Geschäfts verlieren. Das russische Unternehmen KS Logistika forderte Präsident Wladimir Putin auf, fünf Nestlé-Gesellschaften vorübergehend verwalten zu lassen.

    Wie das «Handelsblatt» berichtet, könnte eine solche Massnahme später zu einem Eigentümerwechsel führen. Die russische Regierung will den Antrag demnach bis Ende Jahr prüfen.

    KS Logistika begründet den Vorstoss laut der «Finanz und Wirtschaft» unter anderem mit fehlendem Ausbau der Produktionskapazitäten. Zudem exportiere Nestlé keine in Russland hergestellten Waren mehr.

    Nestlé plant derzeit keinen Rückzug

    Nestlé sei bislang nicht von russischen Behörden kontaktiert worden, teilte ein Sprecher dem «Handelsblatt» zufolge mit. Die Fabriken und Büros arbeiteten weiter, während der Konzern seine Verpflichtungen erfülle.

    Ein Rückzug aus Russland stehe derzeit nicht zur Debatte, berichtet die «Finanz und Wirtschaft». Nestlé erwirtschaftet dort rund 2 Prozent des Konzernumsatzes und betreibt sechs Produktionsstandorte.

    Dort produziert der Konzern unter anderem Kaffee, Süsswaren, Babynahrung und Tierfutter. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 hatte Nestlé entschieden, sein Geschäft nicht vollständig einzustellen.

    Andere Konzerne verloren ihre Geschäfte

    Russland hat in den vergangenen Jahren die Bedingungen für ausländische Unternehmen verschärft. Dabei wurden Instrumente geschaffen, mit denen der Staat stärker auf Unternehmen zugreifen kann.

    Ein ähnlicher Fall betraf den französischen Lebensmittelkonzern Danone. Die «Finanz und Wirtschaft» schreibt, dass Russland dessen Geschäft 2023 unter vorübergehende staatliche Verwaltung stellte.

    Danone verkaufte das Geschäft 2024 schliesslich für rund 180 Millionen Euro. Insgesamt verbuchte der Konzern dabei einen Verlust von 1,2 Milliarden Euro.

    Nestlé-Aktie reagiert auf die Meldung

    Auch Carlsberg geriet 2023 mit seinem Russland-Geschäft unter staatliche Verwaltung. Ende 2024 schloss der dänische Brauereikonzern seinen Rückzug mit einem Management-Buyout über 320 Millionen Dollar ab.

    Heineken gab seine russische Tochter laut der «Finanz und Wirtschaft» für einen symbolischen Preis von einem Euro ab. Insgesamt verbuchte der niederländische Brauereikonzern einen Verlust von 300 Millionen Euro.

    Nestlé
    Nestlé stellt in Russland unter anderem Tierfutter her. (Archivbild) - keystone

    Die Nestlé-Aktie verlor der «Cash» zufolge zu Wochenbeginn 2,8 Prozent auf 78,71 Franken. JPMorgan erwartet, dass ein Verlust des Russland-Geschäfts den Gewinn je Aktie um 3 bis 4 Prozent senken könnte.

    Kommentare

    User #3051 (nicht angemeldet)

    Nestle sollte schon seit Jahrzehnten in die Schranken gewiesen werden.der Quellwasser-Diebstahl ist das höchste Zeichen des Ausbruchs dieses Molochs!!!

    User #6021 (nicht angemeldet)

    Nestlé ist selber schuld und doch mehr Gewinn das Geld noch. Alle haben keine Interesse mehr.

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