Aktie von Nestlé nach Halbjahreszahlen Schlusslicht im SMI
Nestlé verliert nach den Halbjahreszahlen deutlich an Wert. Trotz besserer Absatzentwicklung reagieren Anleger enttäuscht und schicken die Aktie ans SMI-Ende.

Die Aktie von Nestlé ist nach der Vorlage der Halbjahreszahlen deutlich unter Druck geraten. Laut «finanzen.ch» verlor das Papier am Donnerstagnachmittag zeitweise 7,1 Prozent und fiel auf rund 80 Franken.
Zwischenzeitlich markierte die Aktie bei 79,77 Franken ihr Tagestief. Damit bildete sie das Schlusslicht im Schweizer Leitindex SMI.
Operativ erfüllte der Nahrungsmittelkonzern die Erwartungen weitgehend. Anleger vermissten jedoch positive Überraschungen, weshalb der Kurs deutlich nachgab, berichtet die «Cash».
Nestlé: Absatzwachstum gewinnt an Dynamik
Im zweiten Quartal beschleunigte sich das organische Umsatzwachstum auf 3,7 Prozent. Laut «Morningstar» legte auch das interne Realwachstum von 1,2 auf 1,8 Prozent zu.
Das interne Realwachstum misst die Entwicklung der Absatzmengen und gilt für Investoren als wichtige Kennzahl. Nestlé nähert sich damit seinem mittelfristigen Ziel von mehr als zwei Prozent.
Getragen wurde die Entwicklung vor allem von den Bereichen Kaffee und Tiernahrung. Auch das Geschäft in China stabilisierte sich nach dem Abbau hoher Lagerbestände, schreibt die «Cash».
Gewinn und Marge unter Druck
Der ausgewiesene Reingewinn sank im ersten Halbjahr um 31,4 Prozent auf rund 3,5 Milliarden Franken. Dem Analysehaus «Morningstar» zufolge belasteten Restrukturierungskosten und Wertminderungen auf Vermögenswerte das Ergebnis erheblich.
Auch die Profitabilität stand weiterhin unter Druck. Hohe Kaffee- und Kakaopreise, US-Zölle sowie höhere Ausgaben für Werbung und Innovation belasteten der «Cash» zufolge die bereinigte operative Marge.
Diese sank auf 16,4 Prozent. Nach Einschätzung von «Morningstar» dürfte sich die Margenerholung in der zweiten Jahreshälfte und bis ins Jahr 2027 schrittweise verstärken.
Wassergeschäft wird neu aufgestellt
Nestlé kündigte gleichzeitig ein Joint Venture mit Platinum Equity für das europäische Wassergeschäft an. Der Konzern soll sich dadurch stärker auf margenstärkere Kerngeschäfte konzentrieren.
Das Analysehaus sieht darin auch eine Verringerung regulatorischer und wettbewerblicher Risiken. Der Markt für abgefülltes Wasser sei durch eine geringe Preismacht und einen hohen Anteil von Handelsmarken geprägt.

Nestlé hält an seinem Ausblick für das laufende Geschäftsjahr fest. Laut der «Cash» rechnet der Konzern weiterhin mit einem organischen Umsatzwachstum von drei bis vier Prozent.












