Nahost-Konflikt zwingt Kühne+Nagel zu Umstellungen

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March-Höfe,

Der Konflikt im Nahen Osten und die damit verbundene Sperrung der Strasse von Hormus als wichtige Transportroute stellen die Logistikbranche vor grosse Herausforderungen. Das spürt auch Kühne+Nagel. Der Konzern musste den Kunden innert kurzer Frist Alternativrouten anbieten, wie Finanzchef Markus Blanka-Graff im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP erklärte. Steigende Kosten, wie für Treibstoff, tragen am Ende die Kunden.

Kühne+Nagel
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«Im Nahen Osten sind die Volumen in der Seefracht mit Beginn des Konflikts vom einen auf den anderen Tag weggefallen», sagte Blanka-Graff am Freitag gegenüber AWP. Das im Seefrachtgeschäft von Kühne+Nagel im ersten Quartal 2026 leicht gesunkene Volumen sei aber auch darauf zurückzuführen, dass im Vorjahr viele Firmen mit der Sorge vor hohen US-Zöllen ihre Produkte vorzeitig in die USA verfrachtet hätten.

«Wir bieten unseren Kunden Alternativrouten über den Landweg und andere Häfen an. Diese Umstellungen brauchen Zeit», fuhr der Finanzchef mit Blick auf den Nahen Osten fort. Kurzfristig habe etwa auch die Nachfrage in der Luftfracht zugenommen. In dieser Sparte weist der Konzern für das erste Quartal gegenüber dem Vorjahr global eine stabile Volumenentwicklung aus.

Die angespannte Lage im Nahen Osten dürfte die Profitabilität der Logistiker allerdings kaum belasten, im Gegenteil. «Die Disruption auf den Transportrouten im Nahen Osten sowie steigende Kosten für Treibstoff und Risiken haben die Frachtraten in die Höhe getrieben. Davon dürften wir in den kommenden Quartalen leicht profitieren», sagte Blanka-Graff weiter. Höhere Kosten hätten in erster Linie die Kunden zu tragen.

In der Luftfracht könnten höhere Treibstoffpreise auf die lange Sicht zu einem Problem werden. «Kurzfristig hat die Nachfrage in der Luftfracht im Zuge der Entwicklungen im Nahen Osten zugenommen. Mittelfristig rechnen wir aber auch damit, dass die gestiegenen Kerosinpreise die Entwicklungen in der Luftfracht eher dämpfen.»

Der Kühne+Nagel-CFO hofft derweil, dass sich die Situation im Nahen Osten bald entspannt und eine Friedenslösung auch in der Logistik für stabile Verhältnisse sorgt. Bis aber die Schiffrouten auf den Weltmeeren und die Abfertigung an den Häfen wieder den «Courant Normal» erreichen, rechnet die Branche mit bis zu einem Monat.

«Die Reeder gehen davon aus, dass die Normalisierung der Transportwege im Nahen Osten rund sechs bis acht Wochen in Anspruch nehmen wird», so Blanka-Graff. Zudem sei in einer ersten Welle auch mit Verzögerungen auf den Routen und vor allem an den Ankunftshäfen zu rechnen.

«Damit eine Normalisierung im Schiffsverkehr aber überhaupt möglich sein wird, braucht es nachhaltig sichere Durchfahrtswege», betonte der Logistikexperte. Schliesslich seien die Reeder in Krisensituationen auf Sicherheit bedacht, bevor sie ihre Schiffe durch unsichere Gewässer fahren lassen.

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User #1717 (nicht angemeldet)

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