Software-Abos kosten in der Schweiz deutlich mehr als in Deutschland
Wer in der Schweiz ein Software-Abo kauft, zahlt deutlich mehr als im Nachbarland Deutschland. Dazu gebe es keinen Grund, moniert der Konsumentenschutz.

Das Wichtigste in Kürze
- Software-Abos sind in der Schweiz oft massiv teurer als in Deutschland.
- Zudem wird man in der Schweiz durch Geoblocking daran gehindert, das Abo günstig zu lösen.
- Das sei ein Unding, moniert der Konsumentenschutz.
Die Schweiz ist bekanntlich eine Hochpreisinsel.
Doch: Manchmal gibt es für die hohen Preise im Vergleich zum Ausland gar keinen Grund. So etwa auch, wenn es um Software-Abonnemente geht, beklagt der Konsumentenschutz.
Diese Software-Produkte sind in der Schweiz massiv teurer als im Nachbarland Deutschland. Das zeigt sich beispielsweise dann, wenn es um das Erstellen einer Website geht.
Websiten-Abo kostet in der Schweiz mehr als doppelt so viel
Nutzt man hierzulande dafür den Service «Jimdo Start», bezahlt man in der Schweiz stolze 24 Franken – pro Monat.
Derweil zeigt ein Blick über die nördliche Landesgrenze: In Deutschland kostet das gleiche Abo nur 12.20 Euro (umgerechnet rund 11.20 Franken). Für das Abo bezahlt man also weniger als die Hälfte des Schweizer Preises – für die gleiche Leistung.
Ein weiteres Problem: Es ist für die Schweizer Kundinnen und Kunden nicht möglich, das Abo zum Euro-Preis zu kaufen.
Um den günstigeren Preis überhaupt sichten zu können, sei ein VPN notwendig. Denn: Dank Geoblocking ist es aus der Schweiz nicht möglich, das Abo zum deutschen Preis zu lösen.
Unternehmen fügt nach Konsumentenschutz-Anfrage mehr Funktionen hinzu
Das sei widerrechtlich, moniert der Konsumentenschutz. Denn: «Das Geoblocking ist dank der Fair-Preis-Initiative des Konsumentenschutzes und anderer Verbände seit 2022 verboten.»
Für den Konsumentenschutz ist der massive Preisaufschlag von «Jimdo» ein No-Go. Er fragt laut einer Medienmitteilung beim Unternehmen an, wie sich der deutlich höhere Preis in der Schweiz erklären lasse.
Die Reaktion darauf kommt postwendend: Kurz nach der Anfrage beinhaltete das Paket für die Schweizer Kundschaft plötzlich zusätzliche Funktionen. Eine Reaktion auf die Anfrage des Konsumentenschutzes?
Auch andere Abos sind hierzulande teurer
«Jimdo» ist aber bei weitem nicht das einzige Unternehmen, das rein digitale Angebote in der Schweiz teurer verkauft. Auch bei «Canva Pro» muss man in der Schweiz massiv mehr bezahlen als in Deutschland.
Während ein Abo in der Schweiz jährlich 128 Franken kostet, erhält man es in Deutschland für umgerechnet 101.15 Franken.

Für die Schweiz ist das ein Preisaufschlag von 26.5 Prozent. Und auch hier greift Geoblocking. Konkret heisst das: Ohne VPN ist es nicht möglich, das Abo günstiger zu erwerben.
Insgesamt sind es acht von zehn Software-Abos, die in der Schweiz teurer sind als im nahen Ausland, schreibt der Konsumentenschutz. Deren sechs schützen sich mit Geoblocking davor, zum preisgünstigeren Auslandtarif abonniert zu werden.
«Schlüssige Antworten blieben aus»
Für den Konsumentenschutz ein Unding, denn: Wie lassen sich bei «rein digitalen Angeboten wie einer Software» solche massiven Preisunterschiede erklären?
Das können offenbar nicht einmal die betroffenen Unternehmen mit Sicherheit sagen, wie der Konsumentenschutz in einer Medienmitteilung schreibt.
Er erklärt: «Auf Nachfrage haben nur vier von acht Unternehmen reagiert. Schlüssige Antworten blieben allerdings aus.»











