Iran-Ticker: Nahost-Konflikt belastet Schweizer Börse weiter
Nach dem US-Zugriff auf einen iranischen Frachter droht Teheran mit Vergeltung – und lehnt weitere Verhandlungen ab.
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Das Wichtigste in Kürze
- Nach dem US-Zugriff auf einen iranischen Frachter droht Teheran mit Vergeltung.
- Die USA verschärfen ihre Seeblockade – bereits 25 Schiffe mussten umkehren.
- Iran lehnt eine zweite Verhandlungsrunde mit Washington ab.
Die Lage zwischen den USA und Iran spitzt sich weiter dramatisch zu. Nach dem US-Zugriff auf einen iranischen Frachter im Arabischen Meer droht Teheran mit Vergeltung: Man werde «bald reagieren», liess Irans Militär verlauten und sprach von «bewaffneter Seepiraterie».
Das Kriegsschiff «USS Spruance» hatte den Frachter nach stundenlangen Warnungen beschossen und unter Kontrolle gebracht – das Schiff war auf dem Weg nach Bandar Abbas.
Parallel dazu hat Teheran eine zweite Verhandlungsrunde mit Washington abgelehnt – die US-Forderungen und die anhaltende Seeblockade böten «keine aussichtsreiche Perspektive für seriöse Verhandlungen».
Wegen den Spannungen rund um die Strasse von Hormus sind auch die Ölpreise erneut deutlich angestiegen.
Im Ticker von Nau.ch bleibst du über die Lage im Nahen Osten auf dem Laufenden.
Iran nennt Hindernis für Gespräche – schliesst sie aber nicht aus
22.01: Der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi hat den USA neue Vorwürfe gemacht – eine neue Verhandlungsrunde aber nicht explizit ausgeschlossen. «Die Provokationen, die Drohrhetorik und die anhaltenden Verstösse der USA gegen die Waffenruhe, insbesondere die Angriffe auf iranische Handelsschiffe, sind ein erhebliches Hindernis für eine Fortsetzung des diplomatischen Prozesses», sagte er einem Bericht der Nachrichtenagentur Tasnim zufolge in einem Telefonat mit seinem pakistanischen Amtskollegen. «Der Iran wird die Umstände genauestens abwägen und dann über den weiteren Weg entscheiden.»
Irans Aussenamtssprecher hatte zuvor bei einer Pressekonferenz in Teheran gesagt, der Iran habe noch keine Entscheidung über weitere Verhandlungen mit den USA getroffen. Eine weitere Verhandlungsrunde sei aktuell nicht geplant, so der Sprecher.

Der pakistanische Aussenminister Ishaq Dar appellierte an Araghtschi, den Dialog schnellstmöglich fortzusetzen, um Frieden sowie Stabilität in der Region zu fördern, wie das Aussenministerium auf der Plattform X zu dem Telefonat mitteilte. Ähnlich hatte er sich bereits in einem Telefonat am Sonntag geäussert.
US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntag vor dem Hintergrund der am Mittwoch auslaufenden Waffenruhe mitgeteilt, erneut eine Delegation für Verhandlungen nach Islamabad zu schicken. Die Deutsche Presse-Agentur erfuhr von einer mit der Angelegenheit vertrauten Person, dass die US-Delegation plane, «bald» nach Pakistan aufzubrechen.
Vor gut einer Woche fand in Islambad bereits eine erste Verhandlungsrunde hochrangiger Vertreter aus Washington und Teheran statt. Die Gespräche endeten jedoch ohne Ergebnis.
Libanon meldet Verletzte nach israelischem Angriff
21.33: Bei einem israelischen Angriff im Libanon sind nach Behördenangaben trotz einer geltenden Waffenruhe mehrere Menschen verletzt worden. Das Gesundheitsministerium in der Hauptstadt Beirut meldete, dass bei einem Angriff in der Provinz Nabatija im Südlibanon sechs Menschen verletzt wurden. Ein israelischer Armeesprecher dementierte den Angriff. Er sagte, man habe keine Informationen zu einem solchen Angriff Israels.
Seit vergangener Woche gilt nach mehr als sechs Wochen Krieg eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon. In der aktuellen Vereinbarung heisst es, Israel soll zwar «offensive» Einsätze gegen Ziele im Libanon unterlassen, das Land darf sich jedoch gegen geplante, unmittelbar bevorstehende oder andauernde Angriffe verteidigen.

Viele im Libanon fürchten sich vor einer Wiederholung der Ereignisse der Waffenruhe von 2024. Ein monatelanger gegenseitiger Beschuss führte bereits damals zu einem offenen Krieg zwischen Israel und der Hisbollah. Ende November 2024 wurde eine Waffenruhe beschlossen. Doch beide Seiten warfen sich immer wieder Verstösse vor. Das israelische Militär griff weiter nahezu täglich im Nachbarland an. Dabei wurden nach UN-Angaben auch Dutzende Zivilistinnen und Zivilisten getötet.
Israelische Soldaten sind auch weiterhin im Südlibanon stationiert. Die Hisbollah gab an, dort am Nachmittag israelische Panzer angegriffen zu haben.
Trump: Stehe nicht unter Druck einen Deal mit Iran zu erzielen
20.24: Auf seiner Plattform Truth Social betonte Trump, dass er unter keinerlei Druck stünde, einen Deal mit dem Iran zu erzielen. Gleichzeitig bekräftigte er, dass alles «relativ schnell» über die Bühne gehen werde. Der US-Präsident hatte bereits mehrfach betont, die USA und der Iran stünden kurz vor einem Deal.
Israel: Tödliche Angriffe auf Terroristen im Libanon
19.43: Ungeachtet der Waffenruhe mit Israel gibt es im Libanon weiter Tote bei gewaltsamen Konfrontationen. Bei zwei Einsätzen hätten israelische Soldaten im Südlibanon «Terroristen ausgeschaltet», teilte die Armee mit. Diese verstiessen demnach gegen die Waffenruhe und näherten sich den Soldaten; es habe eine «unmittelbare Bedrohung» gegeben. Die Luftwaffe habe auf Anweisung von Bodentruppen geschossen. Es war zunächst unklar, wie viele Tote es bei den Vorfällen gab.
In der Nacht zum Freitag war im Libanon eine zehntägige Waffenruhe im Konflikt zwischen der libanesischen Hisbollah-Miliz und Israel in Kraft getreten. Seitdem kam es aber zu neuen Zwischenfällen. Israelische Soldaten sind weiterhin im Südlibanon stationiert. Israel hat dort nach eigenen Angaben eine sogenannte «Sicherheitszone» eingerichtet, die zum Schutz der nordisraelischen Ortschaften vor Hisbollah-Angriffen dienen solle. Die libanesische Führung spricht dagegen von einer Besatzung seines Staatsgebiets.
Trump: Waffenruhe-Verlängerung ohne Deal «unwahrscheinlich»
19.07: US-Präsident Donald Trump hält eine Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran für «sehr unwahrscheinlich», sollte es vor deren Ablauf keine Vereinbarung mit Teheran geben. Die aktuell geltende Feuerpause laufe am Mittwochabend (Ortszeit Washington) aus, zitierte ihn die Nachrichtenagentur Bloomberg nach einem Telefoninterview.

Trump hatte die zweiwöchige Waffenruhe nach Mitternacht (MESZ) am 8. April, einem Mittwoch, verkündet. Vielfach war das Ende der Waffenruhe für diese Woche daher mit der Nacht zu Mittwoch angegeben worden.
Es ist weiterhin offen, ob und wenn ja, wann es eine weitere Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran geben wird. Die US-Delegation soll laut einer mit der Angelegenheit vertrauten Quelle «bald» in die pakistanische Hauptstadt Islamabad aufbrechen. Der Iran hat einer zweiten Verhandlungsrunde offiziell allerdings noch nicht zugestimmt.
Vor gut einer Woche fand in Islambad bereits eine erste Verhandlungsrunde hochrangiger Delegationen aus Washington und Teheran statt – sie endete ohne Ergebnis.
Schweizer Börse schliesst wegen erneuter Iran-Unsicherheit im Minus
18.52: Der Schweizer Aktienmarkt ist mit klaren Verlusten in die neue Handelswoche gestartet. Grund war die Unsicherheit über eine Verlängerung der Waffenruhe im Iran. Auch die Lage in der Strasse von Hormus bereitet den Anlegern Sorgen.
«Nach jeder Menge Hoffnung noch am Freitagnachmittag ist über das Wochenende die Verunsicherung an die Börse zurückgekehrt», sagte ein Marktbeobachter. Kurz vor Ablauf der Feuerpause am Mittwochabend Ortszeit in Washington sei der weitere Verlauf der Verhandlungen zwischen Washington und Teheran völlig unklar.
Am Montagnachmittag sagte US-Präsident Donald Trump zu Bloomberg, es sei «sehr unwahrscheinlich», dass er die zweiwöchige Waffenruhe mit dem Iran verlängern werde, falls vor deren Ablauf keine für ihn zufriedenstellende Einigung erzielt werde. Und die wichtige Strasse von Hormus bleibe so lange blockiert, bis eine endgültige Vereinbarung getroffen sei.

Analog zur erhöhten Unsicherheit sind auch die Ölpreise gestiegen. Je länger sich diese auf dem jetzigen hohen Niveau halten, desto grösser würden die Auswirkungen auf die Inflation und das Konsumverhalten, warnte ein Börsianer.
Der Schweizer Leitindex SMI schloss am Montag um 1,1 Prozent tiefer bei 13'284 Punkten. Am vergangenen Freitag war der Schweizer Leitindex noch um knapp 2 Prozent hochgesprungen. Auch die anderen europäischen Leidindizes schlossen im Minus, während die US-Börsen zur Berichtszeit ebenfalls nachgaben.
Kreise: US-Delegation bricht «bald» nach Pakistan auf
18.35: Vor einer möglichen zweiten Verhandlungsrunde mit dem Iran plant die US-Delegation laut einer mit der Angelegenheit vertrauten Quelle, «bald» in die pakistanische Hauptstadt Islamabad aufzubrechen. Das erfuhr die Deutschen Presse-Agentur am späten Montagvormittag (Ortszeit Washington). Nach Informationen der «New York Times» und des Senders CNN wird aktuell erwartet, dass sich die Delegation um US-Vizepräsident JD Vance am Dienstag auf den Weg macht.
Die «New York Post» wiederum hatte Trump nach einem Telefoninterview am Morgen (Ortszeit Washington) mit der Angabe zitiert, dass die US-Delegation bereits heute Abend (Ortszeit Islamabad) in Pakistan eintreffen werde. Demnach gab sich Trump zuversichtlich, dass es zu Verhandlungen kommen werde: «Es ist vorgesehen, dass wir die Gespräche führen». Er gehe daher davon aus, dass zu diesem Zeitpunkt «niemand Spielchen spielt».

Kurz vor dem Auslaufen der Feuerpause im Iran-Krieg an diesem Mittwoch hatte Trump am Wochenende seine Bereitschaft zu neuen Verhandlungen angekündigt. Seine Vertreter seien am Montagabend in Islamabad, schrieb er auf der Plattform Truth Social ohne Angaben zur Zeitzone zu machen. Der Iran hat einer zweiten Verhandlungsrunde offiziell noch nicht zugestimmt.
Vor gut einer Woche fand in Islambad bereits eine erste Verhandlungsrunde hochrangiger Delegationen aus Washington und Teheran statt, die auf US-Seite ebenfalls von Vance geleitet wurde. Die Gespräche endeten jedoch ohne Ergebnis.
US-Seeblockade Hürde für weitere Verhandlungen zwischen Iran und USA
17.55: Die Seeblockade der US-Streitkräfte vor der Strasse von Hormus ist nach iranischen Angaben eine Hürde für weitere Gespräche zwischen den Kriegsparteien. Eine iranische Teilnahme an dem «von den USA inszenierten Schauspiel» sei an die Erfüllung von Vorbedingungen geknüpft, hiess es in einem Bericht der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim. Dazu gehöre unter anderem die Aufhebung der Seeblockade in der Strasse von Hormus, so der Bericht.
Der Tasnim-Bericht bezog sich auf unbestätigte US-Medienberichte über eine bevorstehende Reise von US-Vizepräsident JD Vance nach Pakistan für weitere Verhandlungen.

Auch aus pakistanischen Sicherheitskreisen erfuhr die Deutsche Presse-Agentur, dass die US-Seeblockade eine zentrale Hürde für weitere Verhandlungen ist. Der pakistanische Armeechef, Feldmarschall Asim Munir, habe US-Präsident Donald Trump zuletzt in Telefonaten mitgeteilt, Iran wolle eine Aufhebung der US-Seeblockade als Voraussetzung zur Teilnahme an einer zweiten Verhandlungsrunde, hiess es. Munir habe in den vergangenen 36 Stunden dreimal mit Trump gesprochen.
Trump machte unterdessen klar, an der Seeblockade festhalten zu wollen, bis es eine Einigung mit dem Iran gibt. Der Iran dränge auf eine Aufhebung – die werde es aber nicht geben «bis ein Deal unterzeichnet ist», zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg den US-Präsidenten aus einem Telefoninterview.
Medien: Neue Verhandlungen Israels mit Libanon am Donnerstag
17.33: Die Gespräche auf Botschafterebene zwischen Israel und dem Libanon sollen nach israelischen Medienberichten am Donnerstag in Washington fortgesetzt werden. Dies berichteten das israelische Nachrichtenportal «ynet» und die «Jerusalem Post». Offiziell gab es zunächst keine Bestätigung dafür.
Vor knapp einer Woche hatte sich in Washington die libanesische Botschafterin in den USA, Nada Hamadeh Moawad, mit dem israelischen Vertreter in Washington, Jechiel Leiter, getroffen. Es war das erste direkte Gespräch von Repräsentanten beider Länder seit Jahrzehnten. Auch US-Aussenminister Marco Rubio war zugegen.

Israel strebt nach Worten des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu mit den direkten Verhandlungen ein dauerhaftes Friedensabkommen mit dem Libanon an. Er fordert auch eine Entwaffnung der mit dem Iran verbündeten libanesischen Hisbollah-Miliz, mit der Israel bis zuletzt wieder im offenen Krieg stand.
Die libanesische Regierung will eine dauerhafte Waffenruhe und einen Abzug der israelischen Soldaten aus dem Süden des Libanons erreichen. Israel hat dort nach eigenen Angaben eine sogenannte «Sicherheitszone» eingerichtet, die libanesische Führung spricht dagegen von Besatzung libanesischem Bodens.
In der Nacht zum Freitag war im Libanon eine zehntägige Waffenruhe in Kraft getreten. Seitdem kam es aber zu neuen Zwischenfällen. Die vergangenen sechs Wochen hatte die Hisbollah-Miliz mit Israel Krieg geführt. Die libanesische Regierung und ihre Armee sind nicht Konfliktpartei.
Zweite Verhandlungsrunde zwischen Iran und USA weiter offen
15.10: Kurz vor dem Auslaufen der Feuerpause im Iran-Krieg am Mittwoch ist der Fortgang von Verhandlungen zwischen Washington und Teheran weiter offen.
Pakistans Innenminister Mohsin Naqvi empfing unterdessen bei zwei verschiedenen Treffen diplomatische Vertreter aus dem Iran und den USA.

Dabei sei unter anderem über die Sicherheit in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad vor einer möglichen zweiten Verhandlungsrunde gesprochen worden, hiess es in einer Mitteilung.
Libanon: Ausschliesslich Regierung verhandelt mit Israel
14.44: Der Libanon will künftige bilaterale Verhandlungen mit Israel ausschliesslich über eine Delegation unter dem ehemaligen Botschafter in Washington, Simon Karam, führen.
Keine andere Partei werde an dem Prozess beteiligt oder den Libanon vertreten, betonte Präsident Aoun in der Hauptstadt Beirut.

«Die Entscheidung für Verhandlungen zielt darauf ab, die Feindseligkeiten zu beenden, die israelische Besetzung südlicher Gebiete zu beenden und die Armee bis zu den international anerkannten südlichen Grenzen zu stationieren», betonte Aoun.
China nach US-Vorgehen gegen iranischen Frachter besorgt
10.47: China hat das Vorgehen der USA in der Strasse von Hormus kritisiert. «Wir sind besorgt über das gewaltsame Eingreifen der USA gegenüber betreffenden Schiffen», sagte Aussenamtssprecher Guo Jiakun in Peking.
China hoffe, dass sich die jeweiligen Seiten verantwortungsvoll verhalten und an die Vereinbarung zur Waffenruhe halten würden, sagte er.
Anhaltende Spannungen im Nahen Osten belasten die Börse
10.20: Zerplatzte Friedenshoffnungen im Nahen Osten sorgen am Montag am Schweizer Aktienmarkt für Ernüchterung.
Nachdem am Freitag die Erwartung einer zeitnahen Lösung des Konflikts die Kurse noch in die Höhe getrieben hatte, lassen der SMI wie auch seine europäischen Pendants zum Wochenstart Federn.

Gegen 09.45 Uhr verliert der SMI deutliche 1,5 Prozent auf 13'221 Punkte, nachdem er am Freitag noch um beinahe 2 Prozent nach oben ging. Auf der internationalen Bühne fällt der deutsche DAX um 1,3 Prozent oder der FTSE 100 in London um 0,6 Prozent zurück.
Irans Präsident fordert Diplomatie trotz Misstrauens
10.01: Irans Präsident Massud Peseschkian hat sich trotz grossen Misstrauens gegenüber den USA für Diplomatie ausgesprochen. Krieg sei für niemanden von Vorteil, sagte der Regierungschef laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna bei einer Sitzung.

«Während man gleichzeitig gegenüber Bedrohungen standhaft bleibt, muss man jeden rationalen und diplomatischen Weg nutzen, um Spannungen zu reduzieren», sagte Peseschkian. «Gleichzeitig ist Misstrauen gegenüber dem Feind und Wachsamkeit in den Interaktionen eine unvermeidliche Notwendigkeit.»
Irans Aussenministerium: Aktuell keine Verhandlungen geplant
09.57: Während sich Pakistan bereits auf potenzielle Gespräche vorbereitet, gibt der Iran an, dass man noch keine Entscheidung über weitere Verhandlungen mit den USA getroffen habe.
«In dieser Hinsicht wurde keine Entscheidung getroffen», sagte Aussenamtssprecher Ismail Baghai bei einer Pressekonferenz in Teheran. Eine weitere Verhandlungsrunde sei aktuell nicht geplant, sagte der Sprecher.
Pakistan bereitet sich auf potenzielle Gespräche vor
09.39: In Pakistan laufen die Vorbereitungen für die nächste Runde potenzieller Friedensgespräche auf Hochtouren. Rund um die «rote Zone», in der sich die diplomatischen Vertretungen und Regierungsmitglieder aufhalten, stehen Sicherheitskräfte Wache.
Wichtige Strassen wurden gesperrt, der öffentliche Nahverkehr wurde eingestellt. Am frühen Montagmorgen landete ein Flugzeug des Typs Boeing C-17A McChord der US-Luftwaffe auf dem Militärflugplatz in Rawalpindi.

Pakistan gilt als zentraler Vermittler zwischen den Kriegsparteien im Nahost-Konflikt.
Gerichtsmedizin: Mehr als 3.300 Kriegstote im Iran
09.28: Im Iran sind bei den israelisch-amerikanischen Bombardierungen nach Worten eines Mediziners 3.375 Menschen getötet worden.
Dabei handele es sich um endgültige Zahlen, sagte der Leiter der iranischen Gesellschaft für Rechtsmedizin, Abbas Masdschedi Arani, laut einem Bericht des Onlineportals «Jamaran».

Der Gerichtsmedizin zufolge waren unter den Toten 496 Frauen sowie 383 Kinder und Minderjährige. Die meisten Opfer gab es demnach in der Hauptstadt Teheran, Isfahan im Zentrum des Landes sowie der Küstenprovinz Hormusgan.
Die tatsächliche Zahl der Toten dürfte deutlich höher liegen.
Europäischer Gaspreis steigt deutlich
09.04: Der Preis für europäisches Erdgas ist nach Rücknahme der Öffnung der Strasse von Hormus durch den Iran deutlich gestiegen.

An der Börse in Amsterdam legte die Notierung für den richtungweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat um fast sechs Prozent auf 41,02 Euro je Megawattstunde (MWh) zu.
Am Wochenende hatte der Iran die angekündigte Öffnung der Strasse von Hormus wieder rückgängig gemacht. Teheran geht dort militärisch gegen Schiffe vor.
Iran lässt zwei Männer nach Spionagevorwürfen hinrichten
08.25: Irans Justiz hat zwei Männer nach Spionagevorwürfen hinrichten lassen. Die Exekution erfolgte im Morgengrauen, wie die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan berichtete. Ein Revolutionsgericht in der Grossstadt Karadsch bei Teheran hatte das Urteil gesprochen.
Irans Justiz warf den beiden Männern vor, für den israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad spioniert zu haben. Wann sie festgenommen wurden und wann das Urteil fiel, blieb zunächst unklar.
So griff US-Marine das Handelsschiff an
08.04: Die US-Marines haben ein weiteres Video veröffentlicht, das den Angriff des unter iranischer Flagge fahrenden Schiffs zeigen soll. Die Marines hätten sich demnach auf das fahrende Schiff abgeseilt.
U.S. Marines depart amphibious assault ship USS Tripoli (LHA 7) by helicopter and transit over the Arabian Sea to board and seize M/V Touska. The Marines rappelled onto the Iranian-flagged vessel, April 19, after guided-missile destroyer USS Spruance (DDG 111) disabled Touska’s… pic.twitter.com/mFxI5RzYCS
— U.S. Central Command (@CENTCOM) April 20, 2026
Zuvor habe man den Antrieb der M/V Touska ausser Gefecht gesetzt.
Video zeigt US-Angriff auf Tanker in Hormus-Strasse
07.30: US-Streitkräfte haben gemäss eigenen Angaben ein unter iranischer Flagge fahrendes Frachtschiff angegriffen, das einen iranischen Hafen ansteuerte.
Die M/V Touska sei mit einer Geschwindigkeit von 17 Knoten auf dem Weg nach Bandar Abbas unterwegs gewesen. Man habe mehrere Warnungen abgegeben und der Besatzung mitgeteilt, dass sie gegen die US-Blockade der Strasse von Hormus verstosse.

Die Besatzung habe während sechs Stunden nicht auf die Warnungen reagiert. US-Streitkräfte hätten deshalb mehrere Schüsse auf den Maschinenraum des Schiffes abgefeuert. Dieses befinde sich nun in US-Gewahrsam.
Iran greift laut eigenen Angaben US-Kriegsschiffe an
04.11: Iranische Streitkräfte haben laut der halbamtlichen Nachrichtenagentur Tasnim US-Kriegsschiffe im Golf von Oman mit Drohnen angegriffen. Die Attacke sei eine direkte Vergeltung für das Vorgehen der US-Marine gegen einen iranischen Frachter, der zuvor geentert und unter US-Kontrolle gebracht worden war.
Details zum Ausmass der Angriffe nannte Tasnim nicht: Weder zur Anzahl der eingesetzten Drohnen noch zu möglichen Schäden an den amerikanischen Schiffen gibt es bislang Informationen.
Ölpreise steigen wegen Spannungen in Strasse von Hormus deutlich
02.51: Vor dem Hintergrund neuer Spannungen zwischen den USA und dem Iran kostet Rohöl wieder deutlich mehr. Die Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni ging mit einem Kurs von knapp 97 US-Dollar in die Handelswoche.

Brent war damit über sieben Prozent teurer als noch in der vergangenen Woche. Die US-Sorte WTI legte ähnlich stark zu. Zu Beginn des Krieges Ende Februar lag der Preis für Brent noch bei unter 70 Dollar.
Irans Militär: Werden auf US-Angriff auf Frachter reagieren
02.00: Irans Militär hat den USA nach dem Angriff auf ein iranisches Frachtschiff im Arabischen Meer «bewaffnete Seepiraterie» vorgeworfen. Man werde «bald reagieren», zitierte der regierungstreue Sender Press TV das iranische Hauptquartier Khatam al-Anbiya.
Die US-Marine hatte den iranischen Frachter zuvor angegriffen und unter ihre Kontrolle gebracht. Wie das US-Regionalkommando Centcom mitteilte, war das Schiff auf dem Weg in die iranische Küstenstadt Bandar Abbas in der Strasse von Hormus.
Die USA haben eine Blockade für Schiffe verhängt, die aus iranischen Häfen auslaufen oder diese ansteuern. Laut Centcom wurden bereits 25 Schiffe angewiesen, umzudrehen oder in ihre iranischen Häfen zurückzukehren.
Israelischer Soldat beschädigt Jesus-Figur im Libanon
00.28: Die israelische Armee bestätigt, dass einer ihrer Soldaten im Südlibanon ein christliches Symbol beschädigt hat. Man nehme den Vorfall äusserst ernst, teilte die Armee am Abend auf X mit. Das Verhalten des Soldaten sei in keiner Weise mit den Werten vereinbar, die von Soldaten erwartet würden.
Am Sonntag hatte die Armee ein Foto veröffentlicht, das zeigt, wie ein Mann in israelischer Armeeuniform mit einem Hammer auf eine von einem Holzkreuz gefallene Figur von Jesus Christus einschlägt. Die Armee teilte mit, es sei nach einer ersten Untersuchung festgestellt worden, dass das Bild einen Soldaten im Südlibanon zeige.
US-Militär hat iranisches Frachtschiff geentert
22.50: Die US-Marine hat im Arabischen Meer einen iranischen Frachter angegriffen und unter ihre Kontrolle gebracht. Wie das US-Regionalkommando Centcom mitteilte, war das Schiff auf dem Weg in die iranische Küstenstadt Bandar Abbas in der Strasse von Hormus. Über sechs Stunden hinweg habe das US-Militär Warnungen ausgesprochen, denen die Besatzung jedoch nicht nachkam.

Das Kriegsschiff «USS Spruance» forderte die Besatzung daraufhin auf, den Maschinenraum zu räumen, und setzte dann mit mehreren Schüssen den Schiffsantrieb ausser Gefecht, wie Centcom weiter mitteilte. Das Schiff stehe nun unter US-Kontrolle.
Bericht: Iran lehnt zweite Verhandlungsrunde mit USA ab
20.39: Die iranische Führung lehnt laut einem Bericht der Staatsagentur Irna ein zweites Treffen mit US-Vertretern ab. Zur Begründung hiess es am Abend, übertriebene Forderungen der USA, deren ständige Kurswechsel und die fortgesetzte Seeblockade iranischer Häfen böten «keine aussichtsreiche Perspektive für seriöse Verhandlungen».
Ausserdem seien die Berichte über eine zweite Verhandlungsrunde in Pakistan kommende Woche Teil einer amerikanischen Medienkampagne, um mit Schuldzuweisungen noch mehr Druck auf Teheran auszuüben.















