Iran-Ticker: Nahost-Konflikt belasten Schweizer Börse weiter
Nach dem US-Zugriff auf einen iranischen Frachter droht Teheran mit Vergeltung – und lehnt weitere Verhandlungen ab.
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Das Wichtigste in Kürze
- Nach dem US-Zugriff auf einen iranischen Frachter droht Teheran mit Vergeltung.
- Die USA verschärfen ihre Seeblockade – bereits 25 Schiffe mussten umkehren.
- Iran lehnt eine zweite Verhandlungsrunde mit Washington ab.
Die Lage zwischen den USA und Iran spitzt sich weiter dramatisch zu. Nach dem US-Zugriff auf einen iranischen Frachter im Arabischen Meer droht Teheran mit Vergeltung: Man werde «bald reagieren», liess Irans Militär verlauten und sprach von «bewaffneter Seepiraterie».
Das Kriegsschiff «USS Spruance» hatte den Frachter nach stundenlangen Warnungen beschossen und unter Kontrolle gebracht – das Schiff war auf dem Weg nach Bandar Abbas.
Parallel dazu hat Teheran eine zweite Verhandlungsrunde mit Washington abgelehnt – die US-Forderungen und die anhaltende Seeblockade böten «keine aussichtsreiche Perspektive für seriöse Verhandlungen».
Wegen den Spannungen rund um die Strasse von Hormus sind auch die Ölpreise erneut deutlich angestiegen.
Im Ticker von Nau.ch bleibst du über die Lage im Nahen Osten auf dem Laufenden.
China nach US-Vorgehen gegen iranischen Frachter besorgt
10.47: China hat das Vorgehen der USA in der Strasse von Hormus kritisiert. «Wir sind besorgt über das gewaltsame Eingreifen der USA gegenüber betreffenden Schiffen», sagte Aussenamtssprecher Guo Jiakun in Peking.
China hoffe, dass sich die jeweiligen Seiten verantwortungsvoll verhalten und an die Vereinbarung zur Waffenruhe halten würden, sagte er.
Anhaltende Spannungen im Nahen Osten belasten die Börse
10.20: Zerplatzte Friedenshoffnungen im Nahen Osten sorgen am Montag am Schweizer Aktienmarkt für Ernüchterung.
Nachdem am Freitag die Erwartung einer zeitnahen Lösung des Konflikts die Kurse noch in die Höhe getrieben hatte, lassen der SMI wie auch seine europäischen Pendants zum Wochenstart Federn.

Gegen 09.45 Uhr verliert der SMI deutliche 1,5 Prozent auf 13'221 Punkte, nachdem er am Freitag noch um beinahe 2 Prozent nach oben ging. Auf der internationalen Bühne fällt der deutsche DAX um 1,3 Prozent oder der FTSE 100 in London um 0,6 Prozent zurück.
Irans Präsident fordert Diplomatie trotz Misstrauens
10.01: Irans Präsident Massud Peseschkian hat sich trotz grossen Misstrauens gegenüber den USA für Diplomatie ausgesprochen. Krieg sei für niemanden von Vorteil, sagte der Regierungschef laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna bei einer Sitzung.

«Während man gleichzeitig gegenüber Bedrohungen standhaft bleibt, muss man jeden rationalen und diplomatischen Weg nutzen, um Spannungen zu reduzieren», sagte Peseschkian. «Gleichzeitig ist Misstrauen gegenüber dem Feind und Wachsamkeit in den Interaktionen eine unvermeidliche Notwendigkeit.»
Irans Aussenministerium: Aktuell keine Verhandlungen geplant
09.57: Während sich Pakistan bereits auf potenzielle Gespräche vorbereitet, gibt der Iran an, dass man noch keine Entscheidung über weitere Verhandlungen mit den USA getroffen habe.
«In dieser Hinsicht wurde keine Entscheidung getroffen», sagte Aussenamtssprecher Ismail Baghai bei einer Pressekonferenz in Teheran. Eine weitere Verhandlungsrunde sei aktuell nicht geplant, sagte der Sprecher.
Pakistan bereitet sich auf potenzielle Gespräche vor
09.39: In Pakistan laufen die Vorbereitungen für die nächste Runde potenzieller Friedensgespräche auf Hochtouren. Rund um die «rote Zone», in der sich die diplomatischen Vertretungen und Regierungsmitglieder aufhalten, stehen Sicherheitskräfte Wache.
Wichtige Strassen wurden gesperrt, der öffentliche Nahverkehr wurde eingestellt. Am frühen Montagmorgen landete ein Flugzeug des Typs Boeing C-17A McChord der US-Luftwaffe auf dem Militärflugplatz in Rawalpindi.

Pakistan gilt als zentraler Vermittler zwischen den Kriegsparteien im Nahost-Konflikt.
Gerichtsmedizin: Mehr als 3.300 Kriegstote im Iran
09.28: Im Iran sind bei den israelisch-amerikanischen Bombardierungen nach Worten eines Mediziners 3.375 Menschen getötet worden.
Dabei handele es sich um endgültige Zahlen, sagte der Leiter der iranischen Gesellschaft für Rechtsmedizin, Abbas Masdschedi Arani, laut einem Bericht des Onlineportals «Jamaran».

Der Gerichtsmedizin zufolge waren unter den Toten 496 Frauen sowie 383 Kinder und Minderjährige. Die meisten Opfer gab es demnach in der Hauptstadt Teheran, Isfahan im Zentrum des Landes sowie der Küstenprovinz Hormusgan.
Die tatsächliche Zahl der Toten dürfte deutlich höher liegen.
Europäischer Gaspreis steigt deutlich
09.04: Der Preis für europäisches Erdgas ist nach Rücknahme der Öffnung der Strasse von Hormus durch den Iran deutlich gestiegen.

An der Börse in Amsterdam legte die Notierung für den richtungweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat um fast sechs Prozent auf 41,02 Euro je Megawattstunde (MWh) zu.
Am Wochenende hatte der Iran die angekündigte Öffnung der Strasse von Hormus wieder rückgängig gemacht. Teheran geht dort militärisch gegen Schiffe vor.
Iran lässt zwei Männer nach Spionagevorwürfen hinrichten
08.25: Irans Justiz hat zwei Männer nach Spionagevorwürfen hinrichten lassen. Die Exekution erfolgte im Morgengrauen, wie die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan berichtete. Ein Revolutionsgericht in der Grossstadt Karadsch bei Teheran hatte das Urteil gesprochen.
Irans Justiz warf den beiden Männern vor, für den israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad spioniert zu haben. Wann sie festgenommen wurden und wann das Urteil fiel, blieb zunächst unklar.
So griff US-Marine das Handelsschiff an
08.04: Die US-Marines haben ein weiteres Video veröffentlicht, das den Angriff des unter iranischer Flagge fahrenden Schiffs zeigen soll. Die Marines hätten sich demnach auf das fahrende Schiff abgeseilt.
U.S. Marines depart amphibious assault ship USS Tripoli (LHA 7) by helicopter and transit over the Arabian Sea to board and seize M/V Touska. The Marines rappelled onto the Iranian-flagged vessel, April 19, after guided-missile destroyer USS Spruance (DDG 111) disabled Touska’s… pic.twitter.com/mFxI5RzYCS
— U.S. Central Command (@CENTCOM) April 20, 2026
Zuvor habe man den Antrieb der M/V Touska ausser Gefecht gesetzt.
Video zeigt US-Angriff auf Tanker in Hormus-Strasse
07.30: US-Streitkräfte haben gemäss eigenen Angaben ein unter iranischer Flagge fahrendes Frachtschiff angegriffen, das einen iranischen Hafen ansteuerte.
Die M/V Touska sei mit einer Geschwindigkeit von 17 Knoten auf dem Weg nach Bandar Abbas unterwegs gewesen. Man habe mehrere Warnungen abgegeben und der Besatzung mitgeteilt, dass sie gegen die US-Blockade der Strasse von Hormus verstosse.

Die Besatzung habe während sechs Stunden nicht auf die Warnungen reagiert. US-Streitkräfte hätten deshalb mehrere Schüsse auf den Maschinenraum des Schiffes abgefeuert. Dieses befinde sich nun in US-Gewahrsam.
Iran greift laut eigenen Angaben US-Kriegsschiffe an
04.11: Iranische Streitkräfte haben laut der halbamtlichen Nachrichtenagentur Tasnim US-Kriegsschiffe im Golf von Oman mit Drohnen angegriffen. Die Attacke sei eine direkte Vergeltung für das Vorgehen der US-Marine gegen einen iranischen Frachter, der zuvor geentert und unter US-Kontrolle gebracht worden war.
Details zum Ausmass der Angriffe nannte Tasnim nicht: Weder zur Anzahl der eingesetzten Drohnen noch zu möglichen Schäden an den amerikanischen Schiffen gibt es bislang Informationen.
Ölpreise steigen wegen Spannungen in Strasse von Hormus deutlich
02.51: Vor dem Hintergrund neuer Spannungen zwischen den USA und dem Iran kostet Rohöl wieder deutlich mehr. Die Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni ging mit einem Kurs von knapp 97 US-Dollar in die Handelswoche.

Brent war damit über sieben Prozent teurer als noch in der vergangenen Woche. Die US-Sorte WTI legte ähnlich stark zu. Zu Beginn des Krieges Ende Februar lag der Preis für Brent noch bei unter 70 Dollar.
Irans Militär: Werden auf US-Angriff auf Frachter reagieren
02.00: Irans Militär hat den USA nach dem Angriff auf ein iranisches Frachtschiff im Arabischen Meer «bewaffnete Seepiraterie» vorgeworfen. Man werde «bald reagieren», zitierte der regierungstreue Sender Press TV das iranische Hauptquartier Khatam al-Anbiya.
Die US-Marine hatte den iranischen Frachter zuvor angegriffen und unter ihre Kontrolle gebracht. Wie das US-Regionalkommando Centcom mitteilte, war das Schiff auf dem Weg in die iranische Küstenstadt Bandar Abbas in der Strasse von Hormus.
Die USA haben eine Blockade für Schiffe verhängt, die aus iranischen Häfen auslaufen oder diese ansteuern. Laut Centcom wurden bereits 25 Schiffe angewiesen, umzudrehen oder in ihre iranischen Häfen zurückzukehren.
Israelischer Soldat beschädigt Jesus-Figur im Libanon
00.28: Die israelische Armee bestätigt, dass einer ihrer Soldaten im Südlibanon ein christliches Symbol beschädigt hat. Man nehme den Vorfall äusserst ernst, teilte die Armee am Abend auf X mit. Das Verhalten des Soldaten sei in keiner Weise mit den Werten vereinbar, die von Soldaten erwartet würden.
Am Sonntag hatte die Armee ein Foto veröffentlicht, das zeigt, wie ein Mann in israelischer Armeeuniform mit einem Hammer auf eine von einem Holzkreuz gefallene Figur von Jesus Christus einschlägt. Die Armee teilte mit, es sei nach einer ersten Untersuchung festgestellt worden, dass das Bild einen Soldaten im Südlibanon zeige.
US-Militär hat iranisches Frachtschiff geentert
22.50: Die US-Marine hat im Arabischen Meer einen iranischen Frachter angegriffen und unter ihre Kontrolle gebracht. Wie das US-Regionalkommando Centcom mitteilte, war das Schiff auf dem Weg in die iranische Küstenstadt Bandar Abbas in der Strasse von Hormus. Über sechs Stunden hinweg habe das US-Militär Warnungen ausgesprochen, denen die Besatzung jedoch nicht nachkam.

Das Kriegsschiff «USS Spruance» forderte die Besatzung daraufhin auf, den Maschinenraum zu räumen, und setzte dann mit mehreren Schüssen den Schiffsantrieb ausser Gefecht, wie Centcom weiter mitteilte. Das Schiff stehe nun unter US-Kontrolle.
Bericht: Iran lehnt zweite Verhandlungsrunde mit USA ab
20.39: Die iranische Führung lehnt laut einem Bericht der Staatsagentur Irna ein zweites Treffen mit US-Vertretern ab. Zur Begründung hiess es am Abend, übertriebene Forderungen der USA, deren ständige Kurswechsel und die fortgesetzte Seeblockade iranischer Häfen böten «keine aussichtsreiche Perspektive für seriöse Verhandlungen».
Ausserdem seien die Berichte über eine zweite Verhandlungsrunde in Pakistan kommende Woche Teil einer amerikanischen Medienkampagne, um mit Schuldzuweisungen noch mehr Druck auf Teheran auszuüben.
















