Arbeitsrechtler hält Kündigung von SRF-Schmitz für möglich
Nach den alten Facebook-Posts steht Pascal Schmitz stark unter Druck. Ein Arbeitsrechtler sagt: Eine ordentliche Kündigung bei SRF wäre durchaus denkbar.

Das Wichtigste in Kürze
- Fischer-Skandal-Enthüller Schmitz gerät wegen alter rassistischer Posts unter Druck.
- Als SCRJ-Speaker trat er zurück, bei Schweiz aktuell ist er nicht mehr vor der Kamera.
- Ein Arbeitsrechtler hält eine ordentliche Kündigung bei SRF für durchaus möglich.
Ob Pascal Schmitz geahnt hat, was seine Recherche für ihn selbst auslösen würde? Ausgerechnet jener SRF-Journalist, der die Fischer-Covid-Affäre ins Rollen brachte, gerät nun selbst massiv unter Druck.
Denn: Nicht nur den entlassenen Eishockey-Nationaltrainer, sondern auch Schmitz holen nun seine früheren Verfehlungen ein.
Rücktritt als Speaker und Sendepause wegen Rassismus-Posts
Die «Weltwoche» veröffentlichte alte Facebook-Posts, in denen sich der Journalist vor rund 15 Jahren beleidigend äusserte und rassistische Klischees bediente.
So nannte er einen saudischen Schiedsrichter nach einem WM-Spiel einen «gelben arabischen Hurensohn», der künftig besser «Kamelrennen pfeifen» solle.
Auch diese Enthüllung hatte umgehend Folgen: Schmitz trat per sofort als Stadionspeaker der Rapperswil-Jona Lakers zurück. Doch nicht nur das: Bei «Schweiz aktuell» darf der Moderator vorerst nicht mehr vor der Kamera stehen.
Inzwischen werden sogar Stimmen laut, die SRF zu einem härteren Schritt auffordern: Schmitz solle nicht nur eine Sendepause erhalten, sondern ganz entlassen werden. Doch wäre das arbeitsrechtlich überhaupt möglich?
Arbeitsrechtlich wäre eine Kündigung denkbar
«Faktisch ja, da der Kündigungsschutz in der Schweiz vergleichsweise schwach ausgestaltet ist.» Das sagt Roger Rudolph, Professor für Arbeitsrecht an der Universität Zürich.
Zwar schliesst Rudolph eine fristlose Entlassung aus. Dafür lägen die Aussagen zu lange zurück, zudem fielen sie in die Zeit vor Schmitz’ Anstellung bei SRF.

«Eine ordentliche Kündigung unter Einhaltung der Kündigungsfrist ist dagegen vorstellbar. Denn die Hürde hierfür ist deutlich tiefer und insbesondere leistungs- oder verhaltensbezogene Gründe in der Regel ausreichen» erklärt Rudolph.
Schmitz könnte eine solche Entlassung zwar als missbräuchlich anfechten. «Selbst wenn er damit erfolgreich wäre, wäre die Stelle aber weg», sagt Rudolph. Es ginge dann nur noch um eine Entschädigung von maximal sechs Monatslöhnen.
Jetzt droht die öffentliche Brandmarkung
Ob SRF tatsächlich so weit geht, ist offen. Klar ist für Rudolph aber: Die alten Posts sind für Schmitz’ heutige Rolle als SRF-Journalist ein Problem.
Dabei stehe für Schmitz mehr auf dem Spiel als nur der Job: «Neben dem Verlust der Stelle droht ihm eine öffentliche Brandmarkung – und zwar ganz unabhängig von der Rechtslage.»


















