Nächster Automobilzulieferer in Not – 152 Jobs bedroht
Ein weiterer deutscher Automobilzulieferer bricht ein. Die Julius Schüle Druckguss GmbH aus Schwäbisch Gmünd hat Insolvenz angemeldet. 152 Jobs sind bedroht.

Der nächste deutsche Automobilzulieferer kämpft ums Überleben.
Die Julius Schüle Druckguss GmbH aus Schwäbisch Gmünd hat einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das Amtsgericht Aalen ordnete am 18. September ein Schutzschirmverfahren an, wie «t-online» berichtet.
Am Stammsitz auf der Ostalb sind 152 Beschäftigte von der Schieflage betroffen. Die ausländischen Tochtergesellschaften in Polen und der Slowakei haben keine Insolvenzanträge gestellt, schreibt die «Schwäbische Zeitung». Insgesamt zählt die Gruppe an ihren drei Standorten rund 680 Mitarbeiter.
Automobilzulieferer insolvent: Löhne bis November gesichert
Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten sind laut Unternehmensangaben für drei Monate über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert. Der Geschäftsbetrieb der deutschen Gesellschaft soll trotz der Schieflage uneingeschränkt weiterlaufen, berichtet «t-online».
«Ich bedauere, dass wir den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung stellen mussten», erklärte Geschäftsführer Michael Eidecker. Er zeigte sich zuversichtlich, die Restrukturierung erfolgreich abschliessen zu können, schreibt die «Schwäbische Zeitung».
Unterstützung erhält die Geschäftsführung vom Stuttgarter Rechtsanwalt Martin Mucha der Kanzlei Grub Brugger. Er agiert für die Dauer des Verfahrens als Generalbevollmächtigter im Unternehmen. Das Unternehmen sei personell und technisch gut aufgestellt, agiere jedoch in sehr schwierigen Märkten.
Verluste haben sich verdoppelt
Als Gründe für die Krise nennt das Unternehmen den Wettbewerbsdruck aus Niedriglohnländern und Überkapazitäten am Markt.
Hinzu kommen rückläufige Absatzmengen und Margen – vor allem im Automobilzulieferer-Geschäft. Seit 2024 hätten sich auch die geopolitischen Rahmenbedingungen verschlechtert, heisst es laut der «Schwäbischen Zeitung».
Die wirtschaftliche Schieflage reicht Jahre zurück. Im Jahr 2024 verzeichnete die deutsche Gesellschaft einen Verlust von 9,6 Millionen Euro (etwa 9 Millionen Franken).
Insolvenzwelle rollt weiter durch die Branche
Das Schüle-Debakel steht nicht allein, wie «Falkensteg» meldet. Im zweiten Quartal 2026 stellten insgesamt 105 Grossunternehmen mit mehr als zehn Millionen Euro (9,4 Millionen Franken) Jahresumsatz einen Insolvenzantrag.

Zwölf davon entfielen auf Automobilzulieferer – damit gehört die Branche zu den am härtesten getroffenen Sektoren.
Wie schwer sich im Aluminiumdruckguss ein Käufer finden lässt, zeigt ein weiteres Beispiel. Der Zerspanungsspezialist ROKU Mechanik aus Unterschneidheim stellt zum Jahresende den Betrieb ein – trotz zweier beinahe abgeschlossener Investorengespräche, berichtet «t-online». Nun soll auch beim Automobilzulieferer Schüle zeitnah ein geeigneter Investor gefunden werden.
















