Autozulieferer Schaeffler baut Jobs ab und schliesst Standorte
Schaeffler will ab 2030 jährlich 300 Millionen Euro sparen. Dafür fallen in Europa 3460 Stellen weg, vier deutsche Standorte sollen schliessen.

Der Autozulieferer Schaeffler plant insgesamt vier Standortschliessungen in Deutschland, darunter zwei in Berlin, wie der «Tagesspiegel» berichtet. Dort sollen 270 Stellen wegfallen; die Belegschaft besteht grösstenteils aus Ingenieuren und Programmierern, sagt Andreas Buchwald von der IG Metall.
Die Belegschaft befinde sich noch «in Schockstarre» und habe erst am Dienstagfrüh von den Plänen erfahren, sagt Buchwald. Constantin Borchert von der IG Metall Berlin spricht von einem fatalen Signal für den Industriestandort Deutschland.
Eine Schaeffler-Sprecherin begründet den Schritt damit, dass sich die E-Mobilität langsamer entwickle als erwartet. Deshalb müsse das Unternehmen seine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich der Elektromobilität zurückfahren und anpassen.
Schaeffler baut in Europa 3460 Stellen ab
Laut «t-online» will Schaeffler in Europa 3460 Stellen streichen, rund 2660 davon entfallen auf Deutschland.
Schliessen sollen laut dem «Berliner Kurier» auch die Werke in Dortmund mit 430 und Morbach mit 160 Beschäftigten. Beim Standort Schwalbach soll ein Grossteil der rund 385 Beschäftigten nach Frankfurt wechseln, etwa 190 Stellen entfallen.
Von den Stellenstreichungen entfallen laut «t-online» rund 50 Prozent auf die Produktion und 30 Prozent auf Forschung und Entwicklung. Hinzu kommt ein Solidaritätsbeitrag, bei dem Beschäftigte vorübergehend auf einen Teil ihres Gehalts verzichten sollen.
Schaeffler will ab 2030 sparen
Schaeffler will sein jährliches Ergebnis ab 2030 um 300 Millionen Euro (275,3 Millionen Franken) verbessern, wie der «Berliner Kurier» berichtet. Die Einmalkosten für das gesamte Programm beziffert Konzernchef Klaus Rosenfeld auf rund 480 Millionen Euro (440,5 Millionen Franken).

Thomas Höhn, Unternehmensbeauftragter der IG Metall für Schaeffler, kritisiert die Abfolge der Abbauprogramme. Auf die Pläne reagiert Höhn mit deutlichen Worten: «Das ist kein Zukunftskonzept für den Industriestandort Deutschland.»
Der genaue Zeitpunkt der Schliessung ist laut «Tagesspiegel» unklar, nach aktueller Planung sollen die Massnahmen 2028 umgesetzt werden. Buchwald rechnet mit einer Reaktion der Beschäftigten: «Ich glaube nicht, dass die sich das einfach gefallen lassen.»
















