Montana-Tech-Tochter Varta stellt Insolvenzantrag

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Deutschland,

Die Batterieherstellerin und Montana-Tech-Tochter Varta hat eigenen Angaben zufolge einen Antrag auf vorläufige Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Ziel dieses Schrittes sei es, die wirtschaftliche Zukunft des Unternehmens zu sichern und eine nachhaltige Fortführung des Geschäftsbetriebs zu ermöglichen.

Varta Batterien
Varta - keystone

Nach Unternehmensangaben sind neben der Varta AG als Konzernmuttergesellschaft mit Sitz in Ellwangen auch die operativen Einheiten Varta Microbattery GmbH, Varta Micro Production GmbH und Varta Storage GmbH von der Antragstellung betroffen. Wesentliche Ursachen für die erneute Krise seien deutlich verschlechterte Marktbedingungen, eine schwächere Nachfrage, negative Währungskurseffekte sowie zuletzt die Entscheidung eines Ankerkunden, die Zusammenarbeit zu beenden.

Das zuständige Stuttgarter Amtsgericht bestätige den Eingang von vier Anträgen. Sie würden geprüft, teilte eine Sprecherin mit.

Zuvor war in dieser Woche bekannt geworden, dass eine Zerschlagung des Unternehmens aus Ellwangen droht, weil wichtige Geldgeber das Geschäft mit Haushaltsbatterien aus dem Konzern herauslösen wollen. Die sogenannte Ad-hoc-Gläubigergruppe um die Deutsche Bank sowie die Finanzinvestoren RBC BlueBay, Blantyre und Whitebox begründete ihr Vorgehen mit der angespannten Finanzlage des Unternehmens.

Eine unabhängige Analyse habe ergeben, dass Varta kurzfristig zusätzliches Geld im mittleren zweistelligen Millionenbereich benötige. Trotz intensiver Gespräche habe sich niemand bereit erklärt, weiteres Kapital bereitzustellen.

Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben rund 3260 Menschen, viele davon am Stammsitz in Ellwangen. Geschäftszahlen veröffentlichte Varta zuletzt im Jahr 2024. Damals erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 793 Millionen Euro und einen Verlust von 64,5 Millionen Euro. Der Konzern produziert neben den bekannten Haushaltsbatterien unter anderem Mikrobatterien für Hörgeräte sowie Energiespeicher.

2024 hatte sich Varta im Rahmen des Restrukturierungsgesetzes neu aufgestellt, um eine Insolvenz abzuwenden. Altaktionäre verloren dabei ihre Beteiligungen, Gläubiger verzichteten auf einen Teil ihrer Forderungen. Anfang April vergangenen Jahres erklärte Varta die Restrukturierung für abgeschlossen und sah sich wieder auf Kurs.

Doch die wirtschaftliche Lage verschlechterte sich erneut. Ein Werk mit rund 350 Mitarbeitern im bayerischen Nördlingen soll noch im Herbst geschlossen werden.

Apple war als wichtigster Kunde für den Standort abgesprungen, wie im Mai bekannt wurde. Neue Grosskunden fehlten. Varta stellt dort noch bis November Knopfbatterien für die kabellosen Kopfhörer des US-Konzerns her – die sollen künftig aber wohl aus Asien kommen.

2017 brachte der Österreicher Michael Tojner das Unternehmen an die Börse. Tojner ist zu 50 Prozent an Varta beteiligt, die anderen 50 Prozent hält der Sportwagenbauer Porsche. In der Schweiz ist Tojner unter anderem als Verwaltungsratspräsident von Montana Aerospace bekannt.

Kommentare

User #5245 (nicht angemeldet)

Kein Wunder, überrissene Preise führten zu massiven Lagerbeständen--- In dieser Zeit wurden aufladbare Akkus faktisch wertlos und man hat die trotzdem weiterverkauft--- Dan ist maan verwundert wen niemand mehr kauft--- Tragisch ist dass dies in der ganzen Batterie-Akku Szene so ist---

Weiterlesen

Guy Parmelin Donald Trump
755 Interaktionen
«Witz», «Amateurhaft»
Kühlschrank
4 Interaktionen
Bei Extrem-Hitze

MEHR IN NEWS

Kopenhagen
1 Interaktionen
Schaffhausen

MEHR AUS DEUTSCHLAND

CDU Manuel Hagel
1 Interaktionen
Berlin
Varta Batterien
Ellwangen
«Kaulitz & Kaulitz» Netflix
Dritte Staffel
Tanken
20 Interaktionen
München