Indonesier mit falschen Jobs in Ukraine-Krieg gelockt?
Ein Job im Ausland, ein üppiges Gehalt und eine hohe Prämie zum Einstieg: Mit solchen Versprechen sollen Anwerber Indonesier dazu gebracht haben, sich den russischen Streitkräften im Krieg gegen die Ukraine anzuschliessen. Die indonesische Polizei ermittelt wegen Menschenhandels und hat in fünf Verfahren insgesamt 13 Verdächtige benannt. Unter ihnen sind zwei russische und ein ukrainischer Staatsbürger sowie zehn Indonesier, wie die Polizei mitteilte.

Die Anwerber sollen ihre Angebote über soziale Medien verbreitet und zunächst verschiedene zivile Tätigkeiten im Ausland in Aussicht gestellt haben. Wer sich über Online-Formulare bewarb, sei anschliessend von den Vermittlern kontaktiert und abgeholt worden.
Erst dann hätten die Interessenten erfahren, worum es tatsächlich ging: Sie sollten für Russland kämpfen und als Söldner in den Krieg ziehen. Wer daraufhin einen Rückzieher machen und nach Hause zurückkehren wollte, musste laut Polizei damit rechnen, die Kosten für den Rücktransport in den Heimatort selbst bezahlen zu müssen.
Erst am Wochenende hatte eine Sprecherin des Aussenministeriums betont, die Behörden überprüften derzeit in sozialen Medien verbreitete Berichte über den Tod eines indonesischen Staatsbürgers, der sich angeblich dem russischen Militär angeschlossen hatte und in die Ukraine entsandt worden sein soll. «Die indonesische Botschaft in Moskau untersucht und überprüft die Informationen, darunter die Identität und den Status der betreffenden Person», zitierten Medien die Sprecherin.
Solche Rekrutierungen sind kein Einzelfall. Unter anderem im ostafrikanischen Kenia wurden Männer mit Versprechen auf zivile Jobs nach Russland gelockt und später an die Front in der Ukraine geschickt. Die kenianische Polizei nahm im Februar einen mutmasslichen Anwerber fest, dem vorgeworfen wird, 25 Landsleute unter falschen Versprechungen rekrutiert zu haben.
Ähnliche Berichte gibt es laut einer Mitteilung von Amnesty International vom September aus Brasilien, Kolumbien, Somalia, Südafrika und Sri Lanka. Die Menschenrechtsorganisation dokumentierte Fälle, in denen Menschen etwa als Fahrer, Köche oder Sicherheitskräfte angeworben worden sein sollen, dann aber im russischen Militär landeten. Eine internationale Untersuchung der Menschenrechtsorganisation FIDH spricht von einem weltweiten Rekrutierungssystem, das bereits 27.000 Menschen aus mehr als 130 Ländern erreicht haben soll.














