Die Zukunft der italienischen Banca Monte dei Paschi di Siena ist nach den gescheiterten Übernahmeverhandlungen mit der Grossbank Unicredit ungewiss.
Banca Monte dei Paschi
Banca Monte dei Paschi di Siena (BMPS) wurde 1472 gegründet. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Verhandlungen zur Übernahme der Banca Monte dei Paschi di Siena sind gescheitert.
  • Die BMPS gilt als älteste Bank der Welt.

Am Sonntag waren die Gespräche zwischen der Unicredit und dem Wirtschaftsministerium geplatzt. Grund sei eine von der Unicredit verlangte staatliche Hilfe in Höhe von 8,5 Milliarden Euro. Dies berichtete der «Corriere della Sera» am Montag.

Banca Monte dei Paschi
Das Logo der Banca Monte dei Paschi di Siena. - AFP/Archiv

Die Banca Monte dei Paschi di Siena (BMPS), gegründet 1472 in Siena, gilt als älteste Bank der Welt. Sie war 2017 vom Staat vor der Pleite gerettet worden. Rom muss gemäss der EU-Wettbewerbsregeln bis Ende des Jahres einen privaten Käufer für das Geldinstitut finden. Analysten von Morgan Stanley erklärten am Montag, Rom werde wohl um Fristverlängerung bitten müssen.

Die BMPS sei «nahezu perfekt»

Die Zeitung «La Stampa» kommentierte am Montag, das Schicksal der BMPS sei nicht so verschieden von dem der Airline Alitalia: «Niemand anders als der Staat scheint gewillt, die Ineffizienzen hinzunehmen.» Die BMPS ist seit Jahren in Schwierigkeiten, die Probleme begannen 2007 kurz vor Beginn der Finanzkrise. Es ging um den Kauf der Bank Antonveneta zu einem Preis, der doppelt so hoch war wie der geschätzte Wert.

Die Unicredit hatte sich mit dem neuen Chef Andrea Orcel zu Verhandlungen über eine Übernahme der BMPS bereiterklärt. Wirtschaftswissenschaftler Lorenzo Codogno sagte AFP am Montag, er sei überrascht über das Scheitern der Gespräche: Die BMPS sei «nahezu perfekt» für Orcels Expansionspläne. Er erwarte, dass die Verhandlungen wieder aufgenommen werden.

Monte dei Paschi geht nicht ins Ausland

Ein Angebot aus dem Ausland für die Monte dei Paschi werde die Regierung nicht gutheissen, sagte Codogno weiter. Zu viel Zeit würde für die Prüfung der Bücher verstreichen. Die Unicredit wiederum könne zwar woanders nach Übernahmegelegenheiten schauen, stünde damit aber in Europa vor «grossen Schwierigkeiten». Daher müssten Regierung und Bank «sich wieder zusammensetzen und eine Lösung finden».

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