Migros-Lieferdienst Smood vor dem Aus?
Smood, ein in Genf ansässiger Lieferdienst für Essen, steht vor der Einstellung. Finanzielle Probleme gefährden rund 400 Arbeitsplätze in der ganzen Schweiz.

Der in Genf ansässige Essenslieferdienst Smood plant die Einstellung seines Betriebs, wie der «Schweizer Bauer» berichtet. Das Unternehmen, eine hundertprozentige Tochter der Migros Genf, ist in 25 Schweizer Städten aktiv.
Smood hat ein offizielles Konsultationsverfahren eingeleitet, das 20 Tage dauern wird. Die finanzielle Lage des Unternehmens lässt keine Rückkehr zur Rentabilität erkennen.
Trotz diverser Umstrukturierungsmassnahmen blieben die Finanzergebnisse der letzten Monate unter den gesetzten Zielen. Smood führt dies auf einen besonders angespannten Wettbewerbsmarkt mit internationaler Konzentration zurück.
Über 400 Arbeitsplätze bedroht
Schweizweit beschäftigt der Lieferdienst Smood laut «Evenement» 427 Angestellte, deren Jobs nun auf dem Spiel stehen. Die Gewerkschaft Syndicom fordert die Migros auf, ihre soziale Verantwortung wahrzunehmen.
Unia kritisiert zudem, dass Konkurrenten wie Uber Eats den Markt mit illegalen Geschäftsmodellen zerstören würden. Die Gewerkschaften verlangen alternative Lösungen zu Massenentlassungen.
Falls eine Betriebseinstellung unausweichlich wird, fordern die Gewerkschaften einen vorbildlichen Sozialplan für die Betroffenen. Syndicom will sein Netzwerk laut «Zone Bourse» aktivieren, um den Kurieren neue Stellen in der Distributionsbranche zu vermitteln.
Smood war bereits früher in der Kritik
Smood gilt als einer der grössten Essenskuriere hierzulande und arbeitet seit Kurzem auch mit der Migros zusammen. Der Essenslieferdienst stand in der Vergangenheit wiederholt wegen prekärer Arbeitsbedingungen in der Kritik, berichtet das «SRF».
Mitarbeitende beklagten sich über falsche Abrechnungen und zu tiefe Spesenentschädigungen. Zudem müssen Smood-Kuriere ihr privates Handy für dienstliche Anrufe nutzen und ihre Fahrten mit dem eigenen Auto selbst bezahlen.

Das Konsultationsverfahren läuft derzeit, danach fällt der definitive Entscheid über die Zukunft des Lieferdienstes. Bis dahin will Smood alle vertraglichen Verpflichtungen gegenüber Angestellten und Kunden einhalten.
















