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Migros führt wegen Langzeitparkern erste Gebühren ein

Simon Binz
Simon Binz

Suhr,

Weil immer mehr Autos stundenlang stehen blieben, greift die Migros in Unterentfelden AG durch: Gratisparkieren ist neu zeitlich begrenzt.

Auto boswil Migros
Autos auf einem Parkplatz. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Migros in Unterentfelden AG führt Parkgebühren ein, um Dauerparkieren zu verhindern.
  • Zwei Stunden bleiben gratis, danach steigen die Gebühren deutlich an.
  • Das kamerabasierte System ist Teil einer schweizweiten Parkplatz-Strategie.

Lange gratis parkieren und dann stundenlang wegbleiben – damit ist in Unterentfelden AG Schluss. Die Migros führt beim Einkaufszentrum am Binzmattweg Parkgebühren ein, weil immer mehr Langzeitparkierende die Plätze blockierten.

Das neue Regime gilt laut einem Bericht der «Aargauer Zeitung» ab nächsten Montag: Zwei Stunden bleiben kostenlos, danach wird es teuer. Wer länger bleibt, zahlt – und zwar bewusst gestaffelt.

Findest du Parkgebühren bei Einkaufszentren richtig?

Drei Stunden kosten einen Franken und bis vier Stunden fünf Franken. Danach bis fünf Stunden zehn Franken und bis sechs Stunden 15 Franken. Jede weitere Stunde schlägt mit zusätzlichen zehn Franken zu Buche.

Die Botschaft ist klar: Die Parkplätze sollen wieder den Kundinnen und Kunden gehören – und nicht Dauerparkierenden.

Kameras erfassen das Kennzeichen

Das neue System funktioniert derweil ohne Schranken. Kameras registrieren bei der Ein- und Ausfahrt automatisch das Autokennzeichen. Wer weniger als zwei Stunden bleibt, kann wie gewohnt einfach wegfahren.

Wird die Gratiszeit überschritten, kann die Gebühr am Automaten online oder über ein Migros-Konto bezahlt werden. Erfolgt keine Zahlung innerhalb von 24 Stunden, droht eine Busse.

Die Datenerfassung sei datenschutzkonform, teilte die Migros bereits in der Vergangenheit mit. Die Kennzeichendaten würden gelöscht, sobald keine Gebühr anfällt oder diese beglichen ist.

165 Plätze waren oft blockiert

Grund für die Umstellung sind laut Migros Aare immer häufiger belegte Parkfelder durch Langzeitparkierende. Das habe dazu geführt, dass Kundinnen und Kunden zeitweise keinen Platz mehr fanden. Auf dem Areal stehen insgesamt rund 165 Parkplätze zur Verfügung.

Mit Hinweisschildern, E-Mails an registrierte Nutzer und zusätzlichem Personal vor Ort soll die Einführung begleitet werden.

Migros führt beim Parkieren schweizweit eine neue Strategie ein

Das sogenannte «schrankenlose Parkieren» ist Teil einer schweizweiten Strategie. So stehen solche Systeme bereits auch in den grossen Shopping-Centren im Kanton Bern im Einsatz: Im Shoppyland und im Westside.

Auch an anderen Orten im Kanton Aargau testet und installiert die Migros bereits solche Automaten. Weitere sollen folgen. Unter anderem in Buchs, Döttingen, Gebenstorf, Lenzburg und Wohlen.

Shoppyland Migros Parking
Im Einkaufszentrum Shoppyland in Schönbühl wird die Parkgebühr durch Scannen der Autonummer abgerechnet. - Google Streetview

Die Detailhändlerin will damit das erreichen, was Gratisparkplätze eigentlich immer sein sollten: Kurze Wege für den Einkauf – statt Dauerparkplätze für Fremdnutzer.

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Kommentare

User #6106 (nicht angemeldet)

Das Problem bei den meisten Parkings, ist das Behinderten-Parplätze, welche eigentlich eigene Regeln haben, dadurch deutlich teurer werden. Niemand denkt daran. Z.B. Flughafen ZH Kurzparking ist zwar für Behinderte gratis, man muss aber längere Strecke bewältigen um den entsprechenden 'Bon' zu erhalten. Ohne lauffähige Begleitung schwierig. Aber auch die Bedienung des Zahlautomaten vom Rollstuhl aus ist eine Herausforderung.

User #6341 (nicht angemeldet)

In Unterentfelden wird sich zeigen was passiert. Die jenigen die jetzt aus der in der nähe liegender Moschee da parkieren, werden in die Quartier-Strassen ausweichen. An diesem Freitag standen am Abend über 40 Fahrzeuge auf dem Platz und alle anderen Parkplätze die zum Teil für Gäste der Anwohner gedacht sind, waren auch durch die Besucher zugeparkt. Bei der Umnutzungs-Gesuch, habe die Anwohner dies schon befürchtet. Doch die Gemeinde erteilte trotzdem die Bewilligung. Jetzt wird dies dann noch viel schlimmer. Aber auch die Polizei reagiert nicht auf Reklamationen der Anwohner.

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