Influencer nach Getränke-Aus bei Migros: «Sei links oder sei ruhig»
Nach seinen Äusserungen zur Schweizer Asylpolitik kippte die Migros den Vitamindrink von Joung Gustav aus dem Regal. Jetzt meldet sich der Influencer.
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Das Wichtigste in Kürze
- Influencer Joung Gustav ist seine Getränke-Kooperation mit der Migros los.
- Nach seinen Äusserungen zum Asylwesen meldet sich der Jungunternehmer erneut.
- Für ein erfolgreiches Business gelte heutzutage die Devise «sei links oder sei ruhig».
«Meine Karriere ist vorbei, weil ich kritisch über das Asylwesen gesprochen habe.»
Mit diesen Worten meldet sich Influencer Joung Gustav jetzt zu Wort. Der Tiktok-Star war seit 2023 mit seinem eigenen Vitamindrink Vyte auf dem Markt vertreten. Doch jetzt droht der Karriere-Knick.
Wie vor wenigen Tagen bekannt wurde, hat die Migros die Kooperation mit dem Getränkeproduzenten beendet. Bestellungen wurden innerhalb eines Tages storniert, auch zwei weitere Projekte mit anderen Marken sind gestrichen.

Grund für die Trennung geben Gustavs Äusserungen zur Asylpolitik auf seinem Zweitkanal «gustavredet». Auf dem Account mit rund 5700 Followern kritisierte der Influencer zuletzt den geplanten Bau von zwei Asylzentren im Kanton Zürich.
Der 33-Jährige bemängelte unter anderem fehlende Informationen zum Thema Sicherheit im Abstimmungsbüchlein. Schweizer würden im eigenen Land zur Minderheit werden – sogar «buchstäblich aussterben», warnte der Zürcher.
«Es wird Zeit, dass man in der Schweiz Politik für Schweizer und kulturell von Anfang an gut integrierbare Personen macht.»
«Nicht mit unserem Wertekanon vereinbar»
Äusserungen, die für die Migros nicht vertretbar sind.
Mit dem Jungunternehmer habe man zunächst das Gespräch gesucht, erklärte die Detailhändlerin gegenüber CH Media. Doch die Geschäftspartner kamen nicht auf einen grünen Zweig: «Wir mussten jedoch feststellen, dass eine weitere Zusammenarbeit nicht mit unserem Wertekanon vereinbar ist, und haben daher die Zusammenarbeit beendet.»

Nun hat die Migros die Getränkemarke aus dem Regal gekippt. Und andere Marken ziehen nach, wie Joung Gustav jetzt in seinem Video erzählt.
«Zwei weitere Brands, mit welchen ich als Influencer gemeinsame Projekte unterschrieben habe, sind nach der öffentlichen Diskussion um meine Asyl-Aussagen, von den Projekten mit mir abgesprungen», so der Zürcher.
Influencer stellt Bericht der Migros klar
In seinem neuesten Video stellt Joung Gustav seine Sicht der Dinge dar.
Einem Gespräch mit der Migros widerspricht der Influencer, offenbar wurde der Entscheid zur Stornierung innerhalb eines Tages gefällt. Dennoch bekräftigt der Tiktok-Star, dass seine politischen Äusserungen zum Verkaufs-Aus beim orangen Riesen geführt haben.

Gustav betont, dass die Migros für Werte wie Vielfalt, Respekt und Gleichberechtigung einstehe. Mit seiner Haltung seien diese aber nicht zu vereinbaren, begründet der 33-Jährige weiter. Linke Werte würden in der Branche heutzutage nicht nur toleriert, sondern teils erwartet.
Die These des Jungunternehmers: «Wenn du als Influencer in der Schweiz Geld verdienen willst, gilt die Devise: ‹Sei links oder sei ruhig›.»
Wie es für Gustav nach den gekippten Deals weitergeht, ist unklar. Der Jungunternehmer erklärt im Video, sein Geschäft aufrechterhalten zu wollen. Dazu gehört die Lancierung neuer Projekte – mit Fokus auf den Onlinehandel.












