Mercosur könnte Milliarden-Schub für EU-Wirtschaft bringen
Mercosur: Das EU-Abkommen könnte die EU-Exporte um 49 Milliarden Euro steigern und neue Impulse für Jobs und Wettbewerbsfähigkeit setzen.

Das geplante EU-Mercosur-Abkommen könnte der europäischen Wirtschaft einen kräftigen Schub verleihen. Nach Berechnungen der EU-Kommission würden die jährlichen Exporte nach Südamerika um bis zu 39 Prozent steigen.
Das entspräche zusätzlichen 49 Milliarden Euro, wie die «Tagesschau» berichtet. Experten gehen davon aus, dass dadurch mehr als 440'000 Arbeitsplätze in Europa gesichert werden könnten.
Als besonders grosse Profiteure gelten die Autoindustrie und der Maschinenbau. Auch die Pharmaindustrie könnte deutlich von dem Abkommen profitieren, schreibt die «FAZ».
Vier Milliarden Euro Zollersparnis jährlich
Die Mitgliedsländer des Mercosur werden die Zölle auf 91 Prozent der EU-Exporte schrittweise abbauen. Laut «ZDF heute» sparen europäische Unternehmen dadurch jährlich rund vier Milliarden Euro an Abgaben ein.
Auf Autoimporte in die Mercosur-Länder wird derzeit ein Zoll von 35 Prozent erhoben. Dieser soll über einen Zeitraum von 15 Jahren vollständig abgebaut werden, berichtet die «Tagesschau».
Das Abkommen ermöglicht der EU den besseren Zugang zu kritischen Rohstoffen wie Lithium. Diese Materialien sind zentral für die Batterieherstellung und den grünen Umbau der Wirtschaft, erklärt die Bundeszentrale für politische Bildung.
Mercosur: Stärkung gegen Protektionismus
Argentinische Exportzölle auf solche Rohstoffe würden mit Mercosur wegfallen. Zudem schafft das Abkommen eine der weltweit grössten Freihandelszonen mit über 780 Millionen Einwohnern.
Die neue Freihandelszone soll auch ein Zeichen gegen die protektionistische Politik von US-Präsident Donald Trump setzen. Politisch würde das Abkommen die Bande nach Südamerika fester knüpfen, berichtet «Newsflix».
Die beiderseitige Abhängigkeit von China könnte dadurch etwas reduziert werden. Laut einer Studie im Auftrag des Europaparlaments wird die Wirtschaftsleistung der EU um 0,1 Prozent zusätzlich wachsen.
Vorteile für europäische Produkte
Neben Zollerleichterungen sieht das EU-Mercosur-Abkommen laut «Bpb» auch die Anerkennung geschützter Herkunftsbezeichnungen wie der Nürnberger Rostbratwürstchen im Mercosur-Raum vor. Im Gegenzug will die EU 92 Prozent aller Importzölle abschaffen, schreibt die Bundeszentrale für politische Bildung.

Davon erhoffen sich viele Unternehmen spürbare Entlastungen im Handel. Einer Erhebung der DIHK zufolge erwartet jedes dritte Unternehmen positive Auswirkungen auf die eigene Geschäftstätigkeit.
Besonders europäische Dienstleister könnten profitieren. Verbesserter Marktzugang ist vor allem in den Bereichen Post und Logistik, Telekommunikation sowie Finanzdienstleistungen geplant.
















