Gunvor: Management übernimmt Rohstoffhändler komplett

Gerrit Fredrich
Gerrit Fredrich

Genève,

Beim Rohstoffhändler Gunvor übernimmt das Management die Kontrolle. Die Gründerfamilie zieht sich zurück, Gunvor bleibt vollständig in Mitarbeiterhand.

Das Logo des Rohstoffkonzerns Gunvor an einem Gebäude in Genf. (Archivbid)
Das Logo des Rohstoffkonzerns Gunvor an einem Gebäude in Genf. (Archivbid) - sda - KEYSTONE/MARTIAL TREZZINI

Gunvor hat ein Management-Buy-out vereinbart, bei dem Mehrheitseigner Torbjörn Törnqvist seine gesamte Beteiligung verkauft. Die Anteile gehen an eine Gruppe bestehender Mitarbeitender, wie das Unternehmen in einer Mitteilung erklärt.

Künftig befindet sich Gunvor vollständig im Besitz von Beschäftigten, externe Anteilseigner gibt es nicht mehr. Der Schritt soll laut Firmenangaben einen «klaren Neustart» ermöglichen, berichtet «Reuters».

Gunvor: Neuer CEO und Struktur des Deals

Zum neuen CEO ernennt Gunvor den bisherigen Americas-Chef Gary Pedersen, der 2024 zum Unternehmen stiess. Pedersen übernimmt damit die operative Führung nach rund 25 Jahren an der Spitze durch Törnqvist.

Ist der Besitzerwechsel ein gutes Zeichen?

Rund 60 Führungskräfte beteiligen sich an der Übernahme. Finanziert wird der Deal durch eigenes Kapital der Partner und einen Verkäuferkredit von Törnqvist, heisst es bei «Bloomberg».

Hintergrund und Motive des Verkaufs

Das Management-Buy-out war intern seit 2022 als Option vorbereitet worden, schreibt Gunvor in seiner Mitteilung. Nach der Einstufung des Hauses als «Kreml-nah» sollten Spekulationen über Einflussverhältnisse mit einem klaren Eigentümerwechsel beendet werden, erläutert «Reuters».

Die US-Kritik hatte zuvor ein geplantes Grossgeschäft mit Lukoil scheitern lassen und Fragen zur Nachfolge beschleunigt. Kurz darauf erhielt Gunvor dennoch eine neue syndizierte Kreditlinie über 2,4 Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Franken) von internationalen Banken.

Bedeutung für Geschäft und Marktposition

Gunvor zählt mit rund 3,2 Millionen Barrel Öl- und Flüssigäquivalenten pro Tag zu den grössten unabhängigen Energiehändlern weltweit. Der Konzern rangiert damit hinter Konkurrenten wie Vitol und Trafigura.

Die Bundesanwaltschaft hat in einem Bestechungs-Fall Anklage erhoben. (Archivbild)
Gunvor hat ein Management-Buy-out vereinbart. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/MARTIAL TREZZINI

Er bleibt aber einer der wichtigsten Player im globalen Rohstoffhandel, betont «Reuters».

Trotz rückläufiger Gewinne nach den Boomjahren 2022 und 2023 blieb 2024 das viertbeste Ergebnis der Unternehmensgeschichte. Umsatz und gehandelte Volumen legten weiter zu.

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Kommentare

User #5959 (nicht angemeldet)

Wir sind ja in der Deutschschweiz überhaupt nicht informiert über diese riesigen Rohstoffkonzerne. Sind ja auch eine politische Belastung. Meistens über drei Ecken mit Russland verbandelt. Aber Gunvor setzt ein gutes Zeichen.

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