Nissan

    Frühere rechte Hand von Ex-Nissan-Chef plädiert auf unschuldig

    Keystone-SDA
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    Japan,

    Die ehemalige rechte Hand von Ex-Nissan-Chef Carlos Ghosn, Greg Kelly, steht in Japan vor Gericht.

    Ghosn-Skandal - Frühere rechte Hand vor Gericht
    Der ehemalige Geschäftsführer von Nissan Motor Co., Greg Kelly (l), trifft mit seinen Anwälten zur ersten Gerichtsverhandlung vor dem Bezirksgericht in Tokio ein. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Greg Kelly steht wegen angeblichen Verstössen gegen die Börsenaufsicht vor Gericht.
    • Zusammen mit Carlos Ghosn soll er Geldbezüge in Berichten falsch dargestellt haben.
    • Am Dienstag plädierte die frühere rechte Hand des Ex-Nissan-Chefs auf unschuldig.

    In Japan hat der Prozess gegen die frühere rechte Hand des in den Libanon geflohenen Ex-Nissan-Chefs Carlos Ghosn begonnen. Der wegen angeblichen Verstosses gegen japanische Börsenauflagen angeklagte Greg Kelly erklärte sich am Dienstag vor dem Bezirksgericht in Tokio für unschuldig.

    Ermittlungen zufolge sollen die beiden Ex-Manager Geldbezüge in offiziellen Berichten an die japanische Börse falsch dargestellt und in Ghosns Fall jahrelang zu niedrig beziffert haben. Am 19. November 2018 waren Ghosn und Kelly in Tokio festgenommen worden. Während Kelly in Japan blieb, floh Ghosn unter abenteuerlichen Umständen in einem Privatjet nach Beirut. Er soll in einer Kiste für Musikinstrumente versteckt gewesen sein.

    Carlos Ghosn
    Carlos Ghosn, ehemaliger Vorstandschef des französisch-japanischen Autobündnisses Renault-Nissan-Mitsubish. - dpa

    Für den 64-jährigen Kelly, der die US-Staatsangehörigkeit besitzt, begann der Prozess in Japan daher rund zwei Jahre nach seiner Festnahme ohne seinen früheren Chef. Dabei hätte dieser ihm helfen können zu beweisen, dass er unschuldig sei, behauptete Kelly. Er habe gegen keine Gesetze in Japan verstossen. Das Gericht trennte sein Verfahren von dem gegen Ghosn ab, nachdem dieser geflohen war. Bei einer Verurteilung drohen Kelly in Japan bis zu zehn Jahren Gefängnis.

    Japan bemüht sich um Auslieferung Ghosns

    Japan bemüht sich derweil bei der libanesischen Führung um die Auslieferung von Kellys früherem Boss Ghosn. Japan hat mit dem Libanon jedoch kein Auslieferungsabkommen. Ghosn hatte einst Nissan vor der nahen Pleite gerettet und die Allianz aus Renault, Nissan und Mitsubishi geschmiedet. Der Skandal um ihn stürzte das Bündnis in eine schwere Krise. Auch die französische Justiz untersucht eine mutmassliche Veruntreuung von Geldern bei Renault durch Ghosn.

    Gut ein halbes Jahr nach Ghosns spektakulärer Flucht hat Japan zudem die Justiz in den USA aufgefordert, zwei mutmassliche Helfer auszuliefern. Die zwei Verdächtigen, Vater und Sohn, waren Ende Mai in Harvard im US-Bundesstaat Massachusetts festgenommen worden.

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