In Frankreich soll eine neue Behörde gegen Fake News vorgehen. Ab September werden 60 Mitarbeiter beschäftigt, um Desinformationen aufzuspüren.
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Frankreich schafft eine Behörde gegen Fake News. (Symbolbild) - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Frankreich hat ab September eine eigene Behörde, die Fake News aufspüren soll.
  • Insgesamt 60 Mitarbeiter sollen Desinformation aus dem Ausland finden und kennzeichnen.

Ab September sollen in Frankreich bis zu 60 Mitarbeiter Desinformationen aus dem Ausland aufspüren. Dies erklärte der Leiter des Generalsekretariats für nationale Verteidigung und Sicherheit (SGDSN), Stéphane Bouillon, am Mittwoch in Paris. Der neue Dienst soll der interministeriellen SGDSN unterstehen, die Regierungschef Jean Castex zuarbeitet.

Ziel ist es nach den Worten Bouillons herauszufinden, hinter welchen Tweets oder anderen Veröffentlichungen ausländische «Trollfarmen» oder sogenannte Bots stehen. Informationen dazu sollen dann an Politiker, Diplomaten sowie Justiz und Presse weitergegeben werden. Die neue Behörde nehme insbesondere Desinformationen ins Visier, «die den Staat destabilisieren sollen», betonte Bouillon.

Ende 2018 hatte das französische Parlament zwei umstrittene Gesetze gegen Fake News verabschiedet. Präsident Emmanuel Macron will damit die Verbreitung von Gerüchten und Falschaussagen in Wahlkampfzeiten verhindern. Kritiker warnen vor einer Einschränkung der Meinungsfreiheit. In Frankreich finden in knapp einem Jahr Präsidentschaftswahlen statt.

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