Fed vor Jackson Hole – DAX nimmt Rekordhoch ins Visier
Die Fed steht vor einer richtungsweisenden Rede, während der DAX seinem Rekordhoch immer näher kommt.

Der DAX ist am Freitag mit deutlichen Gewinnen in den Handel gestartet. Laut der «Tagesschau» stieg der deutsche Leitindex zunächst um knapp 0,5 Prozent auf 26'493 Punkte.
Damit setzte der DAX seine freundliche Entwicklung vom Vortag fort. Jochen Stanzl von der Consorsbank sieht das Allzeithoch bereits in unmittelbarer Reichweite.
Im Mittelpunkt des Börsentages steht die erste grosse Rede von Fed-Chef Kevin Warsh in Jackson Hole. Warsh soll um 16 Uhr deutscher Zeit vor dem traditionellen Notenbanktreffen sprechen.
Hohe Inflation und Renditen erhöhen den Druck auf die Fed
Die Erwartungen der Anleger sind besonders hoch, weil die US-Inflation weiterhin über dem Fed-Ziel von zwei Prozent liegt. Gleichzeitig sorgen hohe langfristige Anleiherenditen für zusätzlichen Druck auf die amerikanische Notenbank.
Leon Ferdinand Bost vom Bankhaus Metzler sieht Warsh deshalb vor einer schwierigen kommunikativen Aufgabe. Er müsse seinen geldpolitischen Kurs verdeutlichen, ohne dem Markt klare Hinweise zum weiteren Zinspfad zu geben.
Auch das «Handelsblatt» beschreibt ein schwieriges Umfeld für die Fed. Die Renditen langfristiger US-Staatsanleihen liegen demnach über fünf Prozent und damit auf dem höchsten Niveau seit der Finanzkrise.
US-Schulden setzen die Fed zusätzlich unter Druck
Hintergrund ist unter anderem die wachsende Skepsis von Anleihegläubigern gegenüber dem amerikanischen Schuldenberg. Dieser wird mit rund 40 Billionen Dollar angegeben.
Finanzminister Scott Bessent versucht laut dem «Handelsblatt», die Finanzierungskosten über stärker genutzte kurzfristige Anleihen zu begrenzen. Eine mögliche Zinserhöhung der Fed würde diese Strategie allerdings erschweren.
Die «Börse online» verweist ebenfalls auf den erheblichen Druck vor Warshs Auftritt. Die Erwartungen der Investmentbanken an den geldpolitischen Kurs fallen demnach deutlich auseinander.
Märkte blicken gespannt auf Zinsen und Anleiherenditen
Einige Häuser rechnen der «Börse online» zufolge mit einer eher straffen Botschaft und möglichen Hinweisen auf Zinserhöhungen. Andere erwarten ein taubenhaftes Signal mit weiteren Zinssenkungen am kurzen Ende der Zinskurve.
Besondere Aufmerksamkeit gilt der Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen. Die Investmentgesellschaft Invesco betrachtet fünf Prozent als wichtige Marke für Aktien, Kreditmärkte und die allgemeine Risikobereitschaft.

Unterdessen gibt es positive Signale aus der deutschen Chemieindustrie. Laut der «Tagesschau» stieg das Geschäftsklima der Branche im August von minus 26,3 auf minus 2,4 Punkte.
Chemieindustrie sorgt für positive Signale
Die Geschäftslage wurde erstmals seit vier Jahren wieder positiv beurteilt. Das entsprechende Barometer des ifo-Instituts stieg im August auf 11,6 Punkte.
Als Grund nennt das ifo-Institut unter anderem Lieferausfälle in Asien. Dadurch steigt die Nachfrage nach Chemieprodukten aus deutscher Produktion.
Für den DAX bleibt damit die Rede des Fed-Chefs der zentrale Impuls des Handelstages. Jochen Stanzl zufolge könnte der Leitindex bei entsprechenden Signalen aus Jackson Hole sogar ein neues Rekordhoch erreichen.















