US-Wirtschaft

    Fed hält Leitzins erneut unverändert – Warsh lässt Fragen offen

    Maja Bojic
    Maja Bojic

    USA,

    Die US-Notenbank Fed belässt den Leitzins erneut unverändert. Fed-Chef Kevin Warsh liefert trotz hoher Inflation keine eindeutige Begründung.

    Kevin Warsh Fed
    Unter Warsh hält die Fed trotz des politischen Drucks an ihrem Kurs zur Inflationsbekämpfung fest. - picture alliance

    Die US-Notenbank Fed setzt ihren abwartenden Kurs fort und belässt den Leitzins erneut unverändert. Wie die «Tagesschau» berichtet, bleibt die Zinsspanne damit bei 3,50 bis 3,75 Prozent.

    Die Entscheidung fiel im Offenmarktausschuss jedoch nicht einstimmig. Neun Mitglieder stimmten für die Zinspause, drei hätten eine Anhebung um 0,25 Prozentpunkte bevorzugt.

    Der Beschluss fällt in eine Phase anhaltender Inflationsrisiken. Mit 3,5 Prozent lag die US-Inflation im Juni weiter deutlich über dem Fed-Ziel von zwei Prozent.

    Warsh setzt auf robuste Wirtschaft und weniger Prognosen

    Gleichzeitig verweist Fed-Chef Kevin Warsh auf eine robuste Konjunkturentwicklung. Laut der «WirtschaftsWoche» sprach er von einer widerstandsfähigen US-Wirtschaft, die trotz verschiedener Belastungen stabil bleibe.

    Besonders im Fokus stand nach der Sitzung die Frage, warum die US-Notenbank trotz erhöhter Inflation auf eine Zinserhöhung verzichtet. Warsh blieb bei seiner Pressekonferenz eine konkrete Erklärung für die Entscheidung weitgehend schuldig.

    Verliert die Fed durch ihre zurückhaltende Kommunikation an Glaubwürdigkeit?

    Statt einen klaren geldpolitischen Ausblick zu geben, stellte der Fed-Chef den künftigen Umgang mit Prognosen infrage. Die Notenbank wolle ihre sogenannte Forward Guidance zurückfahren und stärker auf Marktsignale setzen.

    Warsh verzichtet auf klare Zinssignale und sorgt für Unsicherheit

    Warsh erklärte laut dem «NTV», dass eine detaillierte Kommunikation künftiger Zinsschritte vor allem in Krisenzeiten hilfreich sei. In stabileren Phasen sollten die Finanzmärkte wieder stärker eigene Erwartungen aus wirtschaftlichen Daten ableiten.

    Gleichzeitig bekräftigte der Fed-Chef die Bedeutung des Inflationsziels von zwei Prozent. Der «Tagesschau» zufolge machte Warsh deutlich, dass die Notenbank keine dauerhaft erhöhte Teuerung akzeptieren wolle.

    Die zurückhaltende Kommunikation sorgte an den Finanzmärkten für Reaktionen. Die wichtigsten US-Börsenindizes verloren nach der Pressekonferenz erneut an Schwung.

    Fed zwischen Inflation und Arbeitsmarkt unter Druck

    Während die Renditen kurzfristiger US-Staatsanleihen nachgaben, blieben langfristige Anleiherenditen auf erhöhtem Niveau. Die Renditen 30-jähriger US-Staatsanleihen stiegen zeitweise auf 5,24 Prozent.

    Laut der «WirtschaftsWoche» können mehrere Faktoren für die höheren langfristigen Renditen verantwortlich sein. Dazu zählen unter anderem steigende Inflationserwartungen, die hohe Staatsverschuldung und geopolitische Unsicherheiten.

    Fed Kevin Warsh
    Die Fed setzt unter Kevin Warsh weiterhin auf Zurückhaltung bei der Zinsentscheidung. (Archivbild) - keystone

    Die Fed muss weiterhin zwischen verschiedenen wirtschaftlichen Risiken abwägen. Die Notenbank steht zwischen einer weiterhin hohen Inflation und einer zuletzt schwächeren Entwicklung am Arbeitsmarkt, wie die «Tagesschau» berichtet.

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    Kommentare

    User #9348 (nicht angemeldet)

    Kevin in der orangen Zwickmühle.

    User #3810 (nicht angemeldet)

    Er steckt in der Zwickmühle. US-Zinsen müssten eigentlich nach oben. Sein Boss Trump will aber tiefere Zinsen...

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