Nvidia – Die Jahrhundertaktie vor der Neubewertung
Nvidia überrascht mit 70 Prozent Wachstumsperspektive. Morningstar erhöht seine Fair-Value-Schätzung für die Aktie deutlich.

Nvidia hat im zweiten Geschäftsquartal einen Umsatz von 96,2 Milliarden US-Dollar erzielt. Damit übertraf der Chipkonzern die Erwartungen, berichtet die «Börse Express».
Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Umsatzplus von 106 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 2,22 US-Dollar und lag ebenfalls über den Erwartungen.
Laut der «Morningstar» ist die Prognose für das kommende Geschäftsjahr besonders wichtig. Finanzchefin Colette Kress stellt darin ein Umsatzwachstum von rund 70 Prozent in Aussicht.
Nvidia: Morningstar erhöht Kurswert auf 310 US-Dollar
Morningstar erhöht seine Fair-Value-Schätzung für das Technologieunternehmen von 280 auf 310 US-Dollar. Das Analysehaus bewertet den wirtschaftlichen Burggraben weiterhin als breit, die Unsicherheit jedoch als sehr hoch.
Für das kommende Quartal erwartet Nvidia einen Umsatz von 108 Milliarden US-Dollar. Der «FundResearch» zufolge könnte die tatsächliche Nachfrage sogar deutlich über der aktuellen Lieferfähigkeit liegen.
Nvidia zufolge könnten Kundenprognosen auf eine Verdopplung der Nachfrage hindeuten. Damit verlagert sich der Engpass zunehmend von der Nachfrage zur verfügbaren Infrastruktur.
Speicherpreise belasten Margen trotz KI-Boom
Besonders kritisch entwickeln sich die Preise für Speicherchips. Die «Morningstar» verweist deshalb auf sinkende Bruttomargen, die von 75 Prozent im Juli auf 71,5 Prozent im Januar fallen könnten.
Das Rechenzentrumsgeschäft bleibt der wichtigste Wachstumstreiber des Konzerns. Laut der «Börse Express» stieg der Umsatz dort um 117 Prozent auf 89 Milliarden US-Dollar.
Gleichzeitig baut das Technologieunternehmen seine Position als Anbieter kompletter KI-Infrastruktur aus. Das Geschäft mit Sovereign AI erreicht laut «Börse Express» inzwischen rund 30 Milliarden US-Dollar Umsatz.
Neue Chips und eine 500-Milliarden-Dollar-Wette
Auch das Networking gewinnt an Bedeutung, während Nvidia bereits die nächste Architektur vorbereitet. Rubin soll Ende 2026 folgen und unter anderem auf 3-Nanometer-Fertigung sowie HBM4-Speicher setzen.
Für zusätzliche Diskussionen sorgt die Finanzierung des KI-Ausbaus. Die «FundResearch» berichtet von Finanzierungsstrukturen, die über mehrere Jahre mehr als 500 Milliarden US-Dollar Fremdkapital mobilisieren sollen.

Nvidia unterstützt dabei auch wichtige KI-Kunden finanziell. Kritiker sprechen von zirkulärer Finanzierung, Nvidia verweist auf begrenzte Rechenkapazitäten und Bilanzen.
KI-Agenten als nächster Wachstumstreiber
Langfristig setzt Nvidia auf autonome KI-Agenten, die deutlich mehr Rechenleistung benötigen könnten. Konzernchef Jensen Huang schätzt laut der «FundResearch» den Bedarf auf das 15- bis 100-Fache gegenüber einer direkten Nutzung von Sprachmodellen.
Die «FundResearch» sieht dadurch zugleich Chancen für die Cybersecurity-Branche. Autonome Systeme benötigen Identitäten, Zugriffsrechte und Schnittstellen, wodurch zusätzliche Anforderungen an deren Absicherung entstehen.
Nvidia selbst entwickelt sich zugleich stärker zum Anbieter von Sicherheits- und Netzwerktechnik. Produkte wie BlueField sollen Sicherheitsfunktionen direkt in die Infrastruktur moderner KI-Rechenzentren integrieren.











