Nepal lehnt ausländische Retter-Teams ab
Nach der Sturzflut in Nepal werden weiterhin über 1300 Menschen, darunter zahlreiche Ausländer, vermisst. Die Bergungsarbeiten dauern an.

Im Überblick
Am Mittwoch sorgte eine heftige Sturzflut im chinesisch-nepalesischen Grenzgebiet für massive Zerstörung: Ganze Dörfer wurden weggeschwemmt, Zugangsstrassen teils blockiert.
Bei dem Unglück sind mindestens 389 Menschen gestorben, über 1300 werden vermisst, darunter zahlreiche Touristen und Pilgerreisende.
Zwei vermisste Schweizer konnten gemäss Angaben des EDA gerettet werden. Zu einer weiteren Schweizerin konnte noch kein Kontakt hergestellt werden.
Wegen des Schutts hat sich im Grenzgebiet ein weiterer See gebildet. Chinesische und nepalesische Behörden warnen vor einem Dammbruch, der zu einer weiteren Sturzflut führen könnte.
Noch über 1300 Menschen werden nach der Sturzflut vermisst, mindestens die Hälfte davon stammt aus dem Ausland. Deswegen haben auch zahlreiche Länder, darunter die USA und Indien, angeboten, Retter-Teams zu entsenden. Doch Nepal lehnt ab.
Wie die «Kathmandu Post» schreibt, wird es mit den Erfahrungen nach dem Erdbeben von 2015 begründet. Die Regierung sagt, sie habe damals schlechte Erfahrungen gemacht.

Durch die ausländischen Retter-Teams sei es zu einem Wettbewerb und Koordinations-Schwierigkeiten gekommen. Deshalb wolle man die Lage dieses Mal mit den eigenen Teams bewältigen und damit der Empfehlung des Militärs folgen.
Dafür bittet die Regierung Nepals um Hilfsgüter und finanzielle Unterstützung. Denn nach den Bergungsarbeiten beginnt der Wiederaufbau, der sehr teuer werden dürfte.










