Rio Tinto: Experten sehen günstigen Zeitpunkt für Fusion
Die beiden Bergbaukonzerne Rio Tinto und Glencore prüfen einen Zusammenschluss. Analysten bewerten den aktuellen Zeitpunkt als günstig.

Der Schweizer Bergbaukonzern Glencore und der britisch-australische Rivale Rio Tinto führen Gespräche über eine mögliche Fusion. Ein Zusammenschluss würde laut «Cash» den weltweit grössten diversifizierten Bergbaukonzern mit einem kombinierten Börsenwert von über 200 Milliarden Dollar schaffen.
Es sei ein sehr günstiger Zeitpunkt für die beiden Unternehmen, sich zusammenzuschliessen, schreibt die «Baader Bank» in einem aktuellen Kommentar. Die Strategie der Konzerne passe zusammen und Rivale BHP befinde sich nach gescheiterten Übernahmeversuchen in einer schwierigen Lage.
Dieses Mal scheinen die Gespräche laut «Handelsblatt» ernsthafter zu sein, da beide Unternehmen vorläufige Diskussionen bestätigt haben. Ende 2024 hatte Glencore Rio Tinto bereits angesprochen, eine Einigung gab es damals nicht.
Rio Tinto: Interesse am Kupfergeschäft
Analysten von Creditsights heben hervor, dass das Unternehmen besonders an Glencores Kupfergeschäft interessiert sein könnte. Glencore will dieses stark ausbauen und zum weltweit grössten Kupferproduzenten werden, wie «Cash» berichtet.
Der Fokus auf Kupfer könnte mit Rio Tintos Ausrichtung auf nachhaltige und zukunftsorientierte Metalle übereinstimmen. Das Unternehmen ist neben Kupfer auf Eisenerz und Aluminium spezialisiert, während Glencore ein breiteres Portfolio hat.
Ein möglicher Deal sieht die Übernahme von Glencore durch das finanziell stärkere Unternehmen Rio Tinto vor, schreibt das «Manager Magazin». Möglich wäre ein Zusammenschluss einzelner oder aller Geschäfte im Zuge eines Aktientauschs.
Frist bis Anfang Februar
Gemäss den britischen Übernahmeregeln hat Rio Tinto bis zum 5. Februar Zeit, ein formelles Angebot abzugeben. Andernfalls muss der Konzern erklären, dass er den Vorstoss nicht fortsetzen wird, berichtet die «Süddeutsche Zeitung».

Die Glencore-Aktien legten nach Bekanntwerden der Gespräche um mehr als sechs Prozent zu. Rio Tintos Papiere gaben laut «Handelsblatt» dagegen um 0,6 Prozent nach, da Anleger bei grossen Deals kurzfristige Dividendeneinbussen befürchten.
Experten von Creditsights warnen allerdings vor kulturellen Unterschieden zwischen den Unternehmen, die Integrationsprobleme verursachen könnten. Rio Tinto werde als konservativ und stabilitätsorientiert wahrgenommen, während Glencore für seinen aggressiven Ansatz bekannt sei.











