Für Schweizer Firmen sind der US-Dollar und der Euro sowohl im Einkauf als auch im Verkauf die wichtigsten Fremdwährungen.
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Dollarscheine auf einem Tisch (Symbolbild) - Pixabay

Das Wichtigste in Kürze

  • Gemäss einer CS-Umfrage wird der Euro im Einkauf stärker genutzt als der Franken.
  • 78 Prozent der befragten Firmen bezahlten für Vorleistungen zumindest teilweise in Euro.

Schweizer Unternehmen sind sehr stark mit dem Ausland vernetzt. Daher sind für sie der Euro und der US-Dollar die allerwichtigsten Fremdwährungen – sowohl im Einkauf wie im Verkauf. Mehr als jedes zehnte Unternehmen wickelt zudem Geschäfte in einer asiatischen Währung ab, wie einer am Montag publizierten Umfrage der Credit Suisse zu entnehmen ist. Die Währungsentwicklung ist daher für die Unternehmen sehr wichtig.

Bis Ende 2022 erwarten die von der Credit Suisse im Rahmen der jährlichen Devisenumfrage kontaktierten Firmen im Durchschnitt eine leichte Aufwertung des Euros gegenüber dem Franken auf 1,08. Dagegen wird beim Währungspaar USD/CHF mit einem Kurs von 0,93 Franken je Dollar eine Seitwärtsentwicklung erwartet. Zudem gehen rund 80 Prozent der Befragten bis Ende des kommenden Jahres nicht von einer Zinserhöhung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) aus.

Wie die Bank am Montag weiter mitteilte, wird der Euro im Einkauf stärker genutzt als der Franken. 78 Prozent der befragten Unternehmen bezahlten für Vorleistungen zumindest teilweise in Euro. In der Industrie seien es gar 85 Prozent und 71 Prozent im Dienstleistungsbereich. Beim Franken sind diese Werte mit 70 bzw. 75 und 63 Prozent tiefer.

Auch im Industriesektor wichtig

Die zweitwichtigste Fremdwährung und drittmeist genutzte Währung im Einkauf sei der US-Dollar, mit dem 40 Prozent der befragten Unternehmen zumindest einen Teil ihrer Bezüge beglichen. Im Durchschnitt erreiche der Euro im Einkauf einen Anteil von 44 Prozent und der Dollar rund einen Drittel. Im Verkauf ist der Franken die klare Nummer eins, wie die CS schreibt. Fast 70 Prozent der befragten Unternehmen setzten zumindest einen Teil der Produkte oder Leistungen in Franken ab. Beim Euro seien es etwas mehr als die Hälfte und beim Dollar rund ein Viertel.

Auch beim Verkauf geben im Industriesektor deutlich mehr Unternehmen an, dass der Euro (69%) und der US-Dollar (39%) zum Einsatz kommen – im Dienstleistungsbereich sind es laut CS nur 47 bzw. 31 Prozent. Sonstige Währungen spielten beim Absatz von Waren und Dienstleistungen eine deutlich geringere Rolle.

Trotz der Bedeutung von Euro und US-Dollar sichern nur 40 Prozent der Unternehmen ihre Fremdwährungsrisiken teilweise ab. Bei denjenigen, die Absicherungen vorgenommen hatten, betrug die Absicherungsquote im Durchschnitt etwa 60 Prozent. Dabei sicherten Firmen mit Fremdwährungsexposure gegenüber asiatischen oder südamerikanischen Währungen deutlich öfter ab, als Unternehmen, die einem Euro- oder US-Dollar-Wechselkursrisiko ausgesetzt seien.

Über die Hälfte der befragten Unternehmen (54%) nehmen laut CS ein Währungsrisiko bewusst in Kauf, um vielleicht sogar davon profitieren zu können. Die «natürliche Absicherung», also der Ein- und Verkauf in der gleichen Währung, sei der zweitmeist (32%) genannte Grund dafür, das Fremdwährungsexposure nicht abzusichern. Für eine Minderheit ist Absicherung zudem zu komplex. Befragt wurden von der Grossbank zwischen Ende September und Anfang November 2021 insgesamt 1'098 Unternehmen, von denen 90 Prozent international tätig waren.

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