Im Fahrwasser der Straffung der US-Zinspolitik: Der Euro fällt auf tiefsten Stand seit 20 Jahren. Derzeit wird 1 Euro zu 0,96 Schweizer Franken gehandelt.
Euro fällt
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt. Der Euro befindet sich derzeit auf dem tiefsten Stand seit fast 20 Jahren. (Symbolbild) - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die geldpolitische Straffung der Fed und der EZB hat auch dem Eurokurs geschadet.
  • Ein Euro wird derzeit zu 0,96 Franken gehandelt – das ist der tiefste Wert seit 20 Jahren.

Die Straffung der Zinspolitik der US-Notenbank Fed setzt dem Eurokurs zu. In der Nacht auf Donnerstag fällt der Euro auf den tiefsten Kurs seit 20 Jahren. Auch die anhaltende Unsicherheit an den Märkten, die der russische Angriffskrieg in der Ukraine zur Folge hat, schadet dem Euro.

Der Euro fällt in der Nacht auf Donnerstag bis auf 0,9809 US-Dollar. Dies markiert den tiefsten Stand seit rund 20 Jahren: Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs noch am Mittwochnachmittag auf 0,9906 US-Dollar festgesetzt.

Insbesondere der starke Dollar belastet den Euro. Die US-Währung profitiert ihrerseits von der falkenhaften Geldpolitik der US-Notenbank. Diese hatte am Mittwochabend den Leitzins zum dritten Mal in Folge kräftig angehoben.

Grund dafür ist die starke Inflation in den Vereinigten Staaten. Doch auch der Ukraine-Krieg treibt Investoren reihenweise in den sicheren Hafen des US-Dollars.

Nicht nur der Euro fällt: Unter Druck stand am Morgen auch der japanische Yen. Die Notenbank der drittgrössten Volkswirtschaft der Welt hält an ihrer lockeren Linie fest, wie die Bank of Japan mitteilte.

Zwar liegt die Inflation in Japan deutlich niedriger als in anderen Ländern. Sie steigt aber und ist zumindest für japanische Verhältnisse relativ hoch. Die Notenbank macht dennoch keine Anstalten, ihre extrem lockere Geldpolitik etwas zu straffen, was den Yen seit Monaten stark belastet.

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