Fed-Entscheid: Ökonomen befürchten weltweite Schuldenkrise

    Keystone-SDA
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    Nach dem Entscheid der Fed warnen Experten vor einer weltweiten Schuldenkrise. Die US-Notenbank hat ihren Leitzins um 0,75 Prozentpunkte erhöht.

    Federal Reserve System
    Die US-Notenbank Federal Reserve System hat den Leitzins erneut gehoben. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Am Mittwoch hat die US-Notenbank Fed ihren Leitzins erneut um 0,75 Prozent angehoben.
    • Ökonomen befürchten nun eine Schuldenkrise für wirtschaftsschwächere Länder.
    • Die Coronakrise und der Ukraine-Krieg sorgen derzeit für eine hohe Inflation weltweit.

    Die Entscheidungen der Fed sind weltweit zu spüren. Die US-Notenbank geht energisch gegen die Inflation vor – und wird dies wahrscheinlich auch weiterhin tun. Experten sind besorgt: Nicht nur die USA könnte das in eine Rezession stürzen.

    fed chef alan greenspan
    Alan Greenspan leitete die US-Notenbank von 1987 bis 2006. (Archivbild) - AFP/Archiv

    Mit ihrem dritten ungewöhnlich kräftigen Zinsschritt nacheinander setzt die US-Notenbank ihren aggressiven Kampf gegen die Inflation fort. Die strenge Geldpolitik soll die Teuerungsrate in den USA endlich spürbar senken.

    Die Fed erhöhte am Mittwoch ihren Leitzins erneut um 0,75 Prozentpunkte. Fed-Chef Jerome Powell machte zudem deutlich, dass mit den grossen Zinsschritten noch lange nicht Schluss ist. «Ohne Preisstabilität funktioniert die Wirtschaft für niemanden», sagte er.

    Auswirkung auf wirtschaftsschwache Staaten

    Doch die Entscheidung der Zentralbanker hat nicht nur Auswirkungen auf die grösste Volkswirtschaft der Welt, sondern auch auf wirtschaftsschwächere Staaten. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgiewa, warnt seit Monaten vor einer Schuldenkrise.

    Diese beträfe vor allem Länder mit mittlerem und niedrigem Einkommen. «Wir müssen erkennen, dass es eine tektonische Verschiebung gibt», sagte sie etwa im Juli. Die Welt sei schockanfälliger geworden.

    Aktuell führten die Auswirkungen der Lieferkettenunterbrechungen wegen der Corona-Pandemie und des Ukraine-Kriegs zu einer galoppierenden Inflation. Die Zentralbanken konzentrierten sich zwar zu Recht darauf, diese mit Zinserhöhungen zu bekämpfen, betonte die IWF-Chefin. Doch mit den Zinserhöhungen der Zentralbanken verschärften sich die globalen Finanzbedingungen stärker als bisher angenommen.

    Länder leiden unter starkem Dollar

    Das Hauptproblem: Die hohen Zinssätze treiben den US-Dollar in die Höhe – zum Nachteil anderer Länder. Denn nicht nur Importe werden teurer, sondern auch die Bedienung von Krediten.

    James Bullard
    James Bullard, US-Währungshüter (Fed). - keystone

    Die straffe Geldpolitik der US-Notenbank bekommen daher vor allem einkommensschwächere Länder zu spüren. Diese haben sich während der Pandemie hoch verschuldet und ihre Kredite in US-Dollar aufgenommen. Sie verdienen selbst aber keine Dollars. Die höheren Zinsen verteuern diese Kredite.

    Das passiert jetzt, wo die Inflation viele Länder in Zentralasien, Lateinamerika und in Afrika ohnehin schon in Nöte bringt. Die steigenden Zinssätze verschlimmern die Lage. Hinzu kommt, dass bei hohen Zinsen in den USA Kapital aus Entwicklungs- und Schwellenländern abfliessen kann. Denn steigen die Zinssätze in den USA, werden Anlagen dort attraktiver.

    Anleger, die aktuell in einkommensschwächeren Ländern investieren, könnten sich dazu entscheiden, stattdessen auf den nun attraktiveren US-Markt auszuweichen. Für die betroffenen Länder hat das schwerwiegende Folgen. Sie dürften sich noch schwerer von den katastrophalen Auswirkungen der Pandemie erholen.

    Die US-Zinspolitik kann in einkommensschwachen Ländern eine ernsthafte Wirtschaftskrise auslösen – wie auch die Geschichte zeigt. Die Folgen des sogenannten Volcker-Schocks sind dabei besonders in Erinnerung geblieben. Der legendäre Fed-Chef Paul Volcker erhöhte in den 1980er Jahren im Kampf gegen die Inflation drastisch die Zinsen.

    Schwere Schuldenkrise in Mexiko und Chile

    Das Wirtschaftswachstum in den USA wurde gebremst. Das riss aber auch andere Volkswirtschaften mit nach unten. Länder wie Mexiko und Chile schlitterten in eine schwere Schuldenkrise, von der sie sich jahrelang nicht erholten.

    In Lateinamerika sprach man gar von einem verlorenen Jahrzehnt. Auch in späteren Jahren hatten Zinsanhebungen der Fed immer wieder auch wirtschaftliche Folgen für Entwicklungs- und Schwellenländer.

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