Italien kauft Caravaggio-Porträt für 30 Millionen Euro
Der italienische Staat hat das Porträt von Monsignore Maffeo Barberini von Caravaggio (1571-1610) erworben. Der Kaufvertrag wurde am Dienstag im Kulturministerium in Rom unterzeichnet.

Das Werk soll nach Abschluss der administrativen Verfahren in die Sammlung der Gallerie Nazionali di Arte Antica im Palazzo Barberini in Rom aufgenommen werden. Kulturminister Alessandro Giuli sprach von einem «aussergewöhnlichen Meisterwerk», dessen Erwerb dem italienischen Staat nach mehr als einem Jahr Verhandlungen gelungen sei.
Das Gemälde zeigt den späteren Papst Urban VIII, damals Bischof Maffeo Barberini, im Alter von etwa 30 Jahren als Kleriker der Apostolischen Kammer. Die Zuschreibung an Caravaggio geht auf den Kunsthistoriker Roberto Longhi zurück, der das Werk 1963 in der Fachzeitschrift «Paragone» erstmals als authentisches Porträt des Malers identifizierte.
Caravaggio hat nur wenige Porträts gemalt; gerade einmal drei gelten als sicher überliefert. Entsprechend selten taucht ein solches Werk auf dem Kunstmarkt auf, teilte das Ministerium mit. Das Bild, das in Privatbesitz war, war seit November 2024 zeitweise im Palazzo Barberini ausgestellt, unter anderem im Rahmen der grossen Ausstellung «Caravaggio 2025», die mehr als 450'000 Besucherinnen und Besucher anzog.
Nach Angaben des Ministeriums zählt der Ankauf zu den bedeutendsten Investitionen des italienischen Staates in ein Kunstwerk. Ziel sei es, das Gemälde dauerhaft für öffentliche Sammlungen zu sichern und der Forschung sowie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im Palazzo Barberini wird das Porträt künftig neben anderen Werken Caravaggios zu sehen sein.
Erst im Februar hatte der italienische Staat das Gemälde «Ecce Homo» des Renaissancemalers Antonello da Messina (ca. 1430-1479) noch vor dessen geplanter Versteigerung in New York erworben. Der Kaufpreis lag bei 14,9 Millionen Dollar.














