Die EU-Kommission will «grüne» Versicherungen stärker fördern und damit zum Klimaschutz beitragen.
EU-Finanzmarktkommissarin Mairead McGuinnes
EU-Finanzmarktkommissarin Mairead McGuinnes - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Deutsche Versicherer üben Kritik.

Das geht aus einem Entwurf zur Reform der Versicherungsaufsicht hervor, den Finanzmarktkommissarin Mairead McGuinness am Mittwoch in Brüssel vorstellte. Danach soll die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen (EIOPA) Vorschläge machen, wie nachhaltige Produkte gefördert werden können. Versicherer sollen in ihrer internen Risikoeinschätzung zudem klimabezogene Faktoren stärker berücksichtigen.

Vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) kam Kritik an dem Vorschlag zur Überarbeitung der seit 2016 geltenden Solvabilitätsrichtlinie (Solvency II). Eine Vorzugsbehandlung für grüne Investments sei «aus Sicht der Finanzstabilität nicht zielführend», erklärte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. «Grüne Investitionen sind nicht automatisch risikolos.»

Asmussen kritisierte zudem, dass der Entwurf «wesentliche Fragen offen» lasse. Dies gelte etwa für die Rückstellungen, die Lebensversicherer für langfristige Garantiezusagen zu bilden hätten. In Deutschland sind Lebensversicherungen zur Vorsorge beliebt, obwohl sie kaum noch Rendite abwerfen. Die Anbieter leiden aber unter den Niedrigzinsen.

Der Kommissionsvorschlag geht nun zu Beratungen ins Europaparlament und in den Ministerrat als Vertretung der 27 Mitgliedsländer.

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