Deutschland ist «schlechteste grosse Volkswirtschaft der Welt»
Die deutsche Volkswirtschaft kommt in einem Bericht der «Financial Times» nicht gut weg. Die Ökonomen sprechen von einem «Autounfall in Zeitlupe».

Das Wichtigste in Kürze
- Die deutsche Volkswirtschaft ist 2023 um 0,3 Prozent geschrumpft.
- Damit schneidet Deutschland laut der «Financial Times» am schlechtesten ab.
- Die britischen Ökonomen üben zudem scharfe Kritik an der Ampel-Koalition.
Deutschland als eine der schlechtesten Volkswirtschaften weltweit? Die «Financial Times» findet in einem neuen Bericht vernichtende Worte für das Schweizer Nachbarland. Das Finanz-Medium schiesst vor allem gegen zusammengewürfelte Ampel-Regierung. Aber nicht nur...

Mit einem Rückgang von 0,3 Prozent sei Deutschland die «schlechteste grosse Volkswirtschaft der Welt», heisst es. Die Finanz-Profis nennen des Weiteren politische Rückschläge, landesweite Streiks. Und auch das Vertrauen in die Ampel-Koalition sei stark eingebrochen.
AfD im Aufschwung – Ökonomen beunruhigt
So standen Ende 2021 noch über die Hälfte der Wahlberechtigten hinter dem Regierungsbündnis. Heute ist es nicht mal mehr ein Drittel.
Profitieren von der grossen Unzufriedenheit mit der Ampel konnte dabei vor allem eine Partei: die AfD. Die britischen Ökonomen zeigen sich aufgrund des Zuspruchs für die rechtspopulistische Partei beunruhigt. So könnte die AfD in diesem Jahr drei Landtagswahlen gewinnen.
Die derzeitigen Unruhen würden zudem das Gefühl verstärken, dass die deutsche Wirtschaft nicht funktioniert, kritisiert die «FT» weiter. Hohe Energiekosten belasten Haushalte und Unternehmen, die Industrieproduktion ist rückläufig und es herrscht ein Fachkräftemangel.
Zusammengefasst meint die «Financial Times»: Das Vertrauen in das Regierungsbündnis schwindet – langsam, aber sicher. So kam es aufgrund angekündigter Sparmassnahmen jüngst auch zu Streiks, beispielsweise unter den Landwirten.
Ampel-Koalition muss sich «zusammenreissen»
Die Analysten machen die Ampel-Koalition zwar nicht für alle Missstände in Deutschland verantwortlich. Jedoch seien die SPD, die Grünen und die FDP noch nie ideale Partner gewesen.
Noch im letzten Jahr sprach Bundeskanzler Olaf Scholz in Davos von einer «neuen deutschen Geschwindigkeit» als Massstab für Wirtschaftsreformen. Das knallharte Fazit der Experten lautet nun aber ganz anders: Die deutsche Volkswirtschaft gleiche eher einem «Autounfall in Zeitlupe».
Die Koalition müsse sich «endlich zusammenreissen». Denn auf Deutschland würden keine einfacheren Zeiten warten. Die marode Infrastruktur, die hohen Energiekosten und die langsame Digitalisierung – all diese Themen müssten dringend angegangen werden.




















