Keine Entspannung bei den deutschen Konsumentenpreisen – im Gegenteil: Im Mai legt die Teuerungsrate noch einmal deutlich zu.
Inflation
Das Statistische Bundesamt hat die erste Schätzung zur Inflationsrate für Mai 2022 bekanntgegeben. - Marijan Murat/dpa
Ad

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Teuerung in Deutschland kratzt an der Acht-Prozent-Marke.
  • Ähnlich hohe Werte gab es zum letzten Mal in Deutschland im Jahr 1973.
  • Weitere Zinserhöhungen sollen der Inflation entgegenwirken.

Im Mai zog die Inflation auf bereits rekordverdächtigem Niveau weiter an: Die Konsumentenpreise lagen um 7,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag anhand vorläufiger Daten mit.

Damit verharrte die Inflation in Deutschland im dritten Monat in Folge über der Marke von sieben Prozent. Im März war die jährliche Teuerungsrate von zuvor 5,1 Prozent sprunghaft auf 7,3 Prozent gestiegen. Im April lag die jährliche Teuerungsrate bei 7,4 Prozent. Von April auf Mai 2022 zogen die Preise den vorläufigen Zahlen zufolge um 0,9 Prozent an.

Ähnlich hohe Werte gab es zum letzten Mal im Jahr 1973

Inflationsraten auf diesem Niveau gab es im wiedervereinigten Deutschland zuvor nicht. In den alten Bundesländern muss man in der Zeitreihe bis in den Winter 1973 zurückgehen, um ähnliche Werte zu finden. Damals waren die Mineralölpreise infolge der ersten Ölkrise stark gestiegen.

Auch aktuell treiben stark gestiegene Energiepreise die Inflation in Deutschland wie im Euroraum insgesamt. Dieser seit Monaten zu beobachtende Trend hat sich durch den russischen Angriff auf die Ukraine noch verschärft. Zudem hat die Industrie wie schon während der Corona-Pandemie damit zu kämpfen, dass Lieferketten nicht reibungslos funktionieren.

Weitere Zinserhöhungen sollen Inflation bekämpfen

Höhere Inflationsraten schmälern die Kaufkraft von Konsumenteninnen und Konsumenten, weil sie sich für einen Euro dann weniger leisten können. Die Bundesregierung hat zwei milliardenschwere Pakete geschnürt, um die Menschen zu entlasten.

Mittlerweile ist auch die erste Zinserhöhung im Euroraum seit elf Jahren angepeilt: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat in Aussicht gestellt, mit zwei Zinsschritten die negativen Einlagenzinsen von minus 0,5 Prozent zu beenden. Mit höheren Zinsen kann steigende Inflation bekämpft werden.

Ad
Ad

Mehr zum Thema:

EZBCoronavirusDatenEuroInflation