Deutsche Bank erzielt Vergleich: Millionen-Klage vom Tisch
Die Deutsche Bank hat sich eine 152-Millionen-Euro-Klage eines ehemaligen Investmentbankers mit einem aussergerichtlichen Vergleich vom Hals geschafft. Die Parteien hätten «alle Forderungen und Vorwürfe» vertraulich beigelegt, teilte ein Sprecher der Bank am Montag mit.

Details der Einigung nannte das Geldhaus auch auf Nachfrage nicht. «Die Beilegung dieses Rechtsstreits wird aber nur einen kleinen finanziellen Effekt im dritten Quartal 2026 haben.» Das Landgericht Frankfurt sagte die für diesen Donnerstag geplante Verhandlung ab: Der Kläger habe die Klage zurückgenommen.
Der Mann hatte Schadenersatz in dreistelliger Millionenhöhe von seinem ehemaligen Arbeitgeber verlangt. Anlass waren frühere Geschäfte der Deutschen Bank mit der italienischen Banca Monte dei Paschi di Siena, die in Italien ein Strafverfahren nach sich gezogen hatten.
Der ehemalige Investmentbanker verlangte einen Ausgleich «wegen angeblicher Schäden, die seiner Karriere durch das italienische Strafverfahren und das erstinstanzliche Urteil entstanden seien». So steht es im Deutsche-Bank-Geschäftsbericht 2025.
Laut Landgericht hatte der Kläger angeführt, die Bank habe in früheren Jahren von einer fraglichen Bilanzierungsmethode Gebrauch gemacht und ihn dann als «Sündenbock» vorgeschoben, als Aufsichtsbehörden und Presse darauf aufmerksam geworden seien.
Vier weitere entsprechende Klagen sind noch in London anhängig. Der Streitwert in diesen Fällen beläuft sich auf insgesamt mehr als 600 Pfund (657 Millionen Franken).
Die Deutsche Bank hat die Forderungen der Ex-Mitarbeiter und deren Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen. Die Klagen seien unbegründet. Die Bank werde sich entschieden gegen sie verteidigen.
Hintergrund des Rechtsstreits sind komplexe Derivategeschäfte, die die Deutsche Bank 2008 mit der Banca Monte dei Paschi di Siena (MPS) und einer Tochtergesellschaft der MPS abgeschlossen hatte und die später neu klassifiziert wurden. 2019 wurden in diesem Zusammenhang fünf ehemalige und ein damals aktiver Mitarbeiter der Deutschen Bank in Italien wegen Beihilfe zur Bilanzfälschung in Tateinheit mit Marktmanipulation zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. In einem Berufungsverfahren gab es 2022 dann Freisprüche für alle Beklagten.














