Coronavirus: Warum zieht der Bund Amazon der Swisscom vor?

    Michael Bolzli
    Michael Bolzli

    Bern,

    Für die Corona-App bezieht der Bund Cloud-Dienste von Amazon. Die teilstaatliche Swisscom wurde gar nicht erst angefragt.

    Corona-Tracing-App
    Eine Corona-Tracing-App ist auf einem Smartphone zu sehen. (Symbolbild) - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Bei der Covid-App setzt der Bund auf die Dienste von Amazon.
    • Swisstopo arbeitete bereits vor der Krise mit Amazon zusammen.

    Die Corona-App des Bundes setzt auf Amazon. Die Web-Dienste des Onlinegiganten werden für die Zwischenlagerung von Daten genutzt.

    Der Datenschutz sei gewährleistet, heisst es vonseiten des Bundes. Auch der Datenschutz-affine Grünen-Nationalrat Balthasar Glättli sieht in diesem Vorgehen kein Problem. Sensible Daten seien ja ausschliesslich auf dem eigenen Mobiltelefon abgespeichert.

    Allerdings stellt sich die Frage, warum die App Daten überhaupt bei Amazon zwischenlagert. Immerhin ist mit der Swisscom auch ein Schweizer Unternehmen im Cloud-Geschäft tätig, das zudem noch teilstaatlich ist.

    Swisscom hatte keinen Kontakt mit Bundesrat

    Doch dort haben die Bundesbeamten nicht nachgefragt. «Wir waren diesbezüglich mit dem Bundesrat nicht in Kontakt», sagt Swisscom-Sprecherin Sabrina Hubacher.

    Bezos Brücke
    Amazon-Gründer Jeff Bezos. - Keystone

    Ob die Swisscom eine passende Lösung anbieten könnte, kann sie nicht beantworten. «Da wir die detaillierten Anforderungen nicht kennen, können wir keine abschliessende Aussage machen.»

    Fakt ist: Eine öffentliche Ausschreibung hat es nicht gegeben, bestätigt das Bundesamt für Gesundheit. Der Basisauftrag belief sich auf 200'000 Franken, Bedarfsstelle war das Bundesamt für Landestopografie Swisstopo. Das Kostenmaximum liegt bei 2 Millionen Franken.

    Bund kennt Amazon-Dienste bestens

    Und warum kriegte Amazon den Vorrang? «Swisstopo nutzt für den Betrieb des Geoportals des Bundes seit Längerem Cloud-Dienste von Amazon Web Services», sagt BAG-Sprecher Gregor Lüthy. Darum wurde für das Swiss-Covid-System «aufgrund der dringlichen Situation» Cloud-Leistungen auf Basis der bestehenden Grundlage bezogen.

    Zweiter Punkt war das Know-how. «Dadurch konnte auf bundesintern bereits vorhandenes Fachwissen zurückgegriffen werden, um diese benötigten Services schnell nutzen zu können.»

    Kommentare

    Weiterlesen

    Corona-App Amazon
    327 Interaktionen
    Liest Bezos mit?

    MEHR CORONAVIRUS

    Sportler
    40 Interaktionen
    Xhaka-Hammer
    Impfung Covid
    50 Interaktionen
    Covid-19
    Luftfahrt
    9 Interaktionen
    Passagierzahlen
    Long Covid
    4 Interaktionen
    Obwalden

    MEHR AUS STADT BERN

    rossmann
    36 Interaktionen
    Drogeriekette in Bern
    YB
    1 Interaktionen
    Schon gegen GC?