Coronavirus

    Coronavirus: Gastrosuisse schockiert über Lockdown-Idee

    Nicola Aerschmann
    Nicola Aerschmann

    Bern,

    Die Taskforce hat dem Bundesrat deutlich schärfere Massnahmen gegen das Coronavirus vorgeschlagen. Bei Gastrosuisse stossen diese Ideen auf Unverständnis.

    casimir platzer gastrosuisse coronavirus
    Gastrosuisse-Präsident Casimir Platzer. (Archivbild) - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Gastrosuisse schiesst scharf gegen die wissenschaftliche Taskforce.
    • Diese hatte dem Bundesrat unter anderem einen Beizen-Lockdown vorgeschlagen.
    • Eine solche Schliessung sei für die Branche «nicht mehr verkraftbar», so der Verband.

    Am 17. Dezember hat der Bundesrat neue Massnahmen im Kampf gegen das Coronavirus beschlossen. Wie nun bekannt wurde, hatte die Taskforce eigentlich deutlich strengere Massnahmen empfohlen.

    Nach den Vorschlägen der Wissenschaftler wäre es zu einem neuen Lockdown gekommen. Die Einschränkungen hätten auch die Geimpften betroffen. Unter anderem Restaurants hätten erneut schliessen müssen.

    Tanja Stadler
    Tanja Stadler, Leiterin der wissenschaftlichen Taskforce zur Eindämmung des Coronavirus. (Archivbild) - Keystone

    Beim Branchenverband Gastrosuisse kommen diese Ideen entsprechend alles andere als gut an. Astrid Haida, Verantwortliche Online-Kommunikation beim Verband, schreibt auf Anfrage von Nau.ch: «Eine weitere Schliessung wäre nicht mehr verkraftbar.»

    Viele Betriebe fürchten schon mit den aktuell geltenden Massnahmen um ihre Existenz, so Haida. Sie erklärt: «Die Verunsicherung in der Bevölkerung hat wiederum zu vielen Stornierungen geführt und die Reserven sind aufgebraucht.» Gastrosuisse fordert deshalb auch, dass die durch 2G entstandenen Umsatzausfälle entschädigt werden.

    GDK will in Sachen Coronavirus abwarten

    Grundsätzlich teilt dagegen die Konferenz der Gesundheitsdirektoren die Besorgnis der Taskforce, wie Generalsekretär Michael Jordi sagt. Jedoch sieht man in den Kantonen keinen Grund zur Eile.

    Es brauche neue Massnahmen, wenn sich die Lage nicht bald deutlich entspanne, so Jordi. Die Politik müsse aber letzten Endes entscheiden, welche Massnahmen mehrheitsfähig und machbar sind.

    Lukas Engelberger Coronavirus
    Lukas Engelberger, Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz. - Keystone

    Auch bezüglich Omikron will die GDK abwarten: «Derzeit geht es vor allem darum, die Folgen der stark zunehmenden Omikron-Variante besser zu erfassen. Damit dann die richtigen Massnahmen getroffen werden können», so Jordi.

    Im Gegensatz zur Taskforce will man die Geimpften nicht gleich einschränken wie die Ungeimpften. Es könne aber sein, «dass auch Geimpfte in beschränkterem Ausmass von Massnahmen betroffen sein können», betont Jordi. Dies, wenn die Daten zur Verbreitung des Coronavirus ein solches Vorgehen nahelegen.

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