Der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Joachim Rukwied, pocht angesichts der Getreidekrise infolge des Ukraine-Krieges auf die Freigabe stillgelegter Ackerflächen.
Blick auf Rapsfelder bei Dortmund
Blick auf Rapsfelder bei Dortmund - AFP
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Das Wichtigste in Kürze

  • Verbandschef Rukwied wirft Agrarministern Verschärfung der Ernährungskrise vor.

Dies würde es beispielsweise ermöglichen, «auf zusätzlichen 200.000 Hektar 1,4 Millionen Tonnen Weizen erzeugen», sagte Rukwied am Freitag im ZDF-«Morgenmagazin». «Unsere Landwirte wollen das tun und sind enttäuscht, sind frustriert, dass dieses Angebot seitens der Agrarministerkonferenz einfach nicht aufgenommen wurde.» Der Bauernpräsident warf der Politik vor, dadurch die Ernährungskrise «wissentlich» zu verschärfen.

Die Landwirtschaftsminister von Bund und Ländern hatten sich auf ihrer digitalen Sonderkonferenz am Donnerstag nicht auf Ausnahmen von Umweltauflagen zur Steigerung des Getreideanbaus einigen können.

Niedersachsens Ressortchefin Barbara Otte-Kinast (CDU) erklärte, zu der von der EU vorgeschlagenen Möglichkeit, im kommenden Jahr Ausnahmen beim Fruchtwechsel und bei der Stilllegung von Ackerflächen zu erlauben, habe es keine einheitliche Haltung der Bundesländer und auch keine Zusage des Bundes gegeben. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) habe einen Vorschlag für kommende Woche angekündigt.

Die neue Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU sieht vor, dass ab 2023 auf Ackerland jährlich etwas anderes angebaut werden muss. Der Fruchtwechsel soll die Böden schützen. Vier Prozent der Anbauflächen müssen stillgelegt werden. Brüssel hatte den Mitgliedstaaten vergangene Woche aber die Möglichkeit eingeräumt, diese Auflagen für den Getreideanbau zu lockern. So soll die Getreideproduktion auf dem Kontinent gesteigert und mögliche Ausfälle infolge des Ukraine-Krieges kompensiert werden.

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