Barry Callebaut erwartet keine Wiederholung des Kakaopreisschocks
Der weltgrösste Schokoladenhersteller Barry Callebaut rechnet trotz des starken Klimaphänomens El Niño in diesem Jahr nicht mit einer Wiederholung des historischen Kakaopreisschocks der vergangenen Jahre. Es bleibe aber ein wichtiger Risikofaktor für die Entwicklung der Kakaopreise, sagte Konzernchef Hein Schumacher am Dienstag an einer Telefonkonferenz mit Journalisten.

El Niño ist ein Klimaphänomen im Pazifik, das weltweit Wetterveränderungen auslöst. Als mögliche Folgen nannte der Konzernchef deutlich höhere Niederschläge in den Kakao-Herkunftsländern wie Ecuador sowie höhere Temperaturen in Westafrika. Aus dieser Region stammen rund 60 Prozent der weltweit produzierten Kakaobohnen.
Das Klimaphänomen sei zwar nicht allein für den drastischen Preisanstieg der vergangenen Jahre verantwortlich gewesen, habe dabei aber eine wichtige Rolle gespielt, so Schumacher. Die genauen Auswirkungen in diesem Jahr auf die Ernten in den wichtigsten Anbaugebieten seien derzeit aber noch schwer abzuschätzen. Mehr Klarheit erwartet das Management gegen Ende Juni oder im Juli.
Trotz dieser Risiken sieht Barry Callebaut derzeit keine Anzeichen für eine erneute Preisexplosion. «Wir erwarten nicht, dass die Preise in dem Ausmass steigen werden wie in den vergangenen Jahren», sagte Schumacher. Finanzchef Peter Vanneste hatte zuvor in einer Telefonkonferenz mit Analysten erklärt, der Markt sei weiterhin von einem Angebotsüberschuss geprägt.
Der Preis für Kakao notierte über Jahre hinweg meist im Bereich zwischen rund 1000 und 2000 britischen Pfund je Tonne. Anfang 2024 schoss der Preis unter anderem wegen schlechter Ernten und tiefer Lagerbestände zeitweise auf über 9000 Pfund hoch, bevor er wieder zurückfiel. Aktuell bewegt er sich bei etwa 3000 Pfund und damit weiterhin deutlich über dem früheren Niveau.










