Barry Callebaut suspendiert Kakao-Lieferanten nach Vorwürfen
Der Schokoladen- und Kakaoproduzent Barry Callebaut hat einen Kakao-Lieferanten aus Brasilien nach Vorwürfen im Zusammenhang mit der Entwaldung vorläufig aus seiner Lieferkette ausgeschlossen. Anlass ist ein Bericht der Umweltorganisation Aid Environment über Nachhaltigkeitsrisiken im Kakao-Anbau des südamerikanischen Landes.

Die Umweltorganisation identifizierte neun Kakao-Farmen in den Bundesstaaten Pará und Bahia, die mit jüngerer Entwaldung, wegen Umweltverstössen verhängten Bussen, behördlichen Sperren, Unregelmässigkeiten bei Landtiteln oder Überschneidungen mit indigenen Gebieten in Verbindung stehen. Zudem verweist die Organisation auf Fälle von Arbeitsbedingungen, die nach Behördenangaben sklavenähnlich gewesen seien.
Barry Callebaut erklärte der Nachrichtenagentur AWP, die im Bericht angesprochenen Punkte bereits vor dessen Veröffentlichung mit Aid Environment eingehend geprüft zu haben. Das Unternehmen habe seine Systeme zur Sorgfaltsprüfung, Rückverfolgbarkeit und Überwachung erläutert und eine räumliche Analyse der untersuchten Flächen durchgeführt, sagte eine Sprecherin des Schokoladenkonzerns. Der Lieferant Fazenda Gameleira bleibe bis zum Abschluss weiterer Untersuchungen suspendiert.
«Wir bleiben dem Waldschutz, der Umsetzung der EU-Entwaldungsverordnung und dem Aufbau entwaldungsfreier Kakao-Lieferketten fest verpflichtet», sagte die Sprecherin weiter. Die Analyse habe keine Hinweise auf eine wesentliche Entwaldung im relevanten Zeitraum ergeben.
Die Expertin für entwaldungsfreie Lieferketten bei Aid Environment, Sarah Drost, würdigte den Austausch mit dem Schweizer Konzern. «Diese Art des Austauschs ist selten, müsste es aber nicht sein. Tatsächlich müssen wir solche Massnahmen häufiger sehen, insbesondere auch von anderen bedeutenden Unternehmen», schrieb sie auf Linkedin.










