Der Sommer 2018 war heiss, trocken und laut deutschen Wetter-Experten nicht der letzte dieser Art. Sie prognostizieren: 2019 wird genauso schlimm.
Stefan Brönnimann, Professor für Klimatologie, erklärt wie wahrscheinlich ein weiterer Hitzesommer wird. - Nau
Ad

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Wetterdienst «wetter.com» warnt vor einem weiteren Hitzesommer.
  • Ein Berner Klimatologie Professor zweifelt an der Genauigkeit der Prognose.
  • Er warnt aber auch: Die Sommer in der Schweiz werden immer heisser.

2019 soll es in Deutschland wieder einen Hitzesommer geben. Davor warnt der Wetterdienst «wetter.com». An dieser frühen Vorhersage zweifelt ein Berner Klimaforscher.

Die Erde wird zum Treibhaus

«Es ist schwierig, im März eine Wetterprognose für den Sommer zu machen», findet Stefan Brönnimann. Er ist Professor für Klimatologie an der Universität Bern.

Um das Wetter mehrere Monate weit voraussagen zu können, müssten mehrere Faktoren eingerechnet werden. Beispielsweise die Schneebedeckung oder das Wetterphänomen El Niño.

Heisses Wetter in Bern
Angenehme Abkühlung im Sommerwetter: Das Wasserspiel auf dem Bundesplatz. - Keystone

Eine Entwarnung will der Klimaforscher aber nicht geben. Im Gegenteil: «Die Temperaturen werden immer wärmer, wegen dem Treibhauseffekt. Man muss einen warmen Sommer erwarten.»

«Erwarten in Zukunft vermehrt Sommertrockenheit»

Nicht nur die Hitze beschäftigt die Deutschen Wetter-Experten, sondern auch der Regen. Glaubt man der Vorhersage, sieht es übel aus: Schwere Trockenheit im Norden, zu viel Regen im Süden.

Brönnimann sieht es gelassener: «Ob das im Sommer 2019 wirklich so wird, werden wir sehen». Niederschlagsprognosen mehrere Monate im Voraus seien «sehr schwierig». Betrachte man aber einen längeren Zeitraum, seien die Vorhersagen richtig: «Es geht in Richtung trockenere und heissere Sommer.»

Heisses Wetter bringt Wassernot.
Wegen heissem Wetter: Die Schweizer Armee beliefert eine Alp bei Schänis mit Wasser für die Kühe. - Keystone

Wetterschäden auch in der Schweiz bemerkbar

Die Schäden, die der Klimawandel und die Hitze anrichten, sind für Brönnimann aber nicht blosse Zukunftsmusik. «Wir haben es letzten Sommer gesehen, auch 2015 und 2003. Es betrifft die Landwirtschaft, es betrifft die Wasserwirtschaft und das Transportwesen.»

Und vorallem betreffe es diejenigen Leute, «die in den heissen Städten schlafen können müssen». Auch Tiere und Pflanzen seien von der Erwärmung der Erde betroffen.

Das ganze Interview mit Stefan Brönnimann, Professor für Klimatologie. - Nau

Mehr zum Thema:

Universität Bern Klimawandel