Martin Pfister verrät sein Kaffee-Ritual mit Guy Parmelin
Guy Parmelin verlässt Ende Jahr den Bundesrat. Kollege Martin Pfister wird vor allem eines fehlen: die gemeinsamen Kaffees auf ihrem Balkon.
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Das Wichtigste in Kürze
- Guy Parmelin tritt Ende Jahr aus dem Bundesrat zurück.
- Martin Pfister hätte ihn gerne noch ein Jahr länger im Amt gesehen.
- Die beiden trinken frühmorgens gemeinsam Kaffee auf ihrem Balkon.
- In der Bundesratssitzung bedankte sich Pfister für die «Balkonfreundschaft».
Wenn Guy Parmelin (66) Ende Jahr aus dem Bundesrat ausscheidet, verliert Martin Pfister (63) nicht nur einen Kollegen.
«Ich verliere meinen Balkon-Nachbarn», sagt der Verteidigungsminister am Freitagabend bei der Talkshow «Heute ZUGast» in Zug. Und dahinter steckt eine kleine Tradition, die einen überraschend persönlichen Einblick in den Alltag der Landesregierung gibt.
Pfister und Parmelin sind nämlich beide Frühaufsteher.
Kaffee, wenn es im Bundeshaus noch ruhig ist
«Guy Parmelin hat jeweils am Morgen früh immer vor sechs angefangen, ich nach sechs», erzählt Pfister. Auch er sei damit so früh im Bundeshaus gewesen, «dass noch fast niemand da ist».
Die ruhigen Minuten nutzten die beiden für einen Kaffee auf dem gemeinsamen Balkon ihrer Büros.
«Es ist vielleicht einmalig in der Welt, dass zwei Minister einen gemeinsamen Balkon haben und sich treffen können, ohne dass irgendjemand rundherum etwas merkt», sagt Pfister.
Moderator Dominik Widmer (41) will daraufhin wissen, wie dieser Balkon eigentlich eingerichtet ist. Pfister muss lachen. Die Antwort fällt ziemlich schlicht aus: «Er hat gar keine und ich habe zwei Stühle.»
Abschied von der «Balkonfreundschaft»
Bei «Heute ZUGast» erzählt Pfister auch, wie die Bundesratskollegen überhaupt von Parmelins Rücktritt erfuhren.
Am Freitagmorgen traf sich die Landesregierung zunächst wie üblich zu einem kleinen Frühstück. Parmelin sei gewöhnlich als Erster da, erzählt Pfister. Bei Kaffee und Gipfeli werde schon das eine oder andere besprochen, das später in der Sitzung auf den Tisch kommt.

Diesmal wurde es unter dem letzten Traktandum «Varia» persönlich. Parmelin teilte seinen Kolleginnen und Kollegen mit, dass der 31. Dezember sein letzter Tag im Amt sein werde.
Pfister gibt auch Einblick in die Reaktion beim Bundesrat. Diese laufe ziemlich formalisiert ab: Die Mitglieder würdigten Parmelin der Reihe nach. Als amtsjüngster Bundesrat kam Pfister zuletzt dran.
«Ich habe mich bedankt für diese Balkonfreundschaft», erzählt er.
«Eigentlich ist er noch fit»
Völlig überraschend kam der Rücktritt für Pfister nicht. «Ja, ich habe es auch vermutet», sagt er. Trotzdem hätte er Parmelin gerne noch etwas länger im Bundesrat gesehen. «Ich hätte es gut gefunden, wenn er noch ein Jahr gemacht hätte.»
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Dann schiebt Pfister mit einem Schmunzeln nach: «Eigentlich ist er noch fit, auch wenn es nicht so aussieht.»
Gleich darauf macht er aber deutlich, wie sehr er die Leistung seines Kollegen schätzt. Parmelin absolviere ein enormes Programm und sei viel unterwegs. «Er leistet wirklich ein unglaubliches Pensum», sagt Pfister. «Ich staune, wie er das macht.»
Nach elf Jahren ist Schluss
Guy Parmelin gehört seit 2016 dem Bundesrat an. Zunächst leitete der SVP-Politiker das Verteidigungsdepartement, 2019 wechselte er ins Wirtschaftsdepartement WBF.
2026 ist der Waadtländer zum zweiten Mal Bundespräsident. Bereits 2021 hatte er dieses Amt inne.
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Am Freitag kündigte Parmelin seinen Rücktritt auf Ende Jahr an. Damit endet seine Zeit in der Landesregierung nach elf Jahren. Seine Nachfolgerin oder sein Nachfolger wird in der kommenden Wintersession gewählt.












