Franken

Paradeplatz-Cappuccino kostet jetzt 9 Franken - Teenies finden's ok

Stephan Felder
Stephan Felder

Zürich,

Kaffee wird seit Jahren immer teurer. Am Zürcher Paradeplatz müssen Kunden jetzt besonders tief in die Tasche greifen.

Ralph's Coffee
Im Ralph's Coffee am Zürcher Paradeplatz kostet der Cappuccino nun neun Franken. - Nau.ch

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Cappuccino kostet im Ralph’s Coffee acht Franken, mit Hafermilch sogar neun.
  • Das neue Lokal am Paradeplatz gehört zum Kleiderladen Ralph Lauren.
  • Trotz hohem Preis wird das Lokal überrannt.

Ein Kafi Crème kostet in der Deutschschweiz durchschnittlich 4.65 Franken. Seit Jahren steigt der Preis. In Zürich sind gar 5.50 fürs Kafi Crème oder sechs Franken für einen Cappuccino weitverbreitet.

Jetzt aber sprengt ein neues Café am Paradeplatz die Grenzen des Möglichen: Satte neun Franken zahlt man im Ralph’s Coffee für eine Tasse Cappuccino mit Hafermilch.

Mit Kuhmilch sind es immer noch acht Franken. Ein Espresso kostet sechs Franken. Man muss ihn sogar selbst an der Theke abholen.

Dagegen wirkt sogar der Zehn-Franken-Cappuccino im Dolder Grand vernünftig. Denn hier sind Guetzli und zuvorkommender Service inklusive.

Die Filiale ist durch und durch amerikanisch eingerichtet

Ralph’s ist das hippe, chice neue Lokal im Innern des Kleidershops Ralph Lauren, gegenüber des Zeughauskellers. Bekannt aus den USA, etwa der Madison Avenue in New York.

Die Zürcher Filiale eröffnete Ende März, ist ebenfalls in grün-weiss eingerichtet, der weltbekannte Polo-Teddy steht an jeder Ecke in Lebensgrösse.

Die Filiale ist durch und durch amerikanisch eingerichtet. Sogar die Toilette (man muss durch den ganzen Shop ins Obergeschoss) hat den typisch amerikanischen Spül-Knopf und goldene Kleiderhaken.

Und: Trotz Mega-Preis rennen junge Leute den Baristas die Türen ein.

Es sind vor allem Frauen ab 25, die mit ihren Partnern herkommen. Oversize-Blazer, Louis-Vuitton-Tasche, helle Sneakers, Sonnenbrille. Die Männer tragen den Pulli über die Schulter gelegt, Käppi und helle Jeans.

Ein Tourist aus Indonesien hat soeben 16 Franken für zwei Kaffees bezahlt und sagt zu Nau.ch: «Zürich ist viel teurer als der Rest Europas.»

Der teure Kaffee sei «das Geld nicht wert». Aber «wir sind halt Touristen und hatten keine Zeit, was anderes zu suchen.»

Reizt dich ein Besuch im Café am Paradeplatz?

Zwei Teenie-Meitli (14 und 15), beide Expats, die in Zürich leben, haben kein Problem damit. Sie sagen: «Der Preis ist okay für Ralph’s. Überall sonst würden wir das nicht zahlen.»

Viele Modelabels bieten eigene Cafés an

Modelabels mit eigenen Cafés: Das ist inzwischen ein klarer Trend im Luxus- und Lifestyle-Retail. In Mailand gibt es das Emporio Armani Caffè; in New York neben Ralph's Coffee auch Le Café Louis Vuitton.

Nicht nur Luxusmarken setzen auf dieses Konzept. Zara bietet in Madrid oder Seoul das Zacaffè an. Die Roger-Federer-Marke Uniqlo setzt in New York oder Tokio auf Uniqlo Coffee.

Das Ziel ist klar: Der Store soll nicht nur Verkaufsfläche sein, sondern ein Aufenthaltsort. Es soll der Lifestyle verkauft werden, nicht nur das Produkt.

Und nicht zuletzt sind die entsprechenden Cafés wie Ralph's Coffee in Zürich bewusst «instagrammable» gehalten: Also extra so designt und eingerichtet, dass sie eine ideale Bühne für Influencer bieten.

Kommentare

User #4858 (nicht angemeldet)

Kaffee als Lifestyle. Man lässt sich Alles andrehen.

User #386 (nicht angemeldet)

Ich weiss nicht warum man sich solcher Preise aufregt? Man geht einfach dort hin.

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