YB – Lunde: Warum nicht Alain Sutter als Spycher-Nachfolger?
Lars Lunde erwartet von YB in Luzern eine Reaktion auf die erste Saisonniederlage. Und der Nau.ch-Kolumnist schlägt einen Nachfolger für Christoph Spycher vor.

Das Wichtigste in Kürze
- Lars Lunde hofft, dass ein YB-Systemausfall wie gegen den FCZ nicht mehr vorkommt.
- Der Nau.ch-Kolumnist sieht die Berner als einzigen Gegner für Leader Lugano.
- Zudem schlägt Lunde Alain Sutter als Nachfolger von Christoph Spycher vor.
Hätte man mich letztes Wochenende zur Pause gefragt, ob YB das Spiel gegen den FCZ noch aus der Hand gibt? Meine Antwort wäre klar gewesen: Auf keinen Fall! Trotzdem steht am Ende ein 3:5 – und damit die erste Saisonniederlage.

Es stellt sich die Frage: War das ein Ausrutscher? Das kann sein – aber vielleicht ist YB eben noch nicht so weit, wie wir nach den letzten Partien gedacht haben. Auf jeden Fall darf so ein Systemausfall nicht noch einmal passieren, wenn man ganz vorne angreifen will.
Der FC Lugano ist die einzige konstante Mannschaft der Super League und steht zu Recht ganz vorne in der Tabelle.
«Nur YB kann Lugano noch gefährden»
Trotzdem glaube ich nicht, dass die Tessiner ihre Pace durchziehen. Ihre Schwächephase wird noch kommen, zumindest hoffe ich das. Ich will schliesslich, dass YB Meister wird.
Aber dann müssen die Young Boys auch bereit sein und zuschlagen, wenn Lugano Punkte liegen lässt. Solche Ausrutscher wie gegen den FCZ haben da keinen Platz.
Denn da lege ich mich fest: YB ist das einzige Team in der Super League, das Lugano noch einholen kann. Alle anderen sind nicht gut genug für den Meistertitel.

Vor der nächsten Natipause (wie viele gibt es eigentlich noch?) ist heute eine Reaktion in Luzern gefragt. Ein Selbstläufer wird das nicht, die Innerschweizer sind für mich eine Wundertüte.
Die Balance zwischen jungen Spielern und gestandenen Profis stimmt beim FCL nicht immer. In den letzten Saisons hätte ich gesagt, man braucht etwas Glück, um in Luzern zu gewinnen. Aber aktuell sage ich: Als YB musst du dort gewinnen, sonst kannst du die Meisterambitionen vergessen.
Lars Lunde: «Warum holt YB nicht Alain Sutter?»
Zum Schluss noch ein anderes Thema: Ich hatte in meiner letzten Kolumne zu 50 Prozent recht: Christoph Spycher (48) wechselt nicht zu Frankfurt. Allerdings wird er seine operativen Ämter bis zum kommenden Herbst abgeben.
Das ist ein Entscheid, mit dem alle leben können: Wuschu kann sich erholen und neu orientieren, bleibt YB aber trotzdem mit Rat und Tat zur Seite. Und er lässt dem Club damit genügend Zeit, einen Nachfolger zu suchen.

Ich hätte einen Vorschlag: Warum nicht Alain Sutter (58) zurück in die Heimat holen? Er versteht sein Handwerk, hat Ahnung vom Geschäft und weiss, wie der Hase läuft.
Zudem würde er ein neues Element in die sportliche Führung von YB bringen. Dass er sein Berndeutsch in den letzten 30 Jahren abgelegt hat, darf kein Argument gegen ihn sein.
Hopp YB!
Zur Person
Lars Lunde
1986 schiesst Lars Lunde YB zum Meistertitel. Ein Jahr später wechselt der Däne zum grossen Bayern München in die Bundesliga. Später spielt er auch unter Ottmar Hitzfeld für Aarau.
Im Alter von 26 Jahren muss Lunde wegen der Folgen eines Verkehrsunfalls seine Karriere beenden.
Bis heute ist der 62-jährige Lars Lunde in Bern eine Legende – und seit 2024 auch Nau.ch-Kolumnist.












