Ueli Schmezer: «Hier klaut jemand meine Identität!»
Die Welt wird überflutet von Fake News, KI-Videos und gefälschten Fotos. Dagegen braucht es Gesetze. Und eine andere Haltung von uns allen, sagt Ueli Schmezer.
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Das Wichtigste in Kürze
- Ueli Schmezer ist Nau.ch-Kolumnist, sein Videoformat heisst «Auf den Punkt».
- Er sagt: «Gegen die KI-Flut braucht es Gesetze. Aber die allein reichen nicht.»
- KI-Videos sind vielleicht lustig. Aber sie sind ein ernsthaftes Problem.
In seiner neusten Video-Kolumne präsentiert Nau.ch-Kolumnist Ueli Schmezer ein KI-Video, das ihn in der Sendung Kassensturz in einem Interview mit Nationalrat und Banker Thomas Matter zeigt.
Darin fragt das KI-Schmezer-Double den Banker, ob es stimme, dass eine gewisse «Investitionsmöglichkeit» tatsächlich so toll sei, wie manche Leute behaupten.
«Das ist kriminell»
«Man kann das amüsant finden und darüber staunen, was heute technisch alles möglich ist», sagt Schmezer. Aber: «Das ist kriminell. Das erfüllt den Straftatbestand des Identitätsmissbrauchs.»
Da missbraucht jemand seine Identität als kritischer Befrager, um den Leuten ein «mieses Abzockerprodukt» anzudrehen.
Dagegen könne man eine Anzeige einreichen und klagen.
Was aber – wenn überhaupt – nur dann hilft, wenn sich die Verantwortlichen finden lassen.
Daher betont der Kolumnist, es brauche jetzt das neue «Gesetz über Kommunikationsplattformen und Suchmaschinen», das noch bis Mitte Februar in der Vernehmlassung ist.
«Kann das überhaupt sein?»
Dieses Gesetz soll die Rechte von Nutzerinnen und Nutzern im digitalen Raum stärken und die grossen Kommunikationsplattformen bezüglich Fairness und Transparenz in die Pflicht nehmen.

Zudem brauche es aber auch eine andere Haltung von uns allen. «Wir alle müssen unseren Plausibilitätsfilter einschalten und uns jeweils fragen: Kann das überhaupt sein?»
Zur Person
Ueli Schmezer ist Journalist und Jurist – und er sitzt seit März im Schweizer Nationalrat. Er hat bis 2022 für SRF gearbeitet, zuletzt im «Kassensturz». Heute ist er selbstständiger Auftrittscoach, Medientrainer und SP-Mitglied. Seit über 20 Jahren steht Schmezer auch als Musiker auf der Bühne.
Im Falle des KI-Kassensturz-Videos sei der Plausibilitätscheck simpel, sagt Schmezer mit einem Grinsen. Auch weil er schon lange nicht mehr dort arbeite.








