Nationalrat

Ueli Schmezer: «Da war Alkohol im Spiel – im Nationalrat!»

Ueli Schmezer
Ueli Schmezer

Bern,

Der Bund soll vorderhand keine Empfehlung mehr zu massvollem Alkoholkonsum abgeben. «Wein vor Wissenschaft?», fragt Videokolumnist Ueli Schmezer.

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Ueli Schmezer: «Menschen wissenschaftliche Erkenntnisse vorzuenthalten, ist verantwortungslos!» - Nau.ch

Das Wichtigste in Kürze

  • Ueli Schmezer ist Nau.ch-Kolumnist, sein Videoformat heisst «Auf den Punkt».
  • Er kritisiert, dass im Parlament gegen die Fakten entschieden wird.
  • Er sagt: «Ein bestellter Lobby-Vorstoss – und die Mehrheit winkt ihn durch.»

Nationalrat und Ständerat wollen, dass der Bundesrat erst mal aufhört, darauf hinzuweisen, dass beim Alkohol ein massvoller Konsum vernünftig sei.

Beide Räte haben der Motion «Marschhalt bei neuen Empfehlungen zum mässigen Alkoholkonsum» zugestimmt – der Ständerat mit einer erdrückenden Mehrheit von 4 zu 1.

Nationalrat Schmezer
Der Nationalrat hat die Motion durchgewunken. - keystone

Schmezer stellt klar: «Die Mehrheit im Parlament war nicht betrunken bei dieser Abstimmung – sondern stocknüchtern.» Deshalb sei dieser Entscheid nicht «irgendwie noch amüsant», sondern höchst bedenklich.

Denn die Wissenschaft ist sich einig: Es gibt keinen unbedenklichen, risikolosen Konsum von Alkohol. Entsprechend sagt der Bundesrat: Je weniger Alkohol, desto besser.

Soll der Bund vorderhand keine Empfehlung mehr zu massvollem Alkoholkonsum abgeben dürfen?

Worum es der Mehrheit bei diesem Vorstoss geht, zeigten einzelne Aussagen in den Voten der National- und Ständeräte, bemerkt Ueli Schmezer. Da wurde unter anderem aufgeführt, «die Branche habe ohnehin mit rückläufigem Konsum zu kämpfen».

Schmezer: «Da liegt der Hund begraben. Oder besser gesagt: die Weinflasche.» Es handle sich um ein Geschenk an die Branche.

Ueli Schmezer
Ueli Schmezer ist Nationalrat und Nau.ch-Kolumnist. - Nau.ch

Viele Leute unterschätzen die Gesundheitsrisiken von Alkoholkonsum. Auch das ist belegt. Wer den Leuten wissenschaftliche Erkenntnisse vorenthalte, nehme ihnen die Möglichkeit, sich zu schützen, sagt der Nau-Kolumnist. «Das ist verantwortungslos.»

Zur Person

Ueli Schmezer ist Journalist, Jurist und Schweizer Nationalrat. Er hat bis 2022 für SRF gearbeitet, zuletzt im «Kassensturz». Heute ist er selbstständiger Auftrittscoach, Medientrainer und SP-Mitglied. Seit über 20 Jahren steht Schmezer auch als Musiker auf der Bühne.

Kommentare

User #9861 (nicht angemeldet)

Schmetzer überschätzt die Wirkung der überflüssigen Empfehlungen des Bundes . Das Volk ist mündig und braucht keine Bevormundung

User #3649 (nicht angemeldet)

Ueli soll sich den wichtigen Themen annehmen und zwar die der arbeitenden Bevölkerung.

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