Schweizer Musik: Bundesrat soll auf Streaming-Anbieter Druck machen
Schweizer Musikschaffende seien bei Streaming-Diensten zu wenig sichtbar, findet eine überparteiliche Allianz. Mit Vorstössen wollen sie dies ändern.
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Das Wichtigste in Kürze
- Die Algorithmen und Playlists der Streaming-Plattformen benachteiligen Schweizer Musikschaffende.
- Eine überparteiliche Allianz will nun, dass der Bundesrat dagegen Massnahmen ergreift oder Gesetze vorschlägt.
- Denn der Verdienst der CH-Musikszene sei «himmeltraurig», sagt SP-Nationalrat Ueli Schmezer.
Klar, auch Hecht, Zoë Më, Ländler und diverse Mundart-Kinderlieder findet man auf Spotify, Apple Music oder YouTube Music. Aber man finde sie eben nicht gut genug, sagt SP-Nationalrat Ueli Schmezer: «Als Schweizer Künstler kommt man nicht auf eine ansprechende Anzahl Streams. Wenn man nicht in einer Playlist drin ist, kommt man nirgends hin.»

Schmezer, selbst Teilzeit-Musiker, will mit sechs Mitstreitern aus sechs Parteien dem nun Abhilfe schaffen. Mit gleichlautenden Vorstössen soll der Bundesrat beauftragt werden, Massnahmen zu ergreifen und allenfalls auch gesetzliche Anpassungen vorzuschlagen. Ziel ist, dass die Sichtbarkeit des Schweizer Musikschaffens gewährleistet ist.
Unter dem Radar: Vom ESC-Teilnehmer bis zu Jodelliedern
Die Schweiz habe gegenüber den grossen Märkten eine Herausforderung, als kleines Land mit mehreren Sprachen, sagt Nationalrat Simone Gianini (FDP/TI). Die Band Gotthard würde er wohl schon vorgeschlagen erhalten, aber wohl weniger die lokalen Tessiner Künstler. Etwa ESC-Teilnehmer Sebalter oder die Folkgruppe «The Vad Vuc: «Die findet man nicht so einfach», so Gianini.
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Auch mit dabei in diesem Sextett an Fans von Schweizer Musik ist die Luzerner SVP-Nationalrätin Vroni Thalmann-Bieri. Sie wünscht sich, dass alle, die Volksmusik oder Jodellieder komponieren, besser gefunden werden.
Die Algorithmen der Streaming-Anbieter müssten angepasst werden, damit man weiter nach vorne komme. Und dann auch öfter wieder drankomme. Wobei sie einräumt: Reich wird man damit nicht.
SP-Schmezer: «Es ist himmeltraurig»
Davon kann Nationalrat Schmezer ein Lied singen: In der Tat sei es himmeltraurig, was in den letzten Jahren mit den Einkünften von Schweizer Musikschaffenden passiert sei. «Selbst wenn man Tausende von Streams hat auf einer solchen Plattform, es läppert sich nicht zusammen.» Trotzdem seien sie aber eben das Mass aller Dinge.
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«Das ist eben das Verrückte: Man ist angewiesen darauf, dass man die Streams bekommt. Wenn man die nicht hat, sagt ein Veranstalter: Du hast zu wenige Streams, du bekommst kein Konzert.»
Überparteilich zum Erfolg
Diesen Teufelskreis will diese nationalrätliche Musik-Gruppe mit ihren Vorstössen durchbrechen. Die überparteilich breite Abstützung stimmt Schmezer zuversichtlich. «Das muss durchkommen!», fordert er.
«Und es soll vor allem eine klare Botschaft sein an den Bundesrat, dass Parteien quer durchs ganze Parlament finden: Es muss jetzt etwas gemacht werden für die Schweizer Musikszene.» Denn dass hier ein Missstand besteht, das hat sogar der Bundesrat 2023 bestätigt – und «zur Kenntnis genommen».












