Luzerner Barbetreiber: «Schaumstoffdecke würde nie bewilligt werden»
Der Brand in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana lässt Betreiber von Schweizer Bars und Klubs ihr Sicherheitskonzept überdenken.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Bar-Brand in Crans-Montana lässt Schweizer Lokale ihre Sicherheitskonzepte überdenken.
- Besonders über pyrotechnische Kerzen ändern einige Bars und Klubs ihre Einstellung.
- Eine Ex-Barkeeperin sagt, sie habe sich beim Anzünden der Kerzen teilweise fast verbrannt.
Nach der Brandkatastrophe in der Neujahrsnacht in Crans-Montana machen sich Schweizer Bars Gedanken über ihre Sicherheitsvorschriften.
Dabei fällt auf: In vielen Bars wäre solch eine Katastrophe wohl verhindert worden.
Nicolas Gomez, der Betreiber der «Bar 59» in Luzern, stellt die Schaumstoffdecke der Katastrophen-Bar in Crans-Montana infrage.

«Aus meiner Sicht würde eine solche Schaumstoffdecke wie in Crans-Montana nie von der Gewerbepolizei bewilligt werden», sagt er zu Nau.ch.
Vor allem im Soussol, dem Keller von Bars oder Klubs, seien die Bauauflagen sehr streng.
Vier Schulungen pro Jahr
Laut Gomez werden die Mitarbeiter in seinem Lokal ganze viermal jährlich für Notfallsituationen geschult: «Dazu gehört auch, wo die Notausgänge sind, wer welchen öffnet und betreut und natürlich der richtige Umgang mit dem Feuerlöscher.»
Das Lokal habe insgesamt neun Feuerlöscher und einen Feuerwehrschlauch.
Schweizer Lokale überdenken den Einsatz von Pyro-Wunderkerzen
Gilles Ancion, der mehrere Lokale im Kanton Freiburg verwaltet, hielt nach dem Vorfall im Wallis mit seinem Team eine Krisensitzung.
Wie er gegenüber dem Onlineportal «Frapp» sagt, haben seine Lokale Sofortmassnahmen ergriffen. Offenes Feuer sei in seinen Klubs bis auf Weiteres verboten.
Zwei weitere Clubbetreiber in Freiburg bestätigen gegenüber dem Portal, sie hätten die Verwendung pyrotechnischer Kerzen gestoppt.
Ex-Barkeeperin verbrannte sich fast an Wunderkerzen
Auch eine ehemalige Barkeeperin meldet sich zu Wort. Elly Diamond, wie sie sich auf Facebook nennt, hatte zwischen 2012 und 2014 in verschiedenen Schweizer Bars gearbeitet. In einem Facebook-Post appelliert sie an alle Barbetreiber.
Sie selbst musste solche Wunderkerzen anzünden: «Ich erinnere mich, dass beim Anzünden die Gefahr bestand, dass mir die Funken die Wimpern, Augenbrauen oder Haare verbrennen würden.»
Der Papiersockel der Kerzen sei teilweise noch Stunden nach dem Gebrauch glühend heiss gewesen.
Aus diesen Gründen fordert Diamond, «dass solche Kerzen nie wieder auf Flaschen angebracht werden! »













