Ewig im Gedächtnis: So leidet das Schweiz-Image unter Crans-Montana

Laurin Zaugg
Laurin Zaugg

Crans-Montana,

Die Schweiz trauert um die Opfer der Katastrophe in Crans-Montana. Auch internationale Medien berichten darüber. Welchen Einfluss hat das auf den Tourismus?

CransMontana
Die Katastrophe in Crans-Montana wird wohl noch lange im kollektiven Gedächtnis der Schweizer Bevölkerung bleiben. Welche Auswirkungen hat das auf den Tourismus? - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Brandkatastrophe überschattet Crans-Montana als touristische Feriendestination.
  • Ein Experte beurteilt die Auswirkungen auf den Tourismus in Crans-Montana und der Schweiz.
  • Vor allem kurzfristig schade die Katastrophe dem Image des Ferienorts deutlich.

Die Brandkatastrophe in Crans-Montana überschattet den Ferienort seit der Neujahrsnacht. Es scheint, als könnte man nicht mehr an Crans-Montana denken, ohne die vielen Todesopfer und Verletzten im Kopf zu haben.

Das könnten in Zukunft auch all jene treffen, die mit dem Tourismus ihr Geld verdienen. Der tödliche Brand in der Bar «Le Constellation» könnte nämlich eine abschreckende Wirkung auf Touristen haben.

Muss sich Crans-Montana auf eine Tourismus-Flaute einstellen – oder gar die ganze Schweiz?

Nau.ch hat beim Tourismus-Experten Christian Gressbach nachgefragt. Er ist Dozent für Dienstleistungs- und Tourismusmarketing an der Fachhochschule Graubünden.

Kurzfristig deutlicher Schaden

Vor allem die mediale Zuspitzung schadet dem Image von Crans-Montana kurzfristig deutlich, sagt er. «Langfristig ist der touristische Schaden meist begrenzt, wenn transparent kommuniziert wird», sagt Gressbach.

Das hänge auch damit zusammen, dass auf der Welt immer wieder schreckliche Schicksale passieren. Diese würden andere Ereignisse, wie die Brandkatastrophe von Crans-Montana, in den Hintergrund rücken lassen.

Verschwinde die Tragödie aus den Schlagzeilen, verblasse die Erinnerung daran für Reisende ohne Bezug zu Crans-Montana zwar relativ schnell.

Aber: Bei Stammgästen und den Einheimischen werde die Katastrophe «lange bis ewig im Gedächtnis» bleiben.

In Fernmärkten könnte die ganze Schweiz Konsequenzen tragen

Je weiter her ein Tourist kommt, desto eher verbindet er Crans-Montana mit der ganzen Schweiz. Denn: Da wird «wenig differenziert».

Gressbach: «Das Brand-Lokal Le Constellation wird auf Crans-Montana projiziert und teilweise sogar auf die ganze Schweiz.» In Europa, wo man die Schweiz besser kennt, bleibe der Effekt meist lokal, betrifft also nur Crans-Montana.

Schweiz Tourismus
In Fernmärkten könnte die Bar-Katastrophe auf Crans-Montana und teilweise sogar auf die ganze Schweiz projiziert werden. «In Europa bleibt der Effekt meist lokal», sagt der Experte. - keystone

Für Touristen sei die Sicherheit als Vertrauensfaktor zentral. «Sie erwarten funktionierende Strukturen, nicht politische Perfektion», so Christian Gressbach. Trotz der schlimmen Katastrophe in Crans-Montana erwartet er nicht, dass die Schweizer Sicherheit generell infrage gestellt wird.

Gute Kommunikation hilft

Langfristig sei gute Kommunikation wichtig. Wenn die Unsicherheit andauere, könnten Gäste laut Gressbach langfristig ausbleiben. Dies sei oft bei Katastrophen in eher unsicheren Ländern der Fall.

Meidest du einen Ferienort, wenn dort eine Katastrophe passiert ist?

Der Experte sieht die Ski-WM in Crans-Montana im kommenden Jahr als Chance, ein anderes Licht auf den Ferienort zu werfen. Doch selbst solch ein grosses Event könne «die Tragödie nicht vergessen machen».

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Kommentare

User #3115 (nicht angemeldet)

Schweizer Image, würde ich nicht sagen. Eher der Glaube an die Menscheit!! Als erstes, der Betreiber und die Gemeinde, die in vielen Punkten versagt hat. Danach der Überlebensinstink der jungen Betroffenen. Wie zum Teufel kommt dazu, bei einem Feuer im Innenraum, das Handy zu zücken, Filme zu machen und nebenan tanzt einer wie wild und feiert den Deckenbrand noch. Da ist auf vielen Ebenen, sehr vieles falsch gelaufen!!! Allen vorab der Betreiber und die Gemeinde!!!

User #5853 (nicht angemeldet)

Das Image von Swiss Quality und Safety hat in den letzten 20 Jahren massiv gelitten. 1. Grounding Swissair 2. Fast Crash der UBS 3. Crash der CS 4. Feuerinferno Crans-Montana Man ist nachlässig geworden sowohl in der Schule, Ausbildung, Beruf und in der politischen Administration. Viele Führungskräfte denken schon am Montag an das nächste Weekend und nicht an ihre eigenen Aufgaben. Die Schweiz muss in allen Belangen wieder seriöser und profunder arbeiten. Zu viele Selbstoptimierer und Pläuschler hat es aufgrund ihrer Studienabschlüsse in Führungsfunktionen gespült. Ehrliche Arbeit und kompromisslose Durchsetzung von Qualität muss in der Schweiz wieder an der Tagesordnung stehen.

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