Wer für die Regierung betet, beschenkt damit das ganze Land – vor allem aber sich selbst. Willkommen zur 53. Ausgabe der Halleluja-Kolumne.
Sam Urech
Sam Urech besucht die Freikirche FEG Wetzikon. - Fotograf: Sebastian Heeb

Das Wichtigste in Kürze

  • Sam Urech aus dem Zürcher Oberland ist Halleluja-Kolumnist auf Nau.ch.
  • Sind Sie seiner Meinung? Eher nicht? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.
  • Den Autor erreichen Sie per E-Mail unter sam@hisam.ch.

Ein eindrücklicher Ausdruck von Frieden und Freiheit ist es, wenn Bürger die Regierung kaum wahrnehmen. Gott sei Dank bin ich mein Leben lang in diesen Genuss gekommen.

Nun, die Zeiten haben sich geändert. Und plötzlich rede ich häufig über Alain Berset und Co.: Ich lobe sie, ich lästere, schüttle meinen Kopf, meine, ich wüsste es so viel besser. Und wie oft habe ich diese Woche für den Bundesrat gebetet?

In der Bibel steht: «Betet besonders für alle, die in Regierung und Staat Verantwortung tragen, damit wir in Ruhe und Frieden leben können, ehrfürchtig vor Gott und aufrichtig unseren Mitmenschen gegenüber.»

Gott hört mir gerne zu

Zunächst mal die Frage: Warum sollen wir überhaupt beten? Ich bete zum Gott der Bibel, weil ich glaube, dass er mir gerne zuhört, meine Anliegen ernst nimmt und hoffentlich erhört.

Also, ich bete für die Regierung, damit ihr Gott Weisheit schenken möge, sodass sie möglichst kluge Entscheidungen treffe, damit meine Familie in Ruhe leben darf.

Es gibt aber noch einen weiteren Grund, warum ein Gebet für die Obrigkeit so wichtig ist. Wer betet, verändert seine eigene Gesinnung.

Wenn Sie für Berset beten, tun Sie ihm, sich und der ganzen Schweiz Gutes. - keystone

Bitte nicht selbst runterziehen

Rege ich mich fürchterlich über einen Politiker auf, kann ich Leserbriefe schreiben, in Kommentarspalten wettern, lästern, poltern, Tiraden posten, was auch immer. Bringt es etwas?

Sollte der Politiker auf Sie aufmerksam werden, wird er seine Meinung trotzdem kaum ändern. Aber was passiert mit Ihnen? Sie beissen sich fest, ziehen sich selbst runter.

Ich kenne eine Person, die Ausschlag am Körper bekam, weil sie sich so sehr über Christoph Blocher nervte. Bringt herzlich wenig, damit schaden Sie vor allem sich selbst.

Gebet verändert Ihre Gesinnung

Verstehen Sie mich nicht falsch: Natürlich dürfen, ja sollen Sie sich wehren, wenn in Ihren Augen Unrecht passiert. Aber dann bitte konstruktiv! Kämpfen Sie weise!

Fühlen sich andere Meinungen jedoch zerstörend für Sie selbst an, befürchte ich, sind Sie der Aufgabe (noch) nicht gewachsen. Verändern Sie zuerst Ihre Gesinnung. Wie das geht? Zum Beispiel so: Beten Sie!

Wenn Sie für die Regierung beten, werden Entscheide, die in Ihren Augen falsch sind, nicht plötzlich richtig. Aber möglicherweise schwindet die Angst davor und hoffentlich stellen Sie fest, dass Sie die Sache emotional weniger belastet.

Weiter werden Sie demütig, wenn Sie beten. Und glauben Sie mir, Demut ist die grösste Freiheit, die man sich vorstellen kann. Ich wünschte, ich hätte mehr davon.

Sind Sie ein demütiger Mensch?

Gutes in Ihrem Herzen

Alt Bundesrat Moritz Leuenberger sagt im christlichen Magazin «IDEA»: «Ich stelle mir die Situation, in der die Verantwortlichen heute stehen, immer wieder vor. Gerne an ihrer Stelle sein zu wollen, das wäre doch etwas makaber.»

Vergessen Sie nie: Ganz so einfach ist es nicht, dieses Land in solchen Zeiten zu regieren. Unsere Obrigkeit braucht Ihre Gebete. Weil Gott Ihre Gebete hört – vor allem aber, weil Sie entspannen und wir ganz dringend entspannte Menschen brauchen.

Fazit: Wenn Sie für die Regierung dieses Landes beten, wird sich vieles zum Guten wenden. Vielleicht in Bern – ganz sicher aber in Ihrem Herzen.

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Zum Autor:

Sam Urech ist 36-jährig, verheiratet und Vater von zwei Buben. Mit seiner Familie besucht er die Freikirche FEG Wetzikon. Sam hat viele Jahre beim Blick als Sportjournalist gearbeitet und ist heute Inhaber der Marketing Agentur «ratsam».

Er liebt seine Familie, seine Kirche, Guinness, Fussball, Darts, den EHC Wetzikon, Preston North End und vor allem Jesus Christus. Sam schreibt wöchentlich auf Nau.ch über seine unverschämt altmodischen Ansichten. Wenn Sie hier klicken, finden Sie alle seine Halleluja-Kolumnen.

Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie Sam ein Email (sam@hiSam.ch) oder kontaktieren Sie ihn über Facebook (halleluja.kolumnist).

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