Weil sie an Jesus Christus glauben, werden sie ins Gefängnis geworfen oder gar ermordet. Unser Halleluja-Kolumnist berichtet heute von leidenden Christen.
Sam Urech
Sam Urech besucht die Freikirche FEG Wetzikon. - Fotograf: Sebastian Heeb

Das Wichtigste in Kürze

  • Sam Urech aus dem Zürcher Oberland ist Halleluja-Kolumnist auf Nau.ch.
  • Sind Sie seiner Meinung? Eher nicht? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.
  • Den Autor erreichen Sie per E-Mail unter sam@hisam.ch.

Die Jesuitenkirche in Luzern wird am Sonntagabend rot beleuchtet. Der Grund dafür ist scheusslich: Weltweit werden über 200 Millionen Christen verfolgt. Neuste Schätzungen gehen sogar von wesentlich mehr aus.

Denn leider nimmt diese Verfolgung gerade auch wegen der Covid-Pandemie zu. In diversen Ländern werden Christen als Verantwortliche der Pandemie diffamiert und bei der Versorgung mit Hilfsgütern übergangen.

Aber auch sonst steigen die Zahlen: In Subsahara-Afrika wurden im 2020 gegenüber dem Vorjahr 30 Prozent mehr gewaltsame Übergriffe auf christliche Kirchen registriert.

Mehrere hundert christliche Dörfer wurden im letzten Jahr in Nigeria von Fulani-Hirten überfallen – die Christen ermordet, ihre Kirchen zerstört. Was zudem die Islamisten der Boko Haram in Nigeria und Kamerun treiben, mag ich gar nicht ausführen.

China streicht Christen ihre Renten

Und auch in der Sahelzone freuen sich Dschihadisten darüber, dass die oftmals korrupten Regierungen die Christen nicht schützen wollen.

Nur Probleme in Afrika? Mitnichten. Auch China geht immer heftiger gegen Christen vor. Durch moderne Technologie wie Gesichtserkennungssoftware werden Christen überwacht, angeblich um Corona zu bekämpfen.

Christen in mehreren Provinzen droht die Streichung von Sozialleistungen wie Renten, wenn sie christliche Bilder und Kreuze in ihren Wohnungen nicht durch Fotos von Präsident Xi Jinping ersetzen.

Und in Indien greifen Hindu-Mobs laufend Christen an. Ihr Motto: Jeder Inder muss ein Hindu sein. Tausenden Spitälern und Schulen, die von Christen geführt werden, ist die finanzielle Unterstützung aus dem Ausland verboten worden.

Wo bleibt der Aufschrei?

Ich könnte die Liste endlos weiterführen und von unfassbar traurigen Schicksalen berichten. Aber leider scheint die Christenverfolgung in diesem Land wenige Menschen zu interessieren. Wieso das?

Klar, jeder braucht einen Filter, der verhindert, dass uns alles Leid dieser Erde emotional zerstört. Und doch frage ich mich, wie es unsere Medien fertigbringen, das Thema Christenverfolgung so heftig zu umschiffen.

Jesuitenkirche
Am Sonntagabend wird die Luzerner Jesuitenkirche rot angeleuchtet. - Bild: «Kirche in Not (ACN)»

Verfolgte Christen werden nicht verfolgt, weil sie morden würden, weil sie Verbrecher wären, weil sie sich in irgendeiner Form falsch verhielten – nein, sie werden verfolgt, weil sie an den Gott der Bibel glauben.

Warum lassen wir das zu? Wir boykottieren Schokolade, wenn sich deren Besitzerfamilie nicht zeitgemäss äussert, fliegen aber nach der Pandemie wieder auf die Malediven, wo Christen gefoltert werden?

Kraftvoller Glaube an Jesus Christus

«Ach, die sind ja selbst schuld, wenn sie Christen sein wollen», hat mir mal jemand gesagt. Wie sehen Sie das?

Sind Christen selbst schuld, wenn sie verfolgt werden?

Nun ja, schon richtig: Natürlich könnten sich die verfolgten Christen dem Druck beugen und ihren Glauben vergessen. Aber wer so etwas fordert, hat nicht verstanden, was Glaube bedeutet.

Wenn Sie mir verbieten würden, an den Gott der Bibel zu glauben, würden Sie mir meine Identität und mein Fundament verbieten. Der Glaube an Jesus Christus ist das Wichtigste in meinem Leben.

Und das ist sogleich die einzig «positive» Sache an der Verfolgung der Christen. Sie zeigt eindrücklich auf, wie kraftvoll der christliche Glaube ist. Nicht mal Verfolgung, Gefängnis und Tod können Christen hindern, daran zu glauben, was Jesus für sie getan hat.

Weil dieser Glaube mehr wert ist, als alles, was uns auf dieser Welt passieren kann.

* * *

Wollen Sie verfolgte Christen unterstützen? Bitte informieren Sie sich bei den christlichen Hilfswerken «Open Doors», «ACN – Kirche in Not» oder «HMK – Hilfe für Mensch und Kirche», wie Sie mithelfen können.

Zum Autor:

Sam Urech ist 36-jährig, verheiratet und Vater von zwei Buben. Mit seiner Familie besucht er die Freikirche FEG Wetzikon. Sam hat viele Jahre beim Blick als Sportjournalist gearbeitet und ist heute Inhaber der Marketing Agentur «ratsam».

Er liebt seine Familie, seine Kirche, Guinness, Fussball, Darts, den EHC Wetzikon, Preston North End und vor allem Jesus Christus. Sam schreibt wöchentlich auf Nau.ch über seine unverschämt altmodischen Ansichten. Wenn Sie hier klicken, finden Sie alle seine Halleluja-Kolumnen.

Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie Sam ein Email (sam@hiSam.ch) oder kontaktieren Sie ihn über Facebook (halleluja.kolumnist).

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